Zentrum der Gesundheit
Karotten – Die Gesundmacher

Karotten – Die Gesundmacher

Autor: , Letzte Änderung:

(Zentrum der Gesundheit) – Karotten sind wohl eines der beliebtesten Gemüse überhaupt. Denn sie schmecken süss und können direkt aus der Hand geknabbert werden. Sie lassen sich aber auch im Nu zu Salat, Gemüse, Saft, ja sogar zu Kuchen verarbeiten. Da Karotten überdies zu den Spitzenreitern der Carotinoidlieferanten zählen, sind sie ausserdem extrem gesund – insbesondere für die Augen, die Haut und das Herz. Gleichzeitig schützen sie vor Diabetes, Arteriosklerose und Krebs. Karotten – auch Möhren genannt – gibt es übrigens nicht nur in Orange. Auch in Weiss, Lila, ja fast Schwarz sind sie zu haben.

Karotten – Heilung und Genuss

Am Anfang war die Wilde Möhre. Sie zählt wie alle anderen Karottenarten, aber auch Dill, Koriander oder Fenchel zur Familie der Doldenblütler. Ihre Heimat ist vermutlich Vorderasien. Heute ist sie jedoch in ganz Europa an Wiesensäumen und Wegrändern anzutreffen. Man erkennt sie leicht an ihrer einzigartigen Blüte. Denn nur die Wilde Möhre hat unter allen Doldenblütlern einen schwarzen Punkt – die sog. Mohrenblüte – in der Mitte ihrer schneeweissen Doldenblüte. Daher rührt auch die Bezeichnung Mohrrübe, wie sie in manchen Regionen Deutschlands auch heute noch genannt wird.

Die Wilde Möhre diente schon den Steinzeitmenschen als Lebensmittel, aber auch als Heilpflanze. So wurden ihre Blätter bei Verletzungen und Wunden angewandt, während ihre Samen als empfängnisverhütendes Mittel zum Einsatz kamen. Ihre pfahlförmige und dünne Wurzel galt hingegen als Symbol der Fruchtbarkeit und wurde als Aphrodisiakum verwendet.

Doch während die Wilde Möhre inzwischen leider kaum noch Beachtung findet und höchstens von Wildkräuterliebhabern geschätzt wird, hat eine ihrer Töchter die Welt im Sturm erobert. Die Karotte (Daucus carota subsp. sativus) – auch bekannt als Gartenmöhre, Mohrrübe, Gelbe Rübe oder Rüebli – ist aus einer Kreuzung der Wilden Möhre mit anderen Karottenarten hervorgegangen und galt bereits in der Antike als überaus beliebtes Gemüse.

Im Vergleich zu ihrer Ahnin hat die Karotte einen besonderen Vorzug: eine viel grössere, saftigere und süssere Wurzel. Diese Rübe ist der Grund, warum die Karotte heute nach der Tomate die bedeutendste Gemüsepflanze Europas ist.

Bunte Möhren sind im Kommen

Wenn Sie heute jemanden fragen, welche Farbe die Karotte hat, lautet die Antwort höchstwahrscheinlich: Orange! Das war nicht immer so. Denn lange bevor die orangefarbene Karotte Popularität erlangte, wurden weisse, gelbe, rote und violette Möhren gegessen.

Während die Rüben der Wilden Möhre und auch die einst im Mittelmeergebiet kultivierten Karotten weiss sind, haben die gelben, roten und violetten Formen ihren Ursprung in Afghanistan. Sie gelangten erst im 12. Jahrhundert nach Spanien und Italien. Ab dem 16. Jahrhundert waren die Gelben Rüben in ganz Europa die unangefochtene Nummer eins. Vielen Quellen ist zu entnehmen, dass genau zu jener Zeit in Holland die allerersten orangefarbenen Karotten gezüchtet wurden, angeblich um das niederländische Königshaus Oranien-Nassau zu ehren.

Hierbei handelt es sich aber nur um eine Legende, da einige alte Abbildungen ganz klar belegen, dass es die orangefarbenen Karotten bereits in der Antike gegeben haben muss. Hinzu sei gesagt, dass das Wort "orange" erst ab dem 16. Jahrhundert verwendet und vorher mit Adjektiven wie gelb-rot oder dunkelgelb umschrieben wurde. Nichtsdestotrotz sind es wirklich die Holländer gewesen, die sich durch die gezielte Züchtung orangefarbener Karottensorten einen Namen gemacht haben.

Diese Sorten kamen nämlich nicht nur wegen ihrer Farbe, sondern auch aufgrund ihres Geschmacks so gut an, dass die Gelbe Rübe im Laufe des 19. Jahrhunderts nur noch als Viehfutter zum Einsatz kam, während die roten und violetten Karotten komplett in Vergessenheit gerieten. Mittlerweile werden vermehrt wieder andersfarbige Karotten angebaut und angeboten, die heute – genau wie damals die orangefarbene Karotte – aufgrund der als untypisch empfundenen Farben viel Aufmerksamkeit erregen.

Besonders die lilafarbenen Möhren gibt es inzwischen auch in manchen Supermärkten. Sie heissen Purple Dragon, Purple Haze, Lila Luder oder auch Schwarze Spanische.

