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Vitamin-D-Mangel – Die Symptome

Vitamin-D-Mangel – Die Symptome

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(Zentrum der Gesundheit) – Vitamin D kann vom Körper selbst gebildet werden. Allerdings ist dazu genügend Sonnenlicht erforderlich. In Mittel- und Nordeuropa reicht die Sonnenstrahlung jedoch meist nicht aus – und der Körper kann die so dringend benötigten Vitamin-D-Mengen nicht herstellen. Vitamin-D-Mangel ist daher vorprogrammiert. Leider zeigt sich ein Vitamin-D-Mangel nur selten in eindeutigen Symptomen. Stattdessen können sich im Laufe vieler Jahre chronische Krankheiten entwickeln. Würde man den Vitamin-D-Mangel jetzt beheben, könnten auch die entsprechenden Krankheiten gebessert werden.

Vitamin-D-Mangel: Erste unspezifische Symptome

Vitamin-D-Mangel kann zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen. Meist wird von offizieller Seite aus behauptet, dass sich Vitamin-D-Mangel eigentlich hauptsächlich auf das Skelett auswirke, was man an einer schlechten Knochengesundheit erkenne. Wer jedoch bereits an Skelettschmerzen und Knochenverbiegungen leidet, der hat nicht nur einen besonders extremen Vitamin-D-Mangel, sondern hat ihn meist auch schon eine lange Zeit.

So weit sollte man es besser gar nicht erst kommen lassen. Daher wäre es nicht schlecht, wenn man schon auf erste Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels achten würde. Es kann sich dabei um ganz unspezifische Symptome handeln, wie z. B. um Schlafprobleme, nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, ein schlechtes Hautbild oder aber um die folgenden Symptome, die besonders häufig auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen:
 

  1. Häufige Infekte
  2. Schlechte Wundheilung
  3. Allgemeine Müdigkeit
  4. Knochen- und Rückenschmerzen
  5. Chronisch schlechte Stimmung bis hin zur Depression
     

Vitamin-D-Mangel: Typische Symptome

Zwar können die genannten Symptome auch andere Ursachen haben, doch gehört der Vitamin-D-Mangel gerade in unseren nördlichen Breiten zu den häufigsten Mitursachen dieser Beschwerden. Man sollte daher – ob bei unspezifischen Symptomen oder konkreten chronischen Erkrankungen – stets den Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen und ggf. einen entdeckten Vitamin-D-Mangel umgehend beheben:

1. Symptom für Vitamin-D-Mangel: Häufige Infekte

Eine der Hauptaufgaben des Vitamin D ist die Unterstützung und Regulierung des Immunsystems. Zu den Symptomen für Vitamin-D-Mangel gehört daher eine erhöhte Infektanfälligkeit. Bakterien und Viren haben jetzt ein leichteres Spiel, und Betroffene leiden ständig an irgendwelchen Infekten, meistens der Atemwege. Wenn Sie also jede Erkältung mitnehmen, die im Umlauf ist, dann denken Sie an Ihren Vitamin-D-Spiegel (4).

Einige grosse Beobachtungsstudien zeigten die Verbindung zwischen Vitamin-D-Mangel und häufigen Atemwegsinfekten, wie Erkältungen, Bronchitis und Lungenentzündung (56).

Hier hatten wir erklärt, dass ein Vitamin-D-Mangel nicht nur das Grippe-Risiko erhöht, sondern auch die Gefahr, an der Grippe zu sterben: Vitamin D schützt vor Grippe

Weitere Studien ergaben, dass die Einnahme von täglich 4.000 IE Vitamin D das Risiko für Atemwegsinfekte deutlich reduzieren kann (789).

Wichtig ist natürlich, dass man erst den Vitamin-D-Spiegel überprüfen lässt. Denn die Vitamin-D-Einnahme kann nur bei jenen Personen eine Besserung des Befindens herbeiführen, die zuvor einen entsprechenden Mangel hatten (10).

2. Symptom für Vitamin-D-Mangel: Schlechte Wundheilung

Ein schwaches Immunsystem kann sich auch in schlecht heilenden Wunden zeigen, z. B. nach Verletzungen oder Operationen. Auch hier ist an den Vitamin-D-Spiegel zu denken. Denn Vitamin D ist direkt an der Wundheilung beteiligt und beeinflusst – u. a. laut einer Studie vom September 2016 – gleich mehrere Abläufe, die für eine rasche Wundheilung erforderlich sind:

Es aktiviert das sog. TGFβ1, ein Bindegewebswachstumfaktor sowie das sog. Fibronektin, ein Protein, das für die Gewebereparatur zuständig ist. Auch verstärkt Vitamin D die Kollagenproduktion, die Fibroblastenmigration sowie die Myofibroblastenbildung. Myofibroblasten sind spezielle Zellen, die bei der Wundheilung eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich gilt Vitamin D als entzündungshemmendes Vitamin, was für eine gute Wundheilung ebenfalls von Vorteil ist.

Die Supplementierung von Vitamin D kann daher ein wichtiger Schritt sein, um eine bisher schlecht verlaufende Wundheilung und Regeneration zu verbessern. Auch hier ist wichtig, dass Vitamin D die Wundheilung natürlich nur Menschen verbessern kann, die bislang an einem Vitamin-D-Mangel gelitten haben (23, 24, 25, 26).

3. Symptom für Vitamin-D-Mangel: Müdigkeit

Vitamin-D-Mangel gehört ausserdem zu einer möglichen Ursache bei chronischer Müdigkeit und Erschöpfung (1112, 13). In einem Fallbericht (Dezember 2010) beispielsweise ging es um eine Patientin mit chronischer Tagesmüdigkeit. Man stellte bei ihr einen extremen Vitamin-D-Mangel fest (ihr Spiegel lag bei nur 5,9 ng/ml, ein gesunder Vitamin-D-Spiegel liegt bei 40 ng/ml), offiziell gelten leider bereits Spiegel ab 20 ng/ml als ausreichend.

Vielen Menschen wird daher nach einem Vitamin-D-Test häufig gesagt: Alles bestens – auch wenn es den jeweiligen Patienten alles andere als bestens geht. Hätten sie hingegen Vitamin-D-Spiegel über 40 ng/ml, ginge es ihnen in vielen Fällen tatsächlich bestens. Daher können sich chronische Beschwerden auch schon bei Vitamin-D-Spiegeln entwickeln, die deutlich höher sind als jener der beschriebenen Patientin.

Diese nun nahm Vitamin D als Nahrungsergänzung ein. Ihr Vitamin-D-Spiegel stieg auf 39 ng/ml und ihre Symptome verschwanden.

Eine andere Studie stellte heraus, dass Frauen mit einem Vitamin-D-Spiegel von unter 29 ng/ml häufiger über Symptome wie Müdigkeit klagten als Frauen, deren Vitamin-D-Spiegel Werte über 30 ng/ml aufwies.

4. Symptom für Vitamin-D-Mangel: Rückenschmerzen bis hin zu Fibromyalgie

Auch Rückenschmerzen können ein Symptom für Vitamin-D-Mangel sein. In grossen Beobachtungsstudien stellte man zumindest eine eindeutige Verbindung zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Rückenschmerzen fest (151617). Wer an Rückenschmerzen litt, hatte meist auch einen Vitamin-D-Mangel.

Da ein Vitamin-D-Mangel nachweislich den Knochenstoffwechsel sowie die Muskelfunktionen beeinträchtigt, sind Studienergebnisse dieser Art keine grosse Überraschung. Denn geschwächte Muskeln und kranke Knochen können natürlich problemlos zu Rückenschmerzen führen, aber auch zu anderen chronischen Schmerzzuständen, wie sie z. B. bei der Fibromyalgie beobachtet werden (353637).

In einer Studie mit 276 Frauen stellte man im Jahr 2010 fest, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit haben, chronische Schmerzen in den Beinen, Rippen und Gelenken zu entwickeln als jene, die gesunde Vitamin-D-Werte hatten (18).

