Vitamin-D-Mangel führt zu zahlreichen Erkrankungen

Nahezu jede Körperzelle ist zur optimalen Steuerung ihrer intrazellulären Prozesse auf das Vitamin D angewiesen, daher erfüllt es auch unzählige Aufgaben im Körper. Die Vielfältigkeit seines Aufgabenbereichs zeigt auch gleichzeitig, dass ein Mangel an Vitamin D zu den unterschiedlichsten gesundheitlichen Problemen führen kann.

Wenn der Körper zur Herstellung des Vitamin D auf das Sonnenlicht angewiesen ist wird klar, dass ein Sonnenlichtmangel viele Körperzellen - und somit viele Organe - in ihrer Funktion beeinträchtigen wird.

Dies erklärt die Vielfalt der möglichen Erkrankungen, die durch einen Vitamin-D-Mangel entstehen können.

Sonnencreme verhindert die Vitamin-D-Produktion

Das grösste Problem in diesem Zusammenhang ist, dass sich heute immer mehr Menschen kaum noch im Freien aufhalten und wenn, dann wird die Haut mit Sonnencremes "geschützt", so dass die wichtigen UVB-Strahlen gar nicht mehr auf die Haut gelangen können.

Hinzu kommt das allgegenwärtige Kunstlicht, dem viele Menschen den ganzen Tag über ausgesetzt sind. Dieses Licht kann die Vitamin-D3-Produktion im Körper jedoch nicht anregen. Um die Notwendigkeit einer ausreichenden Sonnenbestrahlung noch einmal zu verdeutlichen möchten wir Ihnen die möglichen gravierenden Folgen eines Vitamin-D3-Mangels anhand von 9 verschiedenen Erkrankungen und Leiden nachstehend aufzeigen.

  1. Grippe: Es ist allseits bekannt, dass vor allem in der Winterzeit viele Menschen an der Influenza, der Grippe, erkranken. Diese Erkrankung beruht auf einer Abwehrschwäche des Immunsystems gegenüber den Grippeviren. In den Sommermonaten hingegen erkranken die wenigsten Menschen an einer Grippe, denn das ausreichend vorhandene Sonnenlicht (Vitamin D) stärkt das Immunsystem. Mittlerweile konnten mehrere Studien anschaulich belegen, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel deutlich häufiger an Grippe erkrankten als jene, deren Spiegel als normal galt. Diese Erkenntnisse zeigen, welchen Einfluss das Vitamin D auf unser Immunsystem hat.
  2. Asthma: Wenn auch letztlich noch nicht vollends geklärt ist, welcher Auslöser generell für asthmatische Erkrankungen verantwortlich ist, so deutet neuste Forschung doch darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel zumindest einen sehr bedeutenden Faktor bei der Entstehung dieser Erkrankung darstellt. Bei Kindern konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass ausreichende Mengen Vitamin D sowohl den Schweregrad der Erkrankung, als auch die Häufigkeit der auftretenden Asthma-Symptome reduzieren konnte. Lesen Sie weitere Artikel über: Asthma natürlich lindern Die Erklärung liegt darin, dass Vitamin D zum einen das Immunsystem stärkt (siehe oben) und zum anderen die Produktion jener Blutzellen fördert, die entzündliche Reaktionen im Körper hemmen. Diese wundervollen Eigenschaften des Vitamin D beschränken sich selbstverständlich nicht nur auf den kindlichen Organismus. Lesen Sie auch: Asthmatiker brauchen Vitamin-D
  3. Bluthochdruck: Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie, die im Fachmagazin Journal of Investigative Medicine publiziert wurde, bestätigte, dass sich der Blutdruck von Patienten deutlich verbesserte, nachdem ihre Vitamin-D-Werte im Blut angehoben wurden. Je höher der Vitamin-D-Spiegel, umso niedriger war der Blutdruck.
  4. Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED): Zahlreiche Studien aus Europa, Indien und den Vereinigten Staaten haben einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Werten im Blut und einer erhöhten Erkrankungsrate an Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und anderen CEDs nachweisen können. Bei diesen sogenannten Autoimmunerkrankungen kommt es zu chronisch entzündlichen Veränderungen des Darms. In welcher Weise das Vitamin D hier hilfreich eingreifen kann, wissen Sie längst (siehe Asthma).
  5. Typ-2-Diabetes: Eine im Jahr 2011 im Fachmagazin AIDS veröffentlichte Studie hatte erbracht, dass ein Vitamin-D-Mangel die Symptome des metabolischen Syndroms (Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörung) bei HIV-Patienten verstärken kann. In dem Zusammenhang stellten die Wissenschaftler gleichzeitig fest, dass ausreichend große Mengen an Vitamin D im Blutkreislauf das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, generell senken. Hierbei spielte es keine Rolle, ob die Vitamin-D-Produktion durch das Sonnenlicht in Gang gesetzt wurde oder ob entsprechende Mengen des Vitamin D3 in Form einer Nahrungsergänzung zugeführt wurden.
  6. Karies: Auch an dieser Zahnerkrankung ist ein Vitamin-D-Mangel beteiligt. Dieser Zusammenhang wurde bereits in den 40er Jahren erkannt, doch es wurde - warum auch immer - nicht weiter daran geforscht. Heute gibt es jedoch glücklicherweise zahlreiche aktuelle Studien die belegen, dass optimale Vitamin-D-Mengen sehr wichtig für widerstandsfähige Zähne sind, denn ein Mangel an Vitamin D führt zu vermehrtem Kariesbefall. Die Erklärung hierfür liegt darin begründet, dass Vitamin D die Bildung körpereigener antibakteriell wirkender Peptide (kurze Aminosäureketten) anregt, die wiederum die Bildung von kariesauslösenden Bakterien hemmen. Daher sollten die Vorteile einer Vitamin-D-Einnahme auch in Zahnarztpraxen deutlich stärker berücksichtigt werden.
  7. Rheumatische Arthritis: Eine aktuelle Forschungsstudie aus Kanada entdeckte einen signifikanten Zusammenhang zwischen dieser Erkrankung und zu geringen Vitamin-D-Werten. Tatsächlich konnte bewiesen werden, dass Menschen mit dem niedrigsten Calcidiol*-Blutwert bis zu fünfmal anfälliger sind, an Rheumatischer Arthritis und verwandten Leiden zu erkranken. Die Entzündungsaktivität innerhalb der Gelenke, bei der auch Knochen, Knorpel und andere Strukturen des Gelenks zerstört werden können, steigt mit abnehmendem Vitamin-D-Spiegel immer weiter an. Aus diesem Grund ist auch bei dieser Erkrankung ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel immens wichtig.
    * Calcidiol ist eine Vorstufe des aktiven Vitamin D
  8. Krebs: Ob es sich um Brust-, Prostata-, Gebärmutter-, Dickdarm-, Speiseröhren-, Magen-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- oder Nierenkrebs handelt; alle hier genannten Krebserkrankungen scheinen Untersuchungen zufolge vor allem unter Bevölkerungsgruppen verbreitet zu sein, die geringe Vitamin-D-Werte aufweisen. Zugleich unterliegen Menschen mit optimalen Vitamin-D-Werten einem vergleichsweise deutlich geringeren Risiko, an Krebs zu erkranken. Folglich sollte auch bei Krebspatienten der Vitamin-D-Spiegel gemessen und ein möglicher Mangel behoben werden.
  9. Haarausfall bei Frauen: Andere Studien haben gezeigt, dass ein geringer Vitamin-D-Spiegel im Blut zu Haarausfall bei Frauen beitragen kann. Im Umkehrschluss kann eine optimale Vitamin-D-Versorgung zur Linderung des Haarausfalls bei Frauen beitragen.
  10. Neurodermitis: Diese Erkrankung geht häufig mit einem eklatanten Vitamin-D-Mangel einher. Viele Studien belegen diesen Zusammenhang. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass ein Mangel an Vitamin D das Risiko für Neurodermitiker erhöht, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Zudem wurde nachgewiesen, dass die häufig auftretenden bakteriellen Hautinfektionen bei Neurodermitikern in direkter Verbindung zu einem Vitamin-D-Mangel stehen.

Tipps zur Vitamin-D-Versorgung

Eine Überprüfung Ihres Vitamin-D-Spiegels können Sie durch Ihren Hausarzt veranlassen. Nahezu jeder Praxis ist an ein Labor angeschlossen, das diese Spezialuntersuchung vornehmen kann. Da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dieser Untersuchung nicht übernehmen, müssen Sie sie selbst tragen. Es ist sinnvoll, die Messung im Herbst und im Frühjahr durchführen zu lassen. So können Sie sehen, ob Ihre Vitamin D-Vorräte für den sonnenarmen Winter ausreichen und ob Sie bis zum Frühjahr hin Ihr Vitamin-D-Niveau halten konnten. Lassen Sie lediglich das einfache 25-OH-Vitamin D bestimmen. Hierbei handelt es sich um das oben beschriebene Calcidiol - einer Vorstufe des aktiven Vitamin D3.

In der Urlaubszeit am Meer oder in den Bergen müssen Sie natürlich sehr darauf achten, dass die Sonne Ihre Haut nicht verbrennt. Besonders die Haut hellhäutiger Menschen ist hier gefährdet. Für diese Hauttypen reicht ein kurzer Sonnenaufenthalt (ca. 10 Minuten) ohne Sonnenschutz aus, um die Vitamin-D-Produktion anzukurbeln. Natürlich sucht man sich dazu nicht gerade die Mittagszeit aus.

Danach sollte ein Sonnenschutz mit einem entsprechenden Lichtschutzfaktor verwendet werden. Alle anderen Hauttypen können sich länger (ca. 30 bis 45 Minuten) ungeschützt in der Sonne aufhalten. Danach sollten sie sich jedoch ebenfalls eincremen. Generell ist die Mittagssonne zu meiden.

Wenn Sie in den Wintermonaten zur Anhebung Ihres Vitamin-D-Spiegels hin und wieder ein Sonnenstudio aufsuchen, sollten Sie unbedingt nach einer Sonnenbank fragen, die UVB-Strahlung abgibt. Das übliche UVA-Licht kann die Vitamin-D-Produktion nicht anregen.

Sollte es Ihnen tatsächlich nicht möglich sein, Ihren Vitamin-D-Spiegel über das Sonnenlicht zu optimieren, empfehlen wir die tägliche Einnahme von Vitamin D3 als Nahrungsergänzung. Wichtig ist, Vitamin D nicht so zu dosieren, wie es die Freundin empfiehlt, sondern gemäss dem individuellen Ist-Wert und dem erwünschten Zielwert. Genaue Informationen zur richtigen individuellen Vitamin-D-Dosierung finden Sie hier: Vitamin D - Die richtige Einnahme

Quellen

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