Die Nährstoffe

Karotten bestehen wie die meisten Gemüse fast zu 90 Prozent aus Wasser, der Brennwert liegt bei 109 kJ (26 kcal). Die leckeren Möhrchen sind trotz ihrer natürlichen Süsse also sehr kalorienarm, wobei rohe Karotten mehr sättigen als gekochte. In 100 Gramm frischen Karotten stecken rund:
 

  • 0,2 g Fett
  • 1 g Eiweiss
  • 4,8 g Kohlenhydrate (davon 2 g natürlicher Zucker)
  • 3,6 g Ballaststoffe
     

Der glykämische Index von Karotten

Der glykämische Index (GI) von Lebensmitteln war lange Zeit im Rahmen der sog. Glyx-Diät beliebt. Der GI gibt an, wie stark das jeweilige Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Je höher der GI, umso schneller steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr des Lebensmittels und umso ungünstiger soll sich dies auf das Gewicht auswirken. Der GI von Glucose (100) ist dabei der höchste.

Rohe Karotten haben – je nach Quelle – einen GI von 20 bis 30, gekochte Karotten einen GI von 40 bis sogar 85 – was einen extrem hohen GI-Wert darstellt. Zum Vergleich: Auch Weissbrot hat einen GI von 85, Haushaltszucker hingegen nur einen GI von 70. Verständlich wenn Karottengemüse nun plötzlich etwas in Verruf geriet, zumindest bei jenen, die bei ihrer Ernährung den GI berücksichtigen wollten.

Der GI bezieht sich jedoch immer auf 50 Gramm Kohlenhydrate. Weissbrot nun besteht zu fast 50 Prozent aus Kohlenhydraten. Das bedeutet, die negative Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel zeigt sich bereits nach dem Verzehr von 100 Gramm Weissbrot, denn dann hat man mit diesem Lebensmittel 50 Gramm Kohlenhydrate verzehrt.

Gedünstete Karotten aber bestehen nur zu 4 Prozent aus Kohlenhydraten. Um also mit Karottengemüse 50 Gramm Kohlenhydrate aufzunehmen, müsste man davon 1,25 Kilogramm essen, was kaum jemand machen wird. Und selbst wenn, so wäre dies nicht mit dem Verzehr von Weissbrot zu vergleichen, da allein der Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels nicht ausreicht, wenn man dessen Gesundheitswert beurteilen möchte.

Der GI ist daher nicht sehr praktikabel und sollte in keinem Fall davon abhalten, so oft wie möglich leckeres Karottengemüse zuzubereiten.

Die Möhren-Ballaststoffe

Bei den Karottenballaststoffen handelt es sich um eine sehr günstig zusammengesetzte Kombination aus löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Selbst Menschen, die normalerweise empfindlich auf Ballaststoffe reagieren, tun dies bei Karotten im Allgemeinen nicht.

Während die löslichen Ballaststoffe den Stoffwechsel anregen und dazu beitragen können, die Blutfettwerte zu senken sowie Cholesterin auszuscheiden, regen die unlöslichen Ballaststoffe die Darmtätigkeit an und lindern Magen-Darm-Probleme. Karotten haben dabei den grossen Vorteil, dass sie sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall wahre Wunder bewirken können.

Karottensuppe wirkt bei Durchfall besser als Antibiotika

Professor Ernst Moro von der Heidelberger Kinderklinik hat bereits im Jahr 1908 ein Hausmittel kreiert – die sogenannte Moro'sche Karottensuppe – wodurch die Sterbe- und Komplikationsraten bei Kindern infolge von Durchfallerkrankungen drastisch reduziert werden konnte. Hinzu sei gesagt, dass die hohe Kindersterblichkeit in Heimen seinerzeit zu 95 Prozent die Folge von Durchfällen war.

Lange galt die heilende Suppe als Standardmedikation, doch ab den 1940er Jahren verlor sie durch den Einsatz von Antibiotika und Durchfallmedikamenten an Bedeutung. Professor Josef Peter Guggenbichler von der Universitätskinderklinik Erlangen konnte im Jahr 1983 anhand einer Studie nachweisen, dass die Suppe das Anheften der Durchfall auslösenden Bakterien an die Darmwand verhindern kann.

Im Jahr 2011 gelang es ihm schliesslich mit einer weiteren Studie, die Wirkungsweise der Karottensuppe zu klären. Er stellte fest, dass bestimmte Ballaststoffe, sog. Oligogalakturonsäuren, die krankheitserregenden Darmbakterien wie z. B. Coli-Bakterien oder Salmonellen daran hindern, an der Darmwand anzudocken. Eine Konzentration von lediglich 0,005 Prozent Oligogalakturonsäuren reicht tatsächlich aus, um die Bakterien vollständig zu blockieren, die nun ganz einfach mit dem Stuhl ausgeschieden werden können.

Laut Guggenbichler hat die Karottensuppe im Vergleich zu Antibiotika den entscheidenden Vorteil, dass sie weder zu einer Resistenzbildung führt noch die Darmflora angreift und frei von Nebenwirkungen ist. Selbst Patienten mit einer Darminfektion – ausgelöst durch die berüchtigten EHEC-Bakterien – können davon profitieren. Die Antibiotikakeule ist hierbei selbst aus schulmedizinischer Sicht wenig sinnvoll, da dadurch die Ausscheidung der Bakterien verzögert und der Krankheitsverlauf aufgrund einer erhöhten Giftstoffbildung sogar verschlimmert werden kann.

Die Moro'sche Karottensuppe: Das Originalrezept

Es wird empfohlen, die Suppe gleich zu Beginn einer Durchfallerkrankung mehrmals täglich auf nüchternen Magen einige Tage lang einzunehmen. Entscheidend ist, dass die Möhren ausreichend lange gekocht werden, denn nur dann werden die wirksamen Stoffe frei. Und so wird die Suppe zubereitet:
 

  • Kochen Sie 500 g geschälte Karotten in einem Liter Wasser mindestens 1 Stunde lang.
  • Drücken Sie die Suppe dann durch ein Sieb oder pürieren Sie sie im Mixer bzw. mit einem Pürierstab.
  • Füllen Sie die Suppe mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auf und fügen Sie 3 Gramm Salz hinzu.
  • Sie können das Originalrezept geschmacklich auch aufwerten, indem Sie z. B. etwas frischen Ingwer oder einen halben Apfel reiben und zur fertig gekochten Suppe geben.
     

