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Mit Lebensmitteln Diabetes verhindern

Mit Lebensmitteln Diabetes verhindern

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(Zentrum der Gesundheit) – Zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Bequemlichkeit. Das sind ideale Voraussetzungen für die "Volkskrankheit" Diabetes. Das Gesundheitswesen geht mit Behandlungskosten in Milliarden-Höhe in die Knie. Die Pharmaindustrie verdient sich mit blutzuckersenkenden Medikamenten eine goldene Nase, während Ernährungswissenschaftler mit Hochdruck um Aufklärung bemüht sind. Entdecken Sie mit uns die präventiven Eigenschaften ausgewählter Nahrungsmittel, welche die Diabetes-Forschung nicht selten ins Staunen versetzen!

Diabetes Typ 2 ist vermeidbar

Rund 60 Millionen Menschen in Europa leiden aktuell an Diabetes. Etwa 90 Prozent der Betroffenen sind Typ-2-Diabetiker, deren medizinische Versorgung das europäische Gesundheitswesen nach Einschätzungen der Internationalen Diabetes-Föderation mit ca. 105,5 Milliarden US-Dollar im Jahr belastet (Stand: 2010).

Tendenz steigend. Die grösste Absurdität besteht darin, dass eine Erkrankung an Diabetes Typ 2 in den meisten Fällen absolut vermeidbar ist! Es sind die lebensstilbedingten Risikofaktoren Übergewicht (Adipositas), ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel, die den Insulinstoffwechsel langfristig ruinieren und in die Spirale von Zivilisationskrankheiten katapultieren.

Denn mit der unzureichenden Verwertung von Insulin im Körper gerät nicht nur der Blutzuckerspiegel aus den Fugen, auch das Krebsrisiko ist bei Diabetikern um das Zweifache erhöht. Die wirksamste Massnahme, um die Diabetes-Epidemie zu stoppen, heisst darum Aufklärung.

In "modernen" Gesellschaften, deren Kinder ihre Freizeit nicht mehr spielend in der Natur, sondern vor dem Fernseher oder Computer verbringen und sich in der Süsswarenabteilung besser auskennen als im Obstgarten, ist das Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung nötiger denn je.

In puncto Ernährung möchten wir Ihnen einige bemerkenswerte Lebensmittel vorstellen, die nicht nur den Gaumen kitzeln, sondern auch einer Diabetes-Erkrankung auf natürliche Weise entgegenwirken. Wie wäre es beispielsweise mit Heidelbeeren statt Gummibärchen?

Heidelbeeren gegen Diabetes

Heidelbeeren (oder Blaubeeren) gelten seit langem als geballte Gesundheitsfrüchtchen. Auch die Diabetes-Forschung nimmt die Phytochemikalien dieser Beeren unter die Lupe.

Unter den sekundären Pflanzenstoffen scheinen vor allem die Anthocyane eine Schlüsselrolle für die Zuckerkrankheit zu spielen. Sie geben den Beeren nicht nur ihre blaue Farbe, sondern sollen auch den Blutzuckerspiegel regulieren und die Verbrennung von Bauchfett anregen.

Zwar gelten Heidelbeeren als Spitzenreiter, was das Vorkommen von Anthocyanen betrifft, doch auch bei anderen Beeren können Diabetiker nach Herzenslust zugreifen. Je dunkler die Früchte sind, desto mehr Anthocyanen enthalten sie (z. B. Brombeeren, schwarze Johannisbeeren). (Lesen Sie mehr über diese kraftvollen Antioxidantien in unserem Artikel: "Blaues und rotes Obst/Gemüse schützt vor Krebs")

Ahornsirup gegen Diabetes

Eine amerikanische Studie der University of Rhode Island fand im Ahornsirup Verbindungen, die sich bei Diabetes positiv auswirken könnten. Insgesamt – so die Forscher – enthalte kanadischer Ahornsirup mindestens 20 gesundheitsfördernde Bestandteile, von denen 13 gerade erst neu entdeckt wurden. Viele dieser Antioxidantien sollen antibakterielle Eigenschaften haben und vor Krebs und Diabetes schützen können.

Ausserdem liefere Ahornsirup wertvolle Mineralien wie Zink (1,5 mg/100 g) und Calcium (90 mg/100 g) sowie das Vitamin B1 (Thiamin), das für den Zuckerstoffwechsel ganz besonders wichtig ist.

Von besonderem Interesse für die Diabetes-Forschung ist die im Ahornsirup enthaltene Substanz Quebecol, die während der Herstellung des Sirups durch das Erhitzen entsteht. Diese so genannte Phenolverbindung ist in der Lage, zwei bestimmte Enzyme zu blockieren, die massgeblich an der Zuckerkrankheit beteiligt sind.

Quebecol hat eine einzigartige chemische Struktur, die für unsere Gesundheit von grossem Nutzen sein kann. Erst durch die Hitzezufuhr beim Kochen des Pflanzensaftes werden diese chemischen Prozesse in Gang gesetzt,

erklärte Studienleiter Dr. Navindra Seeram. Nur der Sirup als Endprodukt enthalte schliesslich die einzigartige Anti-Diabetes-Substanz.

Da der Ahornsirup jedoch aus fast 70 Prozent Zucker besteht, sollte er – auch wenn er günstige Wirkstoffe gegen Diabetes enthält – wirklich nur in gemässigten Mengen (1 bis 3 TL pro Tag) verzehrt werden.

Yacon – der süsse Sirup – gegen Diabetes

Sehr viel mehr positive Eigenschaften bei Typ-2-Diabetes als Ahornsirup weist der Yaconsirup oder auch das Yaconpulver auf. Beide eignen sich als milde und sehr gesunde Süssungsmittel für Desserts, Shakes und auch für Gebäck und Kuchen. Yacon ist ein Wurzelgemüse aus Südamerika und weist eine aussergewöhnliche Besonderheit auf: Sein Gehalt an Fructooligosacchariden (30 – 50 Prozent) ist extrem hoch, so hoch, wie in keinem anderen Lebensmittel.

Während andere Wurzeln und Knollen aus Stärke bestehen und damit aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten, sind es bei Yacon die unverdaulichen Fructooligosaccharide (FOS), die im Gegensatz zu herkömmlichen Kohlenhydraten den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen, aber dennoch angenehm süss schmecken. Dabei liefern sie nur ein Drittel der Kalorien von Zucker und helfen daher auch beim Abnehmen.

Die FOS zählen überdies zu den Präbiotika, wirken sich also äusserst positiv auf die Darmflora auf, was einen Diabetes ebenfalls bessert, wie wir schon hier beschrieben hatten: Diabetes durch kranke Darmflora

Die Details sowie weitere gesundheitliche Vorteile von Yaconsirup und Yaconpulver, wie z. B. die Verbesserung der Calciumresorption oder die Regulierung der Blutfette, lesen Sie hier: Yacon – Die gesunde Süsse, wo Sie auch eine Anleitung zur Yacon-Diät finden.

Kurkuma gegen Diabetes

Im Ayurveda verleiht die heilige Pflanze Kurkuma (auch Gelbwurz) nicht nur indischen Currys eine leuchtend gelbe Farbe, sondern geht auch einer Vielzahl von Krankheiten an den Kragen. Westliche Forschungen beschäftigen sich zunehmend mit der Heilkraft von Kurkuma bei Diabetes. Als verantwortlicher Gesundheitsbote gilt der antioxidative, entzündungshemmende Bestandteil Curcumin.

Studien der Columbia University haben gezeigt, dass Mäuse, deren Futter Kurkuma enthielt, einen stabileren Blutzuckerspiegel aufwiesen und somit weniger anfällig für Typ-2-Diabetes waren als ihre Vergleichsgruppe. Bei übergewichtigen Mäusen, die mit Kurkuma behandelt wurden, heilten überdies Entzündungen im Fettgewebe deutlich ab.

Die Wissenschaftler des Diabetes-Zentrums gehen davon aus, dass Curcumin die Insulinresistenz herabsetzt und somit Typ-2-Diabetes entgegenwirkt als auch die häufig mit Übergewicht einhergehenden Stoffwechselprobleme vermindert.

Die hohe Dosis von Curcumin, die Patienten täglich mit der Nahrung aufnehmen müssten, ist als alleinige Diabetes-Behandlung nicht praktikabel. Als natürliche Komponente könnte Curcumin die traditionelle Diabetes-Therapie jedoch sinnvoll unterstützen,

resümierte der an den Untersuchungen beteiligte Endokrinologe Dr. Drew Tortoriello. Daher wird häufig empfohlen, Curcumin als konzentriertes Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln einzunehmen (z. B. Curcuperin). Auf diese Weise kann man leicht eine wirksame Dosis erreichen.

Lesen Sie dazu auch: Asiatische Küche mindert das Diabetes-Risiko

Bockshornklee gegen Diabetes

Auch Bockshornklee ist ein alter Bekannter in der ayurvedischen Heilkunde. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die im Bockshornklee vorkommende Aminosäure 4-Hydroxyisoleucin dazu beiträgt, die Insulinresistenz bei Diabetes-Typ-2-Patienten zu reduzieren und deren Blutzuckerspiegel in Balance zu halten.

Wer sich in der indischen oder auch ayurvedischen Küche probieren möchte, darf also bedenkenlos zu diesem heilsamen Gewürz greifen. Auch als Tee können die gesundheitsfördernden Wirkstoffe des Bockshornklees genossen werden.

Zimt gegen Diabetes

Zimt ist viel mehr als ein feines Gewürz, das uns an Weihnachten erinnert. Als Naturheilmittel trägt das schokoladenfarbene Pulver ganz nebenbei zur Blutzuckerregulation bei, indem es den Glucose-Stoffwechsel anregt. Seine Wirkung auf unseren Organismus kommt denen des Insulins nahe.

Das Flavonoid Proanthocyanidin soll Studien zufolge Fettzellen zur Ausschüttung von Insulin animieren. Schon ein halber Teelöffel Zimt am Tag kann die erhöhten Blutzuckerwerte von Typ-2-Diabetikern senken.

Kakao gegen Diabetes

Kakao ist nicht nur ein Genuss für die Sinne, sondern kann möglicherweise auch für Diabetiker von Nutzen sein. Laut einer italienischen Studie reduziert dunkle Schokolade das Risiko für eine Insulinresistenz.

Auch diese Wirkung lässt sich mit einem hohen Anteil an Flavonoiden erklären, die wiederum in Milchschokolade und weisser Schokolade kaum bis gar nicht vorhanden sind. Achten Sie daher auf einen hohen Kakaogehalt (ab 70 Prozent) und den Einsatz von alternativen Süssungsmitteln, wie z. B. Kokosblütenzucker – oder machen Sie Ihre Schokolade selbst.

Gleichwohl sollte man nun nicht tafelweise dunkle Schokolade esssen. Ein oder zwei Riegelchen pro Tag genügen vollkommen und ersetzen zucker- und fettreiche Süssigkeiten.

Bohnen gegen Diabetes

Der hohe Ballaststoff-Anteil in Bohnen macht die Hülsenfrüchte zum Anti-Diabetes-Superfood. Sie können zur Regulierung des Blutzuckers und der Insulinwerte beitragen. Ballaststoffe wie die in Bohnen enthaltenen Pektine verlangsamen die Aufspaltung von Kohlenhydraten im Blutkreislauf und produzieren zusätzliche Insulin-Rezeptoren, welche unsere Zellen für die Insulin-Aufnahme empfänglicher machen.

Als "Türöffner" unterstützen diese Rezeptoren das Insulin in seiner Aufgabe, Glucose aus dem Blut zu entfernen und in die Zellen weiterzuleiten. Regelmässig genossen können Bohnen sowohl vor Diabetes schützen als auch die Diabetes-Behandlung auf natürliche Weise unterstützen.

Buchweizen gegen Diabetes

Ähnlich wie Bohnen kann auch Buchweizen die Ernährung von Diabetikern mit insulinfreundlichen Ballaststoffen bereichern. Während Naturheilkundler die Vorzüge von Buchweizen gegenüber glutenhaltigen Getreidesorten (v. a. Weizen) schon lange hervorheben, ist inzwischen auch die Diabetes-Forschung auf das Pseudo-Getreide aufmerksam geworden.

Eine Studie aus Kanada bestätigte bereits vor einigen Jahren den positiven Effekt der Buchweizensamen auf den Blutzuckerspiegel von diabetischen Ratten. Die Glucosewerte dieser Tiere sanken bei regelmässiger Fütterung mit Buchweizen um 12 bis 19 Prozent. Einen ähnlichen Effekt lässt sich für die menschliche Ernährung annehmen.

Angesichts der Diabetes-Epidemie ist die Einbeziehung von Buchweizen in unsere Ernährung ein sicherer und zugleich kostengünstiger Weg, um unsere Blutzuckerwerte zu senken und somit das Risiko für Diabetes und Begleiterscheinungen wie Herz-, Nieren- und Nervenprobleme zu minimieren,

sagte Dr. Carla G. Taylor von der kanadischen University of Manitoba.

Bereichern Sie Ihren Anti-Diabetes-Speiseplan beispielsweise mit vitalstoffreichen Buchweizen-Keimlingen als nussig schmeckende Krönung Ihrer Salate oder Müslis. Mit Buchweizen-Vollkorn-Nudeln können Sie ausserdem glutenfreie Pasta-Rezepte zaubern, ohne Ihre Verdauung zu belasten.

Kokosöl gegen Diabetes

Kokosöl besteht im Gegensatz zu den meisten anderen pflanzlichen Ölen (wie etwa Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl) oder auch den meisten tierischen Fetten nicht aus langkettigen, sondern aus mittelkettigen Fettsäuren zusammen. Diese besondere Struktur wirkt sich positiv auf das Diabetes-Risiko aus.

Während die langkettigen Fettsäuren anderer Öle es sich als Fettpölsterchen bequem machen, stehen die antioxidativen, antibakteriellen und pilzfeindlichen Fettsäuren der Kokosnuss dem Körper umgehend als Energielieferanten zur Verfügung – ