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Reizdarm – Symptome, Ursachen und Mittel

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 20.08.2019
Reizdarm – Symptome, Ursachen und Mittel
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Ein Reizdarm wird meist dann diagnostiziert, wenn der behandelnde Arzt keine organische Ursache für die vorhandenen chronischen Darmbeschwerden finden kann. Zu den Symptomen eines Reizdarm-Syndroms gehören Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall oder auch Verstopfung. Das Reizdarm-Syndrom ist heutzutage die am häufigsten gestellte Diagnose in gastroenterologischen Praxen. Wir stellen mögliche Ursachen eines Reizdarmes vor und auch die passenden ganzheitlichen Mittel, unter anderem die besten Tees gegen Reizdarm.

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter einem Reizdarm?

Der Reizdarm (auch Reizkolon oder Colon irritabile genannt) gehört zu den psychosomatisch bedingten funktionellen Darmerkrankungen. Das bedeutet, dass "lediglich" die Funktion des Darmes gestört ist, nicht aber das Organ an sich. Im Grunde handelt es sich also um die Bezeichnung für eine Gruppe von Symptomen, für die dem behandelnden Arzt keine andere Diagnose einfällt. Übrig bleibt infolgedessen die Vermutung, dass wohl alles psychisch bedingt sei, da keine Ursachen gefunden werden.

Interessant ist hier jedoch, dass die meisten Menschen, die die Diagnose "Reizdarm" erhalten haben, in Wirklichkeit gar kein Reizdarm-Syndrom haben. Denn für die typischen Reizdarm-Symptome kann es Ursachen geben, die mit den üblichen Diagnoseverfahren gar nicht entdeckt werden.

Wie wird ein Reizdarm diagnostiziert?

Zur Diagnose eines Reizdarmes bzw. zum Ausschluss anderer Erkrankungen werden Magen- und Darm-Spiegelungen vorgenommen, Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen durchgeführt, und wenn dabei alles in Ordnung ist, also keine Ursachen gefunden werden, gilt der Patient organisch als völlig gesund, bekommt aber – da er definitiv unter den typischen chronischen Darmbeschwerden leidet – die Diagnose Reizdarm.

Einerseits ist das für den Patienten natürlich sehr beruhigend, wenn man ihm mitteilt, dass er KEINEN Darmkrebs hat, KEINE chronisch-entzündliche Darmerkrankung, KEINE bedenkliche Lebererkrankung und seine Organe auch sonst KEINEN auffälligen Befund zeigen.

Dramatisch daran ist jedoch, dass die Symptome allein durch den Ausschluss dieser ernsthaften Erkrankungen keineswegs verschwinden, sondern nach wie vor – und zwar meist sehr nachdrücklich – präsent sind, den Alltag des betreffenden Menschen enorm beeinträchtigen und der Patient jetzt – wo er weiss, dass er anscheinend vollständig gesund ist – keine Ahnung hat, was er als Nächstes tun soll.

Welche Symptome hat ein Reizdarm-Syndrom?

Die Symptome des Reizdarms umfassen insbesondere immer wiederkehrende Blähungen und Blähbauch, Verstopfung oder auch Durchfall (mit überwältigendem, also plötzlichem und kaum zurückhaltbarem Stuhldrang) sowie Bauchkrämpfe, die jedoch nach dem Stuhlgang vorübergehend besser werden. Nachts sind die meisten (echten!) Reizdarm-Patienten beschwerdefrei. Zusätzlich können auch Beschwerden wie Sodbrennen und Übelkeit dazu kommen.

Welche Reizdarm-Typen gibt es?

Es gibt drei verschiedene Reizdarm-Typen:

  • Menschen mit einem Durchfall-Reizdarm (Diarrhoe-prädominantes Reizdarm-Syndrom)
  • Menschen mit einem Verstopfungs-Reizdarm (Obstipations-prädominantes Reizdarm-Syndrom)
  • Menschen mit einem Reizdarm, bei dem Verstopfung und Durchfall abwechseln

Bei manchen Menschen äussert sich das Reizdarm-Syndrom also bevorzugt in Verstopfung (mit Blähungen und Bauchschmerzen), bei anderen Menschen hingegen überwiegt der Durchfall (wiederum mit Blähungen und Bauchschmerzen) und die dritte Gruppe leidet abwechselnd unter Durchfall und Verstopfung und hat ebenfalls Blähungen und Bauchschmerzen.

Welche Ursachen können Reizdarm-Symptome haben?

Bei der Mehrheit der Menschen mit Reizdarm-Diagnose liegt kein Reizdarm-Syndrom vor, sondern eine der folgenden Problematiken, die allesamt – zur grossen Erleichterung der Patienten – therapierbar sind.

Daher sollte sich kein Patient mit der Diagnose Reizdarm zufrieden geben, solange nicht die nachfolgenden Möglichkeiten – die sich ebenfalls in den typischen Verdauungsbeschwerden äussern können – ausgeschlossen wurden.

Liegt eine Bauchspeicheldrüsenschwäche vor?

Zunächst könnte an eine Bauchspeicheldrüsenschwäche oder an eine Gallenfunktionsstörung gedacht werden. Bei diesen beiden Möglichkeiten – die mit einer preiswerten Stuhluntersuchung ausgeschlossen oder bestätigt werden können – treten die Beschwerden insbesondere nach fetten Speisen auf.

Liegt eine Intoleranz vor?

Sehr häufig leiden die sog. Reizdarm-Patienten in Wirklichkeit an einer oder mehreren Nahrungsmittelintoleranzen. In diesem Fall treten die Symptome meist sehr spezifisch, also ausschliesslich nach dem Verzehr der entsprechenden Lebensmittel auf. So zeigen sich Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall bei der Fructoseintoleranz nach Früchten oder zuckerhaltigen Mahlzeiten und bei der Histaminintoleranz häufig nach einem Glas Rotwein, nach lange gereiftem Käse oder Sauerkraut.

Ähnliche Symptome zeigen sich bei der Laktoseintoleranz unmittelbar im Anschluss an eine milchhaltige Mahlzeit; und eine Sorbitintoleranz meldet sich, wenn sorbithaltige Kaugummis gekaut oder andere sorbithaltige (Diät- oder Light-)Nahrungsmittel gegessen oder getrunken werden.

Eine Zöliakie, die ebenfalls die typischen Darmbeschwerden nach sich zieht und beim Genuss von glutenhaltigen Back- und Teigwaren auftritt, wird meist bereits im Zuge der üblichen Diagnoseverfahren ausgeschlossen, nicht aber eine Glutenintoleranz.

Zwar spricht sich die Existenz von Nahrungsmittelunverträglichkeiten langsam herum, doch gibt es immer noch sehr viele Ärzte, die sich damit nicht auskennen und bei einem Reizdarm-Syndrom erst dann die entsprechenden Tests durchführen, wenn der Patient darauf besteht.

Weiss der Patient jedoch selbst nichts über diese Thematik, dann kann er auch keine Tests veranlassen und isst womöglich unwissend Tag für Tag jene Lebensmittel, die seine Beschwerden auslösen. Mehr Details zu den Intoleranzen, insbesondere zur Fructoseintoleranz finden Sie hier: Fructoseintoleranz

Liegt eine Allergie vor?

In manchen Fällen leidet der Patient auch unter einer Nahrungsmittelallergie auf eines oder einige verschiedene Nahrungsmittel. Ein Ernährungstagebuch kann hier wertvolle Dienste leisten, um mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und den auftretenden Beschwerden aufzuspüren.

Auch sollte an eine mögliche Unverträglichkeit von Medikamenten gedacht werden, die regelmässig eingenommen werden. So sind Fälle von Patienten bekannt, die jahrelang Acetylsalicylsäure (ASS) nahmen, "plötzlich" Darmbeschwerden entwickelten und schliesslich ein kompetenter Therapeut herausfand (über die Allergiediagnostik), dass genau dieses Präparat beim betreffenden Patienten zu einer Darmentzündung geführt hatte und diese wiederum die Entstehung von Nahrungsmittelallergien begünstigen konnte.

Liegt ein Mastzellaktivierungssyndrom vor?

Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass viele Patienten zwar die Symptome eines Reizdarmes zeigen oder auch einer Fibromyalgie, aber in Wirklichkeit weder am einen noch am anderen leiden, sondern bei ihnen das sog. Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) vorliegt. Ein MCAS aber könnte recht gut behandelt werden, was für manche Patienten bedeutet, dass sie ein Leben lang leiden müssen, obwohl es eine unkomplizierte Therapie für ihre Beschwerden gäbe, sie diese nur deshalb nicht erhalten, weil niemand an die entsprechende Diagnose denkt.

Wir haben die Hintergründe und Therapiemöglichkeiten des MCAS hier erklärt.

Liegt ein Vitaminmangel vor?

Es ist kaum vorstellbar, dass ein einfacher Vitaminmangel Symptome wie die eines Reizdarmes auslösen können soll. Doch hat sich gezeigt, dass sowohl ein Vitamin-D-Mangel als auch ein Vitamin-B12-Mangel besonders häufig bei Reizdarmpatienten vorliegen. Beim Vitamin B12 könnte man nun davon ausgehen, dass bei einem Reizdarm eben die Resorption gestört ist und es somit als Folge des Reizdarms zu einem B12-Mangel kommt.

Ein Vitamin-B12-Mangel kann aber auch zu mentalen Problemen führen, wie Depressionen, Stimmungsschwankungen und Angstzuständen, was daran liegt, dass das Vitamin an der Bildung der entsprechenden Neurotransmitter (Serotonin und Dopamin) beteiligt ist. Besteht hier ein Ungleichgewicht, treten psychische Störungen auf. Diese aber können sich nun über die sog. Darm-Hirn-Achse umgehend auf den Darm auswirken und so u. U. auch ein Reizdarm-Syndrom auslösen.

In der Praxis jedenfalls bessert sich ein Reizdarm-Syndrom häufig, wenn ein bestehender Vitamin-B12-Mangel behoben wird, so dass es sich in jedem Fall lohnt, einen entsprechenden Test machen zu lassen und, falls sich ein Mangel ergibt, diesen zu beheben.

Genauso sollte natürlich auch ein Vitamin-D-Mangel überprüft und ggf. behoben werden.

Erst wenn sich all die oben genannten Möglichkeiten nicht bestätigen, könnte tatsächlich ein echtes Reizdarm-Syndrom vorliegen.

Welche Ursachen kann das echte Reizdarm-Syndrom haben?

Ein Viertel aller Reizdarm-Syndrome soll sich interessanterweise infolge von Antibiotika-Therapien entwickelt haben, die gegen entzündliche Magen-Darm-Probleme eingenommen wurden.

Da Antibiotika nicht nur die Darmflora, sondern auch die Darmschleimhaut schädigen können, ist davon auszugehen, dass Reizdarm-Patienten in den meisten Fällen unter einer gestörten Darmflora und in manchen Fällen unter Schäden der Darmschleimhaut leiden, so dass diese beiden Aspekte in die Therapie miteinbezogen werden sollten.

Ein weiterer sehr grosser Teil der Patienten berichtet von ernsthaften Traumen (z. B. Missbrauch in der Kindheit), so dass das echte Reizdarm-Syndrom auch die Folge von seelischen Konflikten und Belastungen aus der Vergangenheit, aber auch - und sicher nicht selten - die Folge von Dauerstress in der Gegenwart darstellen kann.

Was kann man beim echten Reizdarm tun?

Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc. ausgeschlossen wurden, dann empfehlen sich beim echten Reizdarm-Syndrom die folgenden Massnahmen:

Darmreinigung bei einem Reizdarm

Ziehen Sie eine Darmreinigung in Betracht, da eine solche die Darmflora aufbauen sowie die Darmschleimhaut regenerieren hilft. Eine effektive Darmreinigung besteht aus drei Komponenten: Bentonit, Flohsamenschalenpulver und einem Probiotikum. Flohsamenschalenpulver führte in einer Studie mit Reizdarmpatienten beim Grossteil der Teilnehmer zu einer Verbesserung des sog. Symptomscores um 90 Punkte (Kleie führte nur zu einer Verbesserung um 58 Punkte).

Bentonit ist eine Mineralerde, die eine hohe Bindungsfähigkeit besitzt und daher nicht nur Toxine, sondern auch Darmgase binden und auf diese Weise zu deren unauffälligen Ausscheidung führen kann. Gemeinsam mit dem Flohsamenschalenpulver sorgt Bentonit ausserdem für die Stuhlregulierung und für eine leichte Ausscheidung des Stuhls, reinigt die Schleimhautzotten, beruhigt die Darmschleimhaut und begünstigt die Ansiedlung der hilfreichen Darmbakterien aus dem Probiotikum. Lesen Sie die Details zur Durchführung der Darmreinigung

Bei Vorliegen eines Reizdarm-Syndroms sollte mit niedrigen Dosen der Darmkur-Komponenten begonnen werden, um auszutesten, wie die einzelnen Bestandteile vertragen werden.

Helfen Kräuterpräparate bei einem Reizdarm?

Beruhigende Kräuterpräparate, die zum Einsatz kommen können, sind z. B. Hopfen, Baldrian, Melisse, Passionsblume, Pfefferminze etc. Bei Studien zeigte die Pfefferminze deutlich lindernde Auswirkungen auf die beim Reizdarm-Syndrom auftretenden Bauchschmerzen. Da der dafür verantwortliche Wirkstoff in Tees jedoch nur schwach dosiert ist, wird ein spezielles, höherdosiertes Pfefferminzöl-Fertigpräparat empfohlen, das in der Apotheke erhältlich ist. Achten Sie darauf, dass es sich um magensaftresistente Kapseln handelt, damit das Öl erst im Dünndarm wirkt (also nicht schon im Magen).

Bei einem Reizdarm Kurkuma verwenden

Kurkuma in Form von Tees, Gewürz oder auch in Form von speziellen Kurkumapräparaten hat vielseitige positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So soll das Gewürz aus der gelben Wurzel das Tumorwachstum hemmen, aber auch entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Kurkuma soll ausserdem die Fettverdauung verbessern und wird inzwischen verstärkt auch bei funktionellen Verdauungsbeschwerden wie dem Reizdarm-Syndrom eingesetzt.

Magnesium bei einem Reizdarm

Magnesium reduziert grundsätzlich die Neigung zu Krämpfen und so auch die Neigung zu Bauchkrämpfen. Da Magnesium ab bestimmten, individuellen Dosen zu dünnem Stuhl führen kann, eignet es sich besonders für Patienten mit obstipations-prädominantem Reizdarm.

Doch auch Reizdarmpatienten mit Durchfall müssen nicht an Magnesiummangel leiden und können versuchen, ihren Magnesiumspiegel mit Hilfe von chelatiertem Magnesium (z. B. Magnesiumglycinat) zu heben. Chelatiertes Magnesium ist leichter verträglich und führt selten zu Magen-Darm-Irritationen. Weitere Informationen zur Wahl des richtigen Magnesiumpräparates finden Sie hier: Das beste Magnesium-Präparat

Psychotherapie könnte hilfreich sein

Eine begleitende Psychotherapie ist in jedem Fall empfehlenswert, da nicht nur alle Problematiken, die möglicherweise zum Reizdarm-Syndrom geführt haben, mit einem versierten Therapeuten besprochen werden können, sondern auch jene, die erst durch das Reizdarm-Syndrom entstanden sind.

Johanniskraut den Antidepressiva bevorzugen

Da das Reizdarm-Syndrom (zum jetzigen Stand der Wissenschaft) eine psychosomatische Erkrankung darstellt, leiden die Betroffenen häufig unter Depressionen – ob diese nun die Ursache oder die Folge des Reizdarm-Syndroms sind, dürfte nicht einheitlich zu klären sein. Reizdarm-Patienten jedenfalls wird oft ein Antidepressivum verschrieben. Wenn dieses nach einigen Wochen zu einer Besserung der Beschwerden führt, gilt das als Bestätigung der Reizdarm-Diagnose. In einem solchen Fall könnten – in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten – die nebenwirkungsärmeren Johanniskrautpräparate die üblichen Antidepressiva ersetzen.

Stressmanagement/Entspannung überdenken

Da kaum ein Organ so unmittelbar auf Stress reagiert wie der Darm, sind ein effektives Stress-Management und wirksame Entspannungstechniken (Autogenes Training, entspannende Bäder, Massagen etc.) unumgänglich. Akute Beschwerden (Durchfall, Blähungen) können sich schon allein aufgrund einer einzigen aufregenden Situation ergeben. Durch anhaltende Stress-Phasen jedoch können sich – vor allem, wenn zusätzlich auch die Ernährung zu wünschen übrig lässt – chronische Magen-Darm-Beschwerden entwickeln.

Welche Tees helfen bei einem Reizdarm?

Zusätzlich können ausgewählte Heilkräutertees beim Reizdarm-Syndrom helfen und die Beschwerden lindern.

Pfefferminztee bei einem Reizdarm

Die Pfefferminze ist die bekannteste Heilpflanze für das Reizdarm-Syndrom. In einem Review von 2014 zeigte sich, dass die Pfefferminze beim Reizdarm-Syndrom die Beschwerden deutlich besser lindern konnte als Placebopräparate. Ausgewertet wurden in dieser Arbeit neun Studien mit insgesamt über 700 Patienten, die jeweils mindestens zwei Wochen lang ätherisches Pfefferminzöl nutzten (in magensaftresistenten Kapseln).

Das krampflösende Öl konnte die typischen Reizdarmbauchschmerzen bessern. Gelegentlich berichteten die Probanden von Sodbrennen, was jedoch bei einem Pfefferminztee nicht auftreten wird, da dessen Konzentration an ätherischen Ölen geringer ist. Dennoch ist seine beruhigende Wirkung auf den Darm bewiesen. So haben Studien gezeigt, dass Pfefferminztee Bauchkrämpfe lindert und die Leber bei der Entgiftung unterstützen kann.

Inhaliert man das Pfefferminzöl oder reibt man es – verdünnt in ein Basisöl (Mandelöl, Avocadoöl, Jojobaöl) – in die Haut, ist das Öl ebenfalls nebenwirkungsfrei.

Kurkumatee bei Reizdarm

Kurkuma ist eine weitere Heilpflanze, die beim Reizdarm-Syndrom zum Einsatz kommen kann. In einer Studie aus dem Jahr 2005 untersuchte man die Wirkung von Curcumintabletten auf die Symptome des Reizdarm-Syndroms. Die Teilnehmer nahmen 1 bis 2 dieser Tabletten über 8 Wochen hinweg. Anschliessend zeigte sich, dass die Bauchschmerzen besser waren und zwei Drittel der Probanden von einer allgemeinen Besserung ihrer Symptome berichteten.

Eine aktuellere Studie von 2016 stellte fest (allerdings nicht am Menschen), dass Kurkuma bei Darmerkrankungen entzündungshemmende Wirkung hatte. Wer keine Curcuminpräparate einnehmen möchte, kann Kurkuma verstärkt in den Speiseplan einbauen, da auch das natürliche Gewürz (die frische Wurzel oder das Pulver) bekannt dafür ist, Entzündungen zu lindern und antioxidative Eigenschaften mit sich zu bringen – was beides gerade bei einem gereizten Darm eine Wohltat ist.

Da Kurkuma – wenn in grösseren Mengen verzehrt – das Blut u. U. „verdünnen“ könnte und den Gallenfluss anregt, sollten Menschen, die Blutverdünner nehmen oder Gallenprobleme haben, vor der Anwendung von Kurkuma oder Curcumin mit ihrem Arzt sprechen.

Aus Kurkuma lässt sich überdies wunderbar ein Tee zubereiten, ja, es gibt ihn sogar bereits in Teebeuteln zu kaufen. Wirkungsvoller dürfte er jedoch sein, wenn man ihn aus der frischen Wurzel oder dem gemahlenen Kurkumapulver herstellt. Zur Geschmacksverbesserung kann man das Kurkuma hervorragend mit Zimt und Ingwer mischen. Ein Rezept dazu finden Sie in unserer Rezepterubrik, das umso interessanter ist, da auch Ingwer eine bewährte Heilpflanze beim Reizdarm-Syndrom darstellt.

Ingwertee bei einem Reizdarm

Ingwer wird in vielen östlichen Heilweisen – sei es im Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin – bei Beschwerden infolge eines nervösen Verdauungssystems verordnet. Überzeugende wissenschaftliche Studien zum Einsatz des Ingwers beim Reizdarm-Syndrom fehlen noch, doch weiss man, dass der Ingwer entzündungshemmend wirkt, die Magenschleimhaut stärkt und sich positiv auf die Darmperistaltik auswirkt – und damit schon allein drei Eigenschaften mit sich bringt, die ein Reizdarm-Syndrom bessern könnten.

Wer Fruchtsäfte gut verträgt, kann sich auch ab und an diesen alkoholfreien Punsch zubereiten, der reichlich frischen Ingwer enthält. Ansonsten wird ein Ingwertee am einfachsten so hergestellt:

Man nimmt pro grosser Tasse (250 ml) ein daumennagelgrosses Stück frischen Ingwer, gibt es in den Mixer, giesst nicht mehr ganz heisses Wasser darüber, mixt eine Minute und trinkt das Ingwerwasser sofort.

Fencheltee bei einem Reizdarm

Auch Fencheltee ist ein sehr empfehlenswerter Tee beim Reizdarm-Syndrom. Fenchel entspannt die Darmwände und wirkt gegen Blähungen. Fencheltee schmeckt mit seinem süssen Aroma zudem sehr angenehm und kann beispielsweise mit Kurkuma gemischt werden.

In einer Studie wurde genau diese Kombination – Fenchel und Kurkuma – untersucht. Dazu erhielten 121 Teilnehmer einen Monat lang die ätherischen Fenchel- und Kurkumaöle und erlebten eine deutliche Besserung ihrer Reizdarmsymptome, was in der Placebogruppe nicht der Fall war.

Kamillentee bei einem Reizdarm

Kamillentee ist wohl DER traditionelle Magen-Darm-Tee schlechthin. Er gilt als beruhigend und entspannend, obwohl es nicht viele Studien gibt, die dies bestätigen. In der Volksheilkunde jedoch zeigen die jahrhundertealten Erfahrungswerte, dass Kamillentee einen nervösen Magen beruhigt und auch ein Reizdarm-Syndrom äusserst positiv beeinflussen kann, insbesondere wenn dieses stressbedingt ist.

Tees bei Reizdarm meist gut verträglich

Die genannten Tees sind in den meisten Fällen gut verträglich und weisen kaum Nebenwirkungen auf. Will man hingegen zu den jeweiligen ätherischen Ölen oder anderen Extrakten der Heilpflanzen greifen, z. B. in Kapselform, sollte man eine solche Anwendung stets mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprechen. Liegt eine Schwangerschaft vor, sollte die Einnahme von Heilpflanzenzubereitungen ebenfalls mit dem Arzt besprochen werden.

Die empfehlenswerte Ernährung bei einem Reizdarm-Syndrom

Um eine Ernährungsumstellung kommt kein Reizdarm-Patient herum. Ideal ist eine basenüberschüsssige Ernährung aus frischen Zutaten. Wenn dabei auch jene äusserst wichtigen Massnahmen berücksichtigt werden, die eigentlich - schon zur Vorbeugung von Magen-Darm-Problemen - selbstverständlich sein sollten, sehr oft aber leider völlig unterschätzt und daher häufig vernachlässigt werden, dann werden Besserungen des Beschwerdebildes nicht auf sich warten lassen:

  • Kauen Sie aus-führ-lich und gründlich!
  • Essen Sie erst, wenn Sie hungrig sind und nie aus Langeweile oder weil es der Zeitplan so vorschreibt.
  • Essen Sie nicht zu heiss und nicht zu kalt!
  • Trinken Sie nichts zum Essen. Trinken Sie eine Stunde vor dem Essen oder erst wieder eine Stunde nach dem Essen.
  • Trinken Sie ausserhalb der Essenszeiten jedoch täglich mindestens 2,5 Liter reines, kohlensäurefreies Wasser.
  • Essen Sie nichts mehr am späten Abend, natürlich auch nicht mitten in der Nacht und schon gar nicht, während Sie fernsehen.
  • Meiden Sie Fertigprodukte aller Art!
  • Machen Sie den Glutamat- und Zucker-Entzug! Sowohl Glutamat (Geschmacksverstärker) als auch Zucker führen zu einer Art Abhängigkeit nach ungesundem Essen. Mit Glutamat gewürztes Essen löst Lust auf Alkohol, auf Kaffee, auf Nikotin und auch auf Zucker aus - und umgekehrt. Glutamat ist in vielen Fertiggerichten und auch Gewürzmischungen enthalten. Der Stoff ist unter den folgenden Bezeichnungen auf dem Zutatenetikett zu finden: Mononatriumglutamat, Hefeextrakt, Würze, E620 bis E625 etc. Würzen Sie daher besser mit frischen oder getrockneten Kräutern oder etwas Meersalz und meiden Sie in jedem Fall Gewürz-Fertigmischungen. Statt Zucker und zuckerhaltigen Speisen können Sie gesunde Naschereien aus dem Naturkosthandel geniessen (auch hier darauf achten, dass wirklich kein Zucker enthalten ist, da auch Vollrohrzucker oder Rohrohrzucker im Grunde nichts anderes als Zucker sind). Es gibt viele Frucht- und Nussriegel, die ausschliesslich mit der Süsse der enthaltenen Trockenfrüchte auskommen.
  • Verzichten Sie auf mehrgängige Menüs – insbesondere dann, wenn die einzelnen Gänge aus ungesunden Speisen bestehen. Essen Sie einfacher!
  • Gewöhnen Sie sich Desserts ab. Schon allein die Berücksichtigung dieser Regel wird Ihren Gesundheitszustand enorm verbessern können.
  • Essen Sie nicht einfach "nur" ballaststoffreich. Lernen Sie gute von weniger guten Ballaststoffen zu unterscheiden, meiden Sie daraufhin die weniger guten und bevorzugen Sie die guten. (Informationen zur richtigen Ballaststoffversorgung finden Sie hier: Ballaststoffe
  • Lösen Sie sich von den so genannten Genussgiften: Alkohol, Koffein und Nikotin.
  • Bewegen Sie sich täglich! Wenn Sie nicht DER Sportstyp sind, dann gehen Sie wenigstens täglich spazieren und besorgen Sie sich ein Mini-Trampolin für die Wohnung und schwingen Sie darauf zweimal täglich 10 bis 20 Minuten. Oder wie wäre es mit einem Home- oder Cross-Trainer? Gerade der Cross-Trainer trainiert – im Gegensatz zum Hometrainer (=Heimfahrrad) – den GANZEN Körper. Man imitiert darauf in etwa jene Bewegungen, die auch beim Ski-Langlauf zum Einsatz kommen. Einen Cross-Trainer kann man übrigens ganz hervorragend vor dem Fernseher platzieren ;-). Es gibt also keine Ausrede!
  • Reinigen Sie nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihre Gedankenwelt! Wenn Sie zu denken pflegen, dass mit all den genannten Tipps das Leben ja gar keinen Spass mehr macht, dann erkennen Sie, dass diese paradoxen Gedanken nicht von IHNEN selbst stammen, sondern Ihnen anerzogen wurden – von unserer Gesellschaft, von den Medien, von der Werbung, vom Angebot in den Läden etc. Denn warum sollte ein Leben nur dann Spass machen, wenn man Dinge tun darf, die dem eigenen Körper Schaden zufügen?

Sie finden hier einen Erfahrungsbericht eines Lesers, der sein Reizdarm-Syndrom selbst heilen konnte und heute beschwerdefrei ist.

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Quellen

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