Ein Vitamin-D-Mangel wird nun aber bei vielen Beschwerden beobachtet. Interessant ist daher viel eher die Frage, ob eine Vitamin-D-Gabe die Beschwerden denn auch wieder bessern kann. Im Falle von Schmerzzuständen liegen mindestens zwei Studien vor, die zeigen, dass hohe Vitamin-D-Dosen (einmalige Gabe von 150.000 bzw. 300.000 IE) den Schmerz mildern können (wenn die Betroffenen zuvor einen Vitamin-D-Mangel hatten) (3940).

Was nun konkret die Fibromyalgie betrifft, so hat sich bereits in einigen Studien zeigen lassen, das ein hoher Vitamin-D-Spiegel die Beschwerden lindern kann – wie wir ausführlich hier beschrieben haben: Vitamin D lindert Fibromyalgie-Schmerzen

5. Symptom für Vitamin-D-Mangel: Schlechte Stimmung bis hin zu Depressionen

Eine chronisch betrübte Stimmung kann ebenfalls ein Symptom eines Vitamin-D-Mangels sein. Besonders bei älteren Patienten lässt sich ein Vitamin-D-Mangel häufig mit Depressionen in Verbindung bringen (1920). Sollten Sie also ältere Angehörige haben, die Antidepressiva verordnet bekamen, empfehlen Sie dem entsprechenden Hausarzt doch auch einmal, (falls noch nicht geschehen) den Vitamin-D-Spiegel zu überprüfen.

Bei jüngeren Frauen, die am PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom, einer häufigen Hormonstörung) leiden, konnte ebenfalls dieser Zusammenhang gezeigt werden. Depressionen traten bei ihnen umso wahrscheinlicher auf, je niedriger ihr Vitamin-D-Spiegel war. (Details dazu lesen Sie hier: Vitamin-D-Mangel: Ursache von Depressionen beim PCOS).

Manche Studien, die untersuchten, ob eine Vitamin-D-Gabe Depressionen lindern könnte, fanden keine Wirkung. Dies jedoch könnte daran liegen, dass hierbei sehr niedrige Vitamin-D-Dosen zum Einsatz kamen, die dann auch tatsächlich keine Wirkung haben können. Andere Studien wieder wurden nicht lange genug durchgeführt, so dass auch hier keine Wirkung erwartet werden kann.

Studien hingegen, die beispielsweise über ein Jahr mit ausreichend hohen Vitamin-D-Dosen durchgeführt wurden (wöchentlich 20.000 bis 40.000 IE), zeigten eindeutig, dass sich die Depressionen besserten.

Chronische Krankheiten als Symptome von Vitamin-D-Mangel

Bleibt ein Vitamin-D-Mangel über Jahre hinweg bestehen, dann können sich infolgedessen noch ganz andere Symptome entwickeln, nämlich konkrete Krankheiten. Es liegen inzwischen zu nahezu jedem Beschwerdebild Studien vor, die zeigen, dass in den allermeisten Fällen immer auch ein Vitamin-D-Mangel vorliegt – ganz gleich, an welcher Krankheit man leidet.

Zusätzlich weiss man, dass sich Krankheiten nicht nur durch einen Vitamin-D-Mangel eher entwickeln können, sondern dass sie häufig auch schwerwiegender verlaufen, wenn der Patient an einem Vitamin-D-Mangel leidet. Umgekehrt bedeutet dies, dass eine Vitamin-D-Einnahme bei Krankheiten deren Verlauf abschwächt. So kann eine gute Vitamin-D-Versorgung bei Colitis ulcerosa beispielsweise – einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung – weitere Schübe verhindern (Vitamin D bei Colitis ulcerosa), bei Neurodermitis verbessert das Vitamin merklich das Hautbild (Vitamin-D lindert Neurodermitis) und bei Diabetes kann Vitamin D gleich auf mehrfache Weise positiv wirken:

Diabetes

Vitamin-D-Mangel hat einen enormen Einfluss auf das Diabetesrisiko und stellt gar einen noch grösseren Risikofaktor dar als Übergewicht. Man weiss längst, dass übergewichtige Diabetiker ihren Diabetes massiv verbessern, wenn nicht gar heilen können, wenn sie abnehmen. Im Jahr 2015 zeigten Forscher der spanischen University of Malaga jedoch dass eine gute Vitamin-D-Versorgung noch besser vor Diabetes schützen kann als die Reduktion von Übergewicht (Details hier: Vitamin D schützt vor Diabetes).

Da ein Vitamin-D-Mangel auch dazu führt, dass der Organismus viel leichter Fett einlagert und der Mensch viel schwerer abnehmen kann (Vitamin-D-Mangel verursacht Übergewicht), könnte man mit einer guten Vitamin-D-Versorgung das Diabetesrisiko gleich doppelt so gut reduzieren: einmal über die präventive Wirkung des Vitamins und zum anderen über die Vitamin-D-bedingte erleichterte Gewichtsabnahme.

Auch Schwangerschaftsdiabetes scheint ausgeprägter bei einem Vitamin-D-Mangel zu sein, wie Sie hier lesen können: Schwangerschaftsdiabetes: Calcium und Vitamin-D helfen

Zu den typischen Folgekrankheiten eines Diabetes gehört die Polyneuropathie, ein chronisches Nervenleiden der Nerven in den Armen und Beinen. Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel schützt vor der Polyneuropathie, denn je besser Diabetiker mit Vitamin D versorgt sind, umso seltener erkranken sie an der Nervenkrankheit: Vitamin D: Schutz vor Polyneuropathie

Asthma

Vitamin-D-Mangel liegt häufig bei Personen mit Asthma vor (Asthma: Folge von Vitamin-D-Mangel). Umgekehrt konnten japanische Studien bereits zeigen, dass Asthmaanfälle bei Schulkindern erheblich seltener vorkamen, wenn diese zuvor Vitamin-D-Ergänzungen (1200 IE/Tag) eingenommen hatten.

Selbst bei starkem Asthma, wenn Cortisonpräparate nicht mehr gut anschlagen, kann eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D zu einer Besserung führen: Asthmatiker brauchen Vitamin-D

Parodontitis und Zahnfleischentzündung

Chronische Zahnfleischerkrankungen gehen mit einem entzündeten und schnell blutenden Zahnfleisch einher und können nicht nur Symptom eines Vitamin-C-Mangels sein, sondern auch ein Zeichen für Vitamin-D-Mangel.

Nimmt man Vitamin D ein, dann können Zahnfleischbeschwerden günstig beeinflusst werden. Vitamin D regt die körpereigene Produktion von sog. Defensinen und Cathelicidinen an. Dabei handelt es sich um körpereigene antimikrobiell wirksame Stoffe, die an den Schleimhautoberflächen – und so auch auf dem Zahnfleisch – gegen schädliche Bakterien vorgehen und auf diese Weise vor Zahnfleischproblemen schützen können.

Vitamin D wirkt überdies entzündungshemmend und schützt ferner den Kieferknochen vor parodontitisbedingten Schäden des Zahnhalteapparates. Details dazu haben wir hier beschrieben: Zahnfleischentzündung: Die richtige Ernährung hilft

Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Demenz

Auch Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System können Symptome eines Vitamin-D-Mangels sein. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass niedrige Vitamin-D-Werte (unter 30 ng/ml) ein höheres Risiko mit sich bringen, an Bluthochdruck zu leiden.

Darüberhinaus vermutet man, dass auch die Cholesterinwerte in einem wesentlich engeren Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Spiegel stehen, als bisher angenommen. Dies lässt zumindest eine Studie vermuten, die wir hier vorgestellt haben: Vitamin-D senkt Cholesterinspiegel

In mehreren Studien stellte man ferner fest, dass das Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln und an einer solchen zu versterben, sehr viel grösser ist, wenn man einen Vitamin-D-Mangel hat: Vitamin D für die Herzgesundheit

Interessant ist dabei, dass sich die Vitamin-D-Versorgung in der Kindheit auf die Gesundheit im späteren Erwachsenenalter auszuwirken scheint, wie wir hier erklären: Arteriosklerose durch Vitamin-D-Mangel in der Kindheit

Wer nämlich schon als Kind nicht gut mit Vitamin D versorgt war, erkrankt im späteren Leben eher an einer Arteriosklerose als Menschen, die in ihrer Kindheit viel an der Sonne waren und daher auch reichlich Vitamin D zur Verfügung hatten.

Bei Kreislauf- und Gefässproblemen ist immer auch die Gehirngesundheit betroffen. Daher verwundert es nicht, dass selbst eine Demenz durch einen langjährigen Vitamin-D-Mangel mitverursacht bzw. in jedem Fall verschlimmert werden kann: Vitamin-D Mangel erhöht das Demenzrisiko

Krebs

Krebs kann sich ebenfalls eher dann entwickeln, wenn beim Betroffenen ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. Forscher des Georgetown University Medical Center in Washington DC entdeckten, dass Frauen, die gut mit Vitamin D versorgt waren, seltener Brustkrebs bekamen als Frauen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel.

Und selbst wenn eine Frau bereits Brustkrebs hatte, so wuchs ihr Krebs langsamer, wenn sie gesunde Vitamin-D-Werte hatte. Genauso können hohe Vitamin-D-Spiegel die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen reduzieren.

Details zum Zusammenhang Krebs – Vitamin D lesen Sie hier:
 

Multiple Sklerose

Schon im Mutterleib entscheidet sich häufig, für welche Krankheit man im späteren Leben besonders anfällig wird. Raucht die Mutter beispielsweise, dann erhöht sich dadurch für ihre Kinder das Risiko, später unfruchtbar zu sein. Nimmt die Mutter Medikamente während der Schwangerschaft, z. B. Paracetamol, dann kann dies das Autismusrisiko ihrer Kinder erhöhen. Leidet die Mutter nun an einem Vitamin-D-Mangel, dann besteht für das Kind eine höhere Wahrscheinlichkeit, später an Multipler Sklerose zu erkranken: Multiple Sklerose durch Vitamin-D-Mangel der Mutter in der Schwangerschaft

Aber auch später hilft das Vitamin D bei der Prävention und Therapie der Multiplen Sklerose. In einer Studie von 2006 hatten Forscher gezeigt, dass sich das Risiko, an MS zu erkranken, mit steigendem Vitamin-D-Spiegel reduzieren liess. Und im Jahr 2015 ergab sich aus einer Untersuchung der University of Toronto, dass die Einnahme von 14.000 IE pro Tag bei bestehender MS erneute Schübe verhindern konnte. Die Einnahme von nur 4.000 IE zeigte hingegen keine entsprechende Wirkung.

Knochenschwund/Osteoporose

Die Osteoporose ist natürlich DIE Krankheit, bei der inzwischen fast jeder sofort an Vitamin D denkt. Sogar in der schulmedizinischen Osteoporose-Therapie hat das Vitamin mittlerweile einen festen Platz. Denn Vitamin D spielt eine Schlüsselrolle im Knochenstoffwechsel und ermöglicht ausserdem im Darm die Resorption des Knochenminerals Calcium.

Leider sind die verordneten Vitamin-D-Dosen meist viel zu gering. Im Allgemeinen werden Präparate verschrieben, die 800 bis 1000 IE Vitamin D liefern. Der Grund ist häufig der, dass man eine Hyperkalzämie fürchtet, also einen zu hohen Calciumspiegel im Blut, der wiederum für die Nieren und auch das Herz problematisch werden könnte.

Dieses Problem entsteht jedoch insbesondere deshalb, weil älteren Menschen mit Osteoporose meist viel zu viel Calcium empfohlen wird. Denn noch immer glauben auch Ärzte, Calcium sei für die Knochen das A und O und raten daher zu reichlichem Milchprodukteverzehr und nicht selten auch zu Calciumpräparaten. Stattdessen sind für eine gute Knochengesundheit ausreichend hohe Vitamin-D-Dosen in Kombination mit Magnesium, Vitamin K2 und viel Bewegung sehr viel wichtiger als Calcium. Details dazu lesen Sie hier: Knochendichte erhöhen

Aus Beobachtungsstudien weiss man jedenfalls, dass ein Vitamin-D-Mangel insbesondere bei Frauen nach der Menopause zu einer verringerten Knochendichte beiträgt (27). Studienergebnisse zur Wirkung einer Vitamin-D-Gabe auf die Knochendichte sind uneinheitlich, meist wieder deshalb, weil viel zu geringe Vitamin-D-Dosen gegeben werden. Besprechen Sie daher – wenn Sie einen Vitamin-D-Mangel haben – mit Ihrem Arzt die hier beschriebene Vorgehensweise: Vitamin D – Die richtige Einnahme

Autismus und ADHS

Bei Kindern können sich Vitalstoffmängel auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Ist es nur ein Vitalstoffmangel (nicht nur Vitamin D, sondern auch andere, wie z. B. Vitamin B12, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren), dann bildet sich die Verhaltensstörung nach Behebung des Mangels wieder zurück. Hyperaktive oder unkonzentrierte Kinder leiden daher nicht immer an einem tatsächlichen ADHS, auch wenn sie fälschlicherweise eine solche Diagnose erhalten haben. Liegt aber nun wirklich ein ADHS vor, dann können sich auch ADHS-Symptome durch eine gute Vitamin-D-Versorgung bessern, denn ein Grossteil der betroffenen Kinder leidet an einem entsprechenden Mangel: ADHS durch Vitamin-D-Mangel?

Ähnlich verhält es sich mit autistischen Symptomen, die sich bei Vitamin-D-Supplementation häufig bessern: Vitamin D bessert Autismus-Symptome

Abgesehen davon konnte eine Studie aus den USA zeigen, dass Kinder mit einem Vitamin-D-Mangel viel häufiger schwere Krankheiten erleiden als Kinder, die einen gesunden Vitamin-D-Spiegel haben: Kranke Kinder durch Vitamin-D-Mangel?

Vorbeugung ist besser – Vitamin-D-Mangel mit der Sonne beheben

Es gibt also sehr gute Gründe, warum Sie auf Ihre persönliche Vitamin-D-Versorgung achten sollten. Kümmern Sie sich daher in der warmen Jahreszeit um regelmässige Sonnenbäder. Keine Sorge. Die richtige Vitamin-D-Versorgung setzt nicht voraus, dass Sie stundenlang in die Sonne liegen und damit das Risiko einer Hautkrebserkrankung in Kauf nehmen müssen.

Für die Stimulierung der Vitamin-D-Bildung in der Haut genügen im Sommer bei einer intensiven Sonneneinstrahlung und bei hellhäutigen Menschen bereits wenige Minuten. Ja, es ist sogar so, dass ein sehr viel längeres Sonnenbad die Vitamin-D-Bildung gar nicht mehr erhöhen würde und daher auch nicht sinnvoll wäre, da sich der Organismus automatisch vor einer Vitamin-D-Überdosierung schützt. Bei bedecktem Himmel muss der Aufenthalt im Freien länger sein, doch ist dann auch die Hautkrebsgefahr nur gering bzw. gar nicht vorhanden.

Beachten Sie, dass Sonnenschutzmittel die für die Vitamin-D-Bildung erforderliche UV-B-Strahlung blockieren können (besonders Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor), so dass Sie in den ersten Minuten Ihres Sonnenbades ohne Sonnenschutzmittel bleiben sollten. Details dazu hier: Sonnenmilch – Der Vitamin-D-Feind

Falls regelmässige Aufenthalte im Freien für Sie nicht möglich sind, sollten Sie unbedingt eine entsprechende Vitamin-D-Supplementierung mit Vitamin-D3-Kapseln ins Auge fassen.

Berücksichtigen Sie dabei auch, dass der Organismus im Winter das nötige Vitamin D aus seinen körpereigenen Vorräten nehmen muss, da die Sonneneinstrahlung im Winter für eine Vitamin-D-Bildung in Mitteleuropa nicht ausreicht. Die Einnahme von Vitamin D ist also besonders in den Wintermonaten äusserst empfehlenswert, denn über die Ernährung lässt sich der Vitamin-D-Bedarf nicht decken.

Vitamin-D-Mangel beheben: Lebensmittel liefern zu wenig Vitamin D

Wer an einem Vitaminmangel leidet, kann diesen normalerweise leicht mit einer gezielten Ernährungsweise beheben. Beim Vitamin D verhält es sich jedoch anders. Das Vitamin ist nur in wenigen Lebensmitteln enthalten und auch diese liefern meist nur geringe Mengen des Vitamins.

Vitamin-D-Spuren finden sich in Milch- und Fleischprodukten, die jedoch nicht zur Deckung des Vitamin-D-Bedarfs ausreichen, es sei denn, man mag täglich 1,5 Kilogramm Hühnerleber, 20 Kilogramm Joghurt oder 10 Kilogramm Käse essen.

Relevante Vitamin-D-Mengen liefern lediglich manche Fischarten, wie etwa Aal, Sardinen, Sprotten, Hering u. a., wovon man aber höchstwahrscheinlich auch nicht gerade jeden Tag essen möchte – vor allem dann nicht, wenn man die Giftbelastung vieler Fangfische, die Medikamentenrückstände im Fisch aus Aquakulturen und die Überfischung der Meere in Betracht zieht.

Vitamin-D-Quelle Pilze

Früchte, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte liefern überhaupt kein Vitamin D. Pflanzliche Vitamin-D-Quellen sind lediglich Pilze (2 – 3 µg/100g) und Avocados (3 µg/100g).

Bei Pilzen hängt der Vitamin-D-Gehalt davon ab, ob die Pilze Kontakt zu Tageslicht hatten oder nicht. Wer möchte, kann zu Hause seine gekauften Pilze mit Vitamin D anreichern. Dies gelingt, wenn man die Pilze einige Zeit in die Sonne legt. Die genaue Vorgehensweise haben wir hier beschrieben: Pilze: Die vegane Vitamin-D-Quelle

Pilze jedoch, die ohne diese Extra-Behandlung verzehrt werden oder auch Avocados liefern nicht genügend Vitamin D, um den Bedarf zu decken.

Der Vitamin-D-Bedarf

Der Vitamin-D-Bedarf wird für Erwachsene zwar offiziell mit 20 µg (= 800 IE) angegeben. Fortschrittlichere Ärzte raten jedoch zu einem Vielfachen dieser Vitamin-D-Menge – nicht zuletzt, da Erfahrungswerte längst zeigen, dass ein Vitamin-D-Mangel mit diesen geringen Vitamin-D-Gaben selten in einem überschaubaren Zeitraum behoben werden kann, wenn überhaupt.

Der tatsächliche Vitamin-D-Bedarf dürfte daher pro Tag bei bis zu 7.000 IE liegen, wie man vor einigen Jahren feststellte: Bisherige Vitamin-D-Empfehlung: Ein Rechenfehler

Kein Wunder geht man bei schweren Krankheiten längst von viel höheren Bedarfsmengen als den offiziell angegebenen aus. Bei Multipler Sklerose ist es die neunfache Menge Vitamin D (ca. 180 µg) und zur Krebsprophylaxe gar die zwölffache Menge (ca. 240 µg).

Vitamin-D-Mangel beheben: Die Vorgehensweise

Will man nun abklären, ob so manche Symptome oder Krankheiten, an denen man leidet, womöglich auch etwas mit einem Vitamin-D-Mangel zu tun haben könnten, empfehlen wir
 

  1. den Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen (beim Arzt oder mit einem Heimtest) und
  2. je nach Ergebnis der Blutuntersuchung ein Vitamin-D-Präparat in der individuell erforderlichen Dosis einzunehmen.
     

Wie der Vitamin-D-Test funktioniert, wie Sie anschliessend Ihr Ergebnis einschätzen können und welche Dosis Vitamin D Sie nun benötigen, haben wir ausführlich hier erklärt: Vitamin D – Die richtige Einnahme

Vitamin-D-Mangel: Die Symptome beheben

Natürlich werden Sie oft schon allein mit der Einnahme von ausreichend Vitamin D enorme Fortschritte in Ihrem Befinden feststellen, besonders dann, wenn zuvor ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel vorgelegen hatte. Viele Symptome können abklingen oder gar ganz verschwinden.

Vergessen Sie jedoch nicht all die anderen Faktoren, die ebenfalls zu einer guten Gesundheitsvorsorge gehören. Denn Vitamin D ist natürlich wichtig, doch ist eine gute Vitamin-D-Versorgung nicht der einzige Aspekt, der zum Gesundsein gehört. 

Weitere ganzheitliche Massnahmen, die Ihnen helfen gesund zu bleiben oder es zu werden, sind die folgenden:
 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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