Weitere Hausmittel, die bei Durchfall eingesetzt werden können, finden Sie hier: Welches Mittel hilft bei Durchfall?

Die Vitamine und Mineralstoffe

Karotten enthalten interessante Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen und können somit viel zu einem gesunden Leben beitragen. Es folgt die Aufzählung jener Vitalstoffe, die in besonders hohen Mengen in der Karotte enthalten sind. Die Angaben beziehen sich auf 100 Gramm des rohen Wurzelgemüses, in der Klammer steht die jeweilige Erfüllung der empfohlenen Tagesdosis (RDA):
 

  • 320 mg Kalium (15 Prozent der RDA): Ist an der Muskeltätigkeit beteiligt und reguliert den Blutdruck.
  • 0,2 mg Mangan (6 Prozent der RDA): Das Spurenelement ist wichtig für die Knochengesundheit und die Bildung von Dopamin, einem Neurotransmitter, der u. a. für Motivation und gute Laune sorgt.
  • 7,8 mg Beta-Carotin (über 100 Prozent der RDA), das vom Körper in etwa 1,3 mg Vitamin A umgewandelt werden kann. Vitamin A schützt die Augen-, Haut- und Schleimhautgesundheit.
  • 47 µg Vitamin K (67 Prozent der RDA): Das fettlösliche Vitamin ist besonders wichtig für die Blutgerinnung.
  • 7 mg Vitamin C (7 Prozent der RDA): Das Antioxidans beugt Krankheiten wie Arteriosklerose und Krebs vor, optimiert das Immunsystem und verbessert die Eisenabsorption.
  • 5 µg Biotin (5 Prozent der RDA): Ist wichtig für Haut, Haare sowie Nägel und für die geistige Fitness.
     

Carotinoide: Aus Beta-Carotin wird Vitamin A

In Karotten stecken überdies grosse Mengen sekundärer Pflanzenstoffe. Die wichtigste Rolle spielen dabei die Carotinoide, wobei es sich um Naturfarbstoffe handelt, die meist orangefarben sind. Dazu zählt vordergründig das Beta-Carotin, die wichtigste Vorstufe von Vitamin A, weshalb Beta-Carotin auch Provitamin A genannt wird. Darüber hinaus können aber auch weitere Carotine wie das Alpha-Carotin im Körper in Vitamin A umgewandelt werden.

In nur 100 Gramm rohen Möhren sind – abhängig von der Sorte, Anbauweise und Lagerung – etwa 7.800 Mikrogramm Beta-Carotin enthalten. Teilt man die Beta-Carotin-Menge durch sechs, erhält man die Vitamin-A-Menge, die der Körper – zumindest rein rechnerisch – aus dem vorhandenen Beta-Carotin herstellen kann. 

Aus 7.800 Mikrogramm Beta-Carotin können also 1.300 Mikrogramm Vitamin A entstehen, was deutlich mehr ist, als man pro Tag an Vitamin A zu sich nehmen müsste, denn der offizielle Tagesbedarf an Vitamin A beträgt gerade einmal 800 Mikrogramm.

Isst man nun Lebensmittel, die direkt Vitamin A enthalten oder nimmt man das Vitamin als Nahrungsergänzung ein, dann kann es theoretisch zu Überdosen kommen (z. B. mit Lebertran oder häufigem Leberverzehr), was beim Verzehr von Beta-Carotin-reichen Lebensmitteln nicht der Fall ist. Denn hier kann der Körper selbst entscheiden, wie viel Vitamin A er benötigt und wie viel Vitamin A er sich daher aus den vorhandenen Carotinen bildet.

Des Weiteren enthalten Karotten Xanthophylle, die zweite wichtige Gruppe der Carotinoide. Dazu zählen die beiden Stoffe Lutein und Zeaxanthin, die zwar nur in sehr geringem Mass zur Vitamin-A-Versorgung beitragen, aber – genau wie die Carotine – zahlreiche Heilwirkungen auf Lager haben, worüber wir hier schon für Sie berichtet haben: Pflanzenfarbstoff Lutein hemmt Entzündungen.

Denn so wie die natürlichen Farbstoffe die Pflanzen vor Schäden durch UV-Strahlen und Infektionen schützen, so können sie auch uns Menschen vor Krankheiten wie z. B. Krebs, Arteriosklerose sowie Grauem Star bewahren und sogar zur Genesung beitragen.

Bunte Möhren: An der Farbe die sekundären Pflanzenstoffe erkennen

Übrigens sind in allen Karotten – ganz unabhängig von ihrer Färbung – Carotinoide zu finden. Ob eine Karotte nun weiss, gelb, orange, rot oder violett ist: Die Farbe wird durch den unterschiedlichen Gehalt bzw. die Zusammensetzung der Farbstoffe bestimmt.

In puncto Beta-Carotin ist die orangefarbene Karotte die unangefochtene Nummer eins. Gelbe Rüben enthalten hingegen wenig Beta-Carotin, dafür steckt in ihnen mehr Lutein als in den orangefarbenen. In Hinblick auf den gesamten Carotinoid-Gehalt folgt nach der orangen Variante die violette Karotte. Sie enthält ebenfalls sehr viel Beta-Carotin und schlägt alle anderen aufgrund ihres hohen Anteils an Alpha-Carotin sowie Lutein. Rote Karotten zeichnen sich hingegen wie Tomaten durch das Carotinoid Lycopin aus, das im Vergleich zu anderen Carotinoiden ein höheres antioxidatives Potential aufweist.

Die weissen Möhren schneiden hierbei am schlechtesten ab: Ihr Carotinoid-Gehalt ist äusserst niedrig, was sich auch an ihrer Farblosigkeit bemerkbar macht. Doch einmal abgesehen von den Farbstoffen enthält die weisse Karotte ebenfalls wertvolle Inhaltsstoffe, wie eine niederländische Langzeitstudie gezeigt hat: Denn weisses Obst und Gemüse soll das Gehirn am besten vor Schlaganfall schützen, was auf die Ballaststoffe und auf die spezifischen sekundären Pflanzenstoffe des jeweiligen Obstes oder Gemüses zurückgeführt wird. So zählen z. B. Birnen und Äpfel zum weissen Obst.

In violetten Karotten stecken ausserdem besondere Farbstoffe namens Anthocyane, die zu den Flavonoiden zählen. Sie verbessern die Sehvorgänge, wirken entzündungshemmend und gefässschützend. Wie Sie sehen, lohnt es sich sehr, auf die bunte Vielfalt der Karotte zurückzugreifen. Denn so können Sie Ihren Bedarf an sekundären Pflanzenstoffen auf umfassende und gleichzeitig einfache und wohlschmeckende Weise abdecken.

Erhöhen Carotinoide etwa das Krebsrisiko?

Studien haben gezeigt, dass in Bezug auf den gesundheitsfördernden Effekt das Miteinander aller sekundären Pflanzenstoffe eines Lebensmittels wichtig ist. Denn diese wirken in isolierter Form – z. B. in hochkonzentrierten Präparaten – bei weitem nicht so gut und umfassend wie im Verbund mit den übrigen Inhaltsstoffen. Im Gegenteil, gerade das Beta-Carotin gilt – wenn isoliert und hochkonzentriert eingenommen – als krebserregend, allerdings bislang nur für starke Raucher und Alkoholiker.

Gleichzeitig kamen andere Forscher wieder zu einem ganz anderen Ergebnis: An einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie (schon 1996) nahmen beispielsweise rund 22.000 Probanden zwischen 40 und 84 Jahren teil – darunter 11 Prozent Raucher und 39 Prozent ehemalige Raucher. Sie nahmen 12 Jahre lang täglich eine sehr hohe Dosis von 50 Milligramm ergo 50.000 Mikrogramm Beta-Carotin ein. Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass dadurch das Risiko, an Krebs oder an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erkranken bzw. daran zu sterben, keinesfalls gesteigert wurde.

Es wäre also vollkommen unsinnig, sich durch Meldungen wie "Beta-Carotin ist krebserregend" vom Genuss gesunder Karotten abhalten zu lassen. Denn Karotten sind vielmehr ein wichtiger Bestandteil einer Ernährung, die vor Krebs schützen kann.

Karotten gegen Krebs: Prävention und Heilung

Es wurden bislang schon viele Studien veröffentlicht, die klar gezeigt haben, dass der Verzehr von Karotten bzw. Karottensaft vor Krebs schützen und z. B. das Risiko für Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Gehirntumor oder Leukämie verringern kann. Es gibt überdies etliche Hinweise, dass Möhren nicht nur präventiv wirken, sondern sogar zur Heilung von Tumorerkrankungen beitragen können.

Allerdings wurden diesbezügliche Studien bislang zumeist mit Tieren oder im Reagenzglas durchgeführt – und es kamen selbstverständliche keine Karotten zum Einsatz, sondern einzelne isolierte Stoffe daraus. Nichtsdestotrotz sehen Wissenschaftler in diversen Inhaltsstoffen der Möhren ein grosses Potenzial für die Krebstherapie.

Die Karotte hat bei der Behandlung von bestimmten Krebsarten wie Leukämie im Übrigen eine sehr alte Tradition. Lange wurde diese Anti-Krebs-Wirkung in erster Linie auf die enthaltenen Carotinoide zurückgeführt, die schädliche freie Radikale abfangen und unschädlich machen.

Inzwischen weisen jedoch immer mehr Untersuchungen darauf hin, dass auch andere sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane hierbei wirksam sind. Polyacetylene wie Falcarinol scheinen diesbezüglich aber die Nase vorn zu haben. Im Rahmen einer Studie an der Sheffield Hallam University konnte im Jahr 2012 erstmals aufgezeigt werden, dass diese Stoffe in der Lage sind, die Ausbreitung von Leukämiezellen zu hemmen und ihr Selbstmordprogramm (Apoptose) zu aktivieren.

Karotten-Rote-Bete-Saft hilft bei Leukämie

Ägyptische Forscher sind drei Jahre später einen Schritt weitergegangen und haben eine 76 Jahre alte Leukämie-Patientin (chronische lymphatische Leukämie) mit einem Saft aus Karotten und Roter Bete behandelt. Nach eineinhalb Monaten Therapie fühlte sich die Frau sichtlich besser, hatte mehr Appetit und konnte ihre täglichen Aktivitäten viel besser bewältigen.

Darüber hinaus wurde der Saft als gutes Hilfsmittel eingestuft, um die Chemotherapie mit Chlorambucil zu unterstützen. Mit dieser kombinierten Therapie konnten die Leukozyten und die Lymphozyten im Blut reduziert und eine entscheidende Verbesserung der relevanten biochemischen Parameter erreicht werden.

Die Wissenschaftler kamen aufgrund der Studie zum Schluss, dass der Karotten-Rote-Bete-Saft sowohl in Kombination mit Chlorambucil als auch als alleinige Therapie eine effektive Behandlung darstellt – vorausgesetzt er wird täglich getrunken.

Einen Erfahrungsbericht, wie sich eine Krebspatientin u. a. mit Karottensaft selbst heilen konnte, haben wir hier veröffentlicht: Karottensaft bei Krebs

Möhren gegen das Metabolische Syndrom und Folgeerkrankungen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verringert eine carotinoidreiche Ernährung bzw. eine hohe Carotinoid-Konzentration im Blut auch das Risiko für das Metabolische Syndrom (Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Bluthochdruck). Zu den Folgen zählen Diabetes Typ 2, Herzkrankheiten und Arteriosklerose.

Lycopin soll sich dabei besonders positiv auf die Gefässfunktion und arteriosklerotische Veränderungen auswirken. Des Weiteren kann eine erhöhte alimentäre Carotinoid-Zufuhr dazu beitragen, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Bluthochdruck vorzubeugen.

Eine im Jahr 2017 veröffentlichte französische Studie hat gezeigt, dass fettlösliche Mikronährstoffe bzw. sekundäre Pflanzenstoffe aufgrund ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften dem Metabolischen Syndrom entgegenwirken. Im selben Jahr sind iranische Forscher von der Mashhad University of Medical Sciences zum Schluss gekommen, dass Carotinoide bei der Behandlung von Diabetes wichtig seien, da sie die Insulinsensitivität erhöhen.

Neben den Carotinoiden spielen hier auch die in violetten Karotten enthaltenen Anthocyane eine wichtige Rolle, da diese in Sachen Übergewicht einen präventiven Effekt haben.

Vitamin A schützt vor Nachtblindheit

Karotten sind gut für die Augen. Oder haben Sie schon einmal einen Hasen mit Brille gesehen? Der Häschenwitz ist nicht gerade ein Brüller, doch steckt in ihm viel mehr als ein Körnchen Wahrheit. Denn das aus den Karotten-Carotinoiden gebildete Vitamin A wird nicht umsonst auch Augenvitamin genannt. Es wird ganz nach Bedarf zu den Sehzellen in der Netzhaut der Augen transportiert und sorgt dort für klare Sicht.

Liegt hingegen ein Vitamin-A-Mangel vor, so kann sich nicht genügend Sehpurpur in den Stäbchen bilden, was zur sogenannten Nachtblindheit führt. Die lichtempfindlichen Stäbchen sorgen nämlich dafür, dass wir selbst bei schlechter Beleuchtung oder Mondschein noch etwas sehen können.

Carotinoide gegen Augenerkrankungen

Eine Studie an der University of California-Los Angeles mit 1.155 älteren Frauen aus verschiedenen US-amerikanischen Regionen hat sogar gezeigt, dass carotinreiches Obst und Gemüse vor dem Grünen Star schützen kann. Jene Frauen, die mehr als zweimal pro Woche Karotten auf dem Speiseplan hatten, erkrankten seltener am Grünen Star als jene, die sie seltener als einmal pro Woche assen. Das Risiko war für die Karottenliebhaberinnen um 64 Prozent geringer. Neben den Carotinen tragen auch Lutein and Zeaxanthin zur Augengesundheit bei, was Forscher von der University of Wisconsin betätigt haben.

Diese Studie, an der mehr als 1.800 Probandinnen zwischen 50 und 79 Jahren teilgenommen haben, kam zu folgendem Ergebnis: Jene Frauen, in deren Ernährung am meisten Lutein and Zeaxanthin steckte, hatten ein um 23 Prozent niedrigeres Risiko, an der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zu erkranken. Dies ist eine weit verbreitete Erkrankung der Makula lutea, also des sogenannten Gelben Flecks der Netzhaut des Auges, wovon insbesondere Menschen in der Altersgruppe der über 50-Jährigen betroffen sind.

Kurios ist dabei, dass Zeaxanthin und Lutein nicht nur in der Karotte, sondern auch in der Retina, besonders im Gelben Fleck, vorkommen. Sie haben die Aufgabe, die Netzhaut vor einer zu hohen Lichteinstrahlung zu schützen. Isst man Karotten, werden die darin enthaltenen beiden Carotinoide Zeaxanthin und Lutein direkt ins Auge transportiert, wo sie unmittelbar ihre Aufgaben (Schutz und Antioxidation) erfüllen können. 

Wenn Sie also etwas für Ihre Augen tun möchten – ganz gleich ob diese schmerzen und vom vielen Bildschirmgucken müde sind, ob die Sehfähigkeit etwas am Abnehmen ist oder ob schon eine Augenkrankheit vorliegt – essen und trinken Sie Karotten in allen Varianten. Das daraus gewonnene Vitamin A schützt und heilt nämlich auch Schleimhäute – und die Bindehaut im Auge ist eine solche Schleimhaut.

Carotinoide können Heuschnupfen vorbeugen

Auch die Atemwege sind mit Schleimhäuten ausgekleidet, so dass es nachvollziehbar ist, wenn das Vitamin A aus Karotten die Schleimhäute der Nase und Bronchien zu schützen vermag und infolgedessen allergische Reaktionen wie der Heuschnupfen seltener auftreten. Laut deutschen Forschern vom GSF National Research Center for Environment and Health haben Menschen mit einer hohen Konzentration an Carotinoiden im Blutplasma eine geringere Anfälligkeit für allergisch bedingte Entzündungen der Nasenschleimhaut wie z. B. Heuschnupfen.

An der Studie nahmen 547 Erwachsenen im Alter zwischen 19 und 81 Jahren teil, bei denen die Konzentration von sechs Carotinoiden gemessen wurde. Sie wurden in vier Gruppen unterteilt. In der Gruppe mit dem höchsten Carotinoid-Gehalt war das Risiko für das Auftreten einer allergischen Nasenschleimhautentzündung um 56 Prozent geringer als in jener Gruppe mit dem niedrigsten Carotinoid-Gehalt.

Die Forscher kamen zum Schluss, dass eine carotinoidreiche Ernährung einen schützenden Effekt gegen eine allergische Nasenschleimhautentzündung hat und das Auftreten von Allergien im Erwachsenenalter verhindern kann.

Sollten Sie an Heuschnupfen leiden, empfehlen wir Ihnen u. a. diese 10 Lebensmittel gegen Heuschnupfen.

Möhren für gesunde Zähne

Damit Zähne, Zahnfleisch und Kieferknochen gesund bleiben und den täglichen Belastungen standhalten können, benötigen sie eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen, womit die Karotte nicht geizt. Wenn Sie rohe Möhrchen knabbern, wird die Durchblutung des Zahnfleisches angeregt und die Zähne werden von Essensresten befreit.

Durch das kräftige Kauen werden die Knochensubstanz sowie der Zahnhalteapparat stabilisiert und das Zahnfleisch massiert. Zudem wird der Speichelfluss gefördert und schädliche Bakterien werden ausgeschwemmt. Karotten können somit helfen, Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis vorzubeugen.

Kauen Sie die Möhren jedoch auch wirklich sorgfältig und essen Sie sie langsam. Schlucken Sie sie erst, wenn sie das Stück Möhre zu Brei zerkaut haben. Andernfalls liegen zu grobe Stücke schwer im Magen und es heisst dann wieder: Ich vertrage Rohkost einfach nicht… ;-)

Möhren schützen die Haut

Schöne Haut kommt bekanntlich von innen und Karotten nähren die Haut auf vielfältige Weise. So unterstützt Vitamin A den Aufbau der Hautstruktur, schützt als potentes Antioxidans vor freien Radikalen und wirkt in Folge Entzündungen und der Hautalterung entgegen. Studien haben ergeben, dass Lebensmittel, die wie die Karotte reich an Carotinoiden sind, in Bezug auf Hautkrebs eine präventive Wirkung haben.

Wenn Sie länger als drei Wochen täglich carotinoidhaltiges Obst und Gemüse essen, wird dies sogar äusserlich sichtbar: Die Haut erhält einen gelblich-orangefarbenen Farbton (Carotinodermie). Dies ist aber völlig harmlos, da nicht die Gefahr einer Überdosierung besteht, und bietet sogar einige Vorteile.

Denn Carotinoide können, wie Melanin (der natürliche Farbstoff gebräunter Haut), einen gewissen Sonnenschutz bieten. Sie sorgen dafür, dass man sich etwa zwei- bis dreimal länger in der Sonne aufhalten kann als gewohnt, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren – was einem Lichtschutzfaktor von zwei bis drei entspricht. Wie Sie sich überdies vor der Sonne schützen können, erfahren Sie hier: Natürlicher Sonnenschutz.

Darüber hinaus tragen Carotinoide zur Attraktivität bei. Inzwischen haben schon diverse Studien gezeigt, dass durch Carotinoide gefärbte Gesichter besonders verführerisch empfunden werden, sogar anziehender als durch Sonne gebräunte Haut. Dies wird darauf zurückgeführt, dass dieser Teint – im Unterbewussten – mit einer gesunden Lebensweise in Verbindung gebracht wird.

Wie Möhren selbst Gemüsemuffel überzeugen

In Deutschland besteht eine tendenzielle Unterversorgung mit Carotinoiden. Viele Menschen erreichen nicht einmal 50 Prozent der empfohlenen Tagesdosis, was sich unweigerlich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Dies liegt mitunter daran, dass einfach zu wenig Obst und Gemüse gegessen wird.

Studien haben gezeigt, dass Kinder und auch Erwachsene sehr viel lieber zu Gemüse greifen würden, wenn die Gerichte mit Gewürzen wie z. B. Curcuma, Pfeffer, Zimt oder Salbei verfeinert werden. Auch der Name eines Gerichtes ist offenbar entscheidend, ob es Anklang findet oder eher nicht. Dazu haben Forscher von der Stanford University im Rahmen eines Experiments an einer Uni-Cafeteria im Jahr 2017 nachgewiesen, dass Karotten und anderes Gemüse viel lieber gegessen werden, wenn die Gerichte mit aufregenden Namen angepriesen werden.

Wurden die Speisen einfach nur als "Karotten" angekündigt oder mit Hinweisen auf den gesundheitlichen Wert versehen ("Light-Karotten – cholesterin- und zuckerfrei"), griffen die Studenten nicht so gern zum Gemüse. Gab es jedoch ein- und dasselbe Gericht mit der Bezeichnung "Zarte Möhrchen glasiert in pikanter Limonensauce" fand es reissenden Absatz.

Wenn Ihre Kinder oder der Partner/die Partnerin daher zu den Gemüsemuffeln zählen, gibt es bei Ihnen künftig kein kalorienarmes Diät-Gemüse mehr, sondern junge Brokkoliröschen mit Gewürzreis an Mandelschaumsauce. Natürlich gibt es auch keine Rohkostplatte mit zweierlei Dip mehr bei Ihnen, sondern nur noch Rote-Bete- und Kohlrabi-Carpaccio mit Zitronen-Senf-Vinaigrette und sahniger Creme aus Cashewkernen mit frischen Gartenkräutern.

Bei Kindern und Teenagern sollten Sie sich selbstverständlich Begriffe einfallen lassen, die bei der jeweiligen Altersgruppe gut ankommen.

Carotinoide: Bioverfügbarkeit liegt zwischen 2 und 80 Prozent

Oft ist es aber auch so, dass Menschen Obst und Gemüse über alles lieben, doch die aufgenommenen Carotinoide können vom Körper nicht gut verwertet werden. Denn die Bioverfügbarkeit von Carotinoiden kann zwischen 2 und 80 Prozent schwanken und ist von zahlreichen Faktoren abhängig.

So verschlechtern etwa manche Medikamente, wie z. B. Cholesterinsenker sowie Abführmittel die Aufnahme, während durch bestimmte Schlafmittel die Vitamin A-Vorräte in der Leber aufgebraucht werden.

Auch die beliebten Säureblocker (Protonenpumpenhemmer, PPI) sind ungünstig, da zur optimalen Resorption von Beta-Carotin ausreichend Magensäure erforderlich ist, die durch diese Medikamente jedoch stark reduziert wird.

Ausserdem haben Menschen, die an Diabetes oder an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, Probleme, Carotinoide in Vitamin A umzuwandeln.

Eine französische Studie hat im Jahr 2017 überdies gezeigt, dass es auch der genetischen Veranlagung liegen kann, wenn manche Menschen Carotinoide nicht gut verwerten können.

Wie kann die Bioverfügbarkeit von Carotinoiden gesteigert werden?

Werden Karotten unüberlegt zubereitet, kann die Resorptionsrate von Carotinoiden – abhängig von der persönlichen Fähigkeit der Verwertung – im ungünstigen Fall – bei nur 2 Prozent liegen. Wenn Sie jedoch schon zwei Tipps berücksichtigen, verbessert sich die Bioverfügbarkeit der Carotinoide enorm:

Tipp 1: Pürieren Sie Möhren oder kauen Sie sie einfach gründlich.

Tipp 2: Geben Sie etwas Fett oder Öl an die Karotten.

Doch wird im Allgemeinen der zweite Tipp extrem überbewertet; genauso der Hinweis, man solle Karotten am besten nur gekocht verzehren. Beides ist nicht nötig, wenn der erste Tipp berücksichtigt wird – und beides nützt nicht viel, wenn der erste Tipp vergessen wird. Wir hatten dazu schon hier eine interessante schwedische Studie vorgestellt, die wir Ihnen nachfolgend noch einmal einfügen. In dieser Untersuchung hatte man den resorbierten Beta-Carotin-Anteil nach unterschiedlicher Karottenzubereitung analysiert:
 

  • Aus rohen Möhren, die nur grob zerkleinert waren, konnten nur 3 Prozent des enthaltenen Beta-Carotins resorbiert werden. Gab man zu diesen Möhrenstückchen noch ein wenig Fett dazu, stieg der resorbierte Beta-Carotin-Anteil nur um 1 Prozent auf 4 Prozent – und blieb bei diesem Wert, ganz gleich wie viel Öl man auch dazu gab.
  • Garte man die groben Karottenstückchen, wurden 6 Prozent Beta-Carotin daraus resorbiert. Eine Fettbeigabe liess die resorbierte Beta-Carotin-Menge auf höchstens 8 Prozent steigen.
  • Machte man aus den rohen Karotten einen Smoothie, pürierte man sie also, konnten daraus ganz ohne Fett und ohne sie zu kochen 21 Prozent Beta-Carotin resorbiert werden. Mit Fett, z. B. etwas Kokosöl, stieg diese Zahl auf 28 bis 34 Prozent – je nach Ölmenge. (Gesättigte Fette sollen die Resorption eher fördern als ungesättigte. Da auch Vitamin E die Aufnahme des Beta-Carotins unterstützen soll, kann auch Mandelmus gut verwendet werden).
  • Kochte man Karotten und pürierte sie anschliessend, dann waren es 27 Prozent Beta-Carotin. Verfeinerte man das Karottenpüree mit Öl, erreichte man eine Beta-Carotin-Ausbeute bis zu 45 Prozent.
     

Sie sehen, dass es nicht besonders wichtig ist, Karotten zu kochen. Und wenn Sie die Möhren statt des Pürierens einfach fein auf der Gemüsereibe reiben, zu einem Salat zubereiten und mit Nüssen servieren, dann haben Sie auch hier sehr fein zerkleinerte Möhren, Fett und Vitamin E – und damit alle Voraussetzungen für eine sehr gute Resorption des Beta-Carotins.

Allerdings sollten Sie keinen Alkohol zum Essen trinken, da er die Resorption hemmen kann.

Sind Carotinoide hitzeempfindlich?

Beta-Carotin und Lycopin sind nicht besonders hitzeempfindlich. In Studien konnten bis 120 Grad keine Beeinträchtigungen der Beta Carotin-Qualität und -Resorption beobachtet werden, nicht einmal dann, wenn Karotten oder Spinat bei diesen Temperaturen 40 Minuten lang erhitzt wurden. Steigt die Temperatur jedoch auf über 150 Grad, dann sinkt die Resorptionsrate.

Es spricht also im Hinblick auf das Beta-Carotin nichts gegen gekochte Möhrengerichte. Doch will man aus Karotten ja nicht nur diese beiden Stoffe zu sich nehmen – und Lutein und Zeaxanthin (zwei weitere wertvolle Carotinoide) sowie Anthocyane können je nach Erhitzungsdauer und Temperatur zu einem erheblichen Teil zerstört werden.

Der Anti-Krebs-Stoff Falcarinol reagiert überdies sowohl auf Hitze als auch auf das Mixen bzw. Pürieren allergisch: Der Gehalt wird dadurch um bis zu 70 Prozent reduziert.

Kaufen Sie Bio-Karotten!

Damit die Karotte richtig gut schmeckt, sollte auch beim Kauf auf einiges geachtet werden. Eine frische Möhre hat eine kräftige Farbe und weist eine feste und knackige Konsistenz auf. Abstand sollten Sie halten, wenn sich Karotten leicht biegen lassen. Hat der Kern die gleiche Farbe wie das Fruchtfleisch, ist dies ein Qualitätsmerkmal. Wenn Sie Möhren im Bund kaufen, sollte das Kraut nicht welk, sondern leuchtend grün und frisch sein.

Obgleich Karotten zu den wenig belasteten Gemüsearten zählen und in Bezug auf Pestizide die Grenzwerte nur selten überschritten werden, sind Bio-Möhren die beste Wahl. Laut dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und dem Deutsche Naturschutzring (DNR) überzeugen Karotten aus ökologischem Anbau nämlich auch durch einen höheren Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen als konventionell erzeugte Möhren.

Achten Sie zudem auf das Herkunftsland der Karotten. Regionale Produkte stehen für kurze Transportwege, Nachhaltigkeit sowie Frische und unterstützen die einheimischen Bauern. In der Schweiz kommen fast alle Rübli aus inländischer Produktion, während in Österreich insgesamt ein Viertel des Bedarfs importiert wird. In Deutschland stammt inzwischen jede zweite gekaufte Bio-Karotte aus den Niederlanden, Italien oder Israel. Der Grund dafür ist, dass Import-Möhren günstiger angeboten werden können.

Möhren richtig lagern

Waschen Sie Möhren erst kurz vor dem Verzehr, denn dadurch geht andernfalls die natürliche schützende Wachsschicht verloren.

Demeter-Möhren erhält man häufig noch mit anhaftender Erde. Sie zeugt von frisch geernteten Möhren, doch trocknet sie die Wurzeln während der Lagerung aus – es sei denn, man umwickelt sie mit einem feuchten Tuch und bewahrt sie im Kühlschrank in einer Box oder im Gemüsefach auf.

Auf diese Weise sollte man alle Möhren aufbewahren – ob mit oder ohne Erde, mit oder ohne Grün.

Theoretisch kann man Möhren auch im Keller lagern, doch lohnt sich dies nur bei einem Keller mit tiefen Temperaturen (1 bis 5 Grad) und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Auch eignen sich nur Lagermöhren, also keine Frühkarotten. Man legt sie dazu in mit angefeuchtetem Sand gefüllte Kisten.

Wichtig ist in jedem Fall, Karotten nicht neben Obst wie z. B. Äpfeln, Birnen, Avocados, Cherimoyas, Pflaumen, Feigen etc. zu lagern, da diese das sog. Reifegas Ethylen absondern. Was Früchte schneller reifen lässt, würde Möhren schlapp und welk werden lassen. Ihre Haltbarkeit würde sich auf diese Weise verkürzen. Beeren, Bananen und Tomaten geben nicht so viel Ethylen ab.

Darüber hinaus können Sie Karotten prima einfrieren. Es empfiehlt sich, das Gemüse vor dem Einfrieren zu blanchieren und klein zu schneiden. Das Einfrieren wirkt sich zwar etwas negativ auf die Konsistenz aus, nicht aber auf die Farbe, den Geruch, den Geschmack und die Inhaltsstoffe.

Karotten in der Küche: Vielfältig und anpassungsfähig

Karotten sind in den meisten Küchen ein wichtiger Bestandteil, da sie lecker schmecken und Vielfalt beweisen. So eignen sie sich roh als frische Zutat für bunte Salate und Säfte ebenso wie gekocht in Suppen, Eintöpfen, im Risotto, als Beilage und auch in Süssspeisen aller Art wie in einem aromatischen Karottenkuchen. Bunte Rübli versprechen natürlich einen besonderen Aha-Effekt.

Möhren haben zudem den entscheidenden Vorteil, dass sie praktisch mit allen erdenkbaren Lebensmitteln bestens harmonieren. Vergessen Sie aber beim Zubereiten nicht, Ihre Karottengerichte mit Kräutern und Gewürzen aufzupeppen. Karotten werden traditionell besonders gern mit Dill, Kerbel oder Schnittlauch verfeinert. Doch auch mit Chili, Kardamom, Ingwer, Vanille, Zimt, Safran, Curcuma, Knoblauch oder Sternanis gewürzt, das Ergebnis garantiert einen exklusiven Genuss.

Wenn Sie Karotten im Bund kaufen, die meist deutlich mehr Antioxidantien enthalten als offen angebotene oder in Plastik eingepackte, können Sie auch das Blattgrün wunderbar in der Küche verwenden. Meist werden die Möhrenblätter achtlos weggeworfen, da sie als ungeniessbar eingestuft werden. Dabei sind sie reich an Nährstoffen wie Magnesium und Kalium, enthalten etwa 6-mal so viel Vitamin C wie die Rübe selbst und natürlich den gesundheitsfördernden Farbstoff Chlorophyll.

Das Karottengrün schmeckt etwas herb und eignet sich ideal als Würze für Suppen oder Eintöpfe, als Pesto oder auch als Zutat in grünen Smoothies.

In unserer Rezepte-Rubrik finden Sie viele köstliche Rezepte mit Karotten. Hier eine kleine Auswahl:
 

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Kochen und einen ausgezeichneten Appetit!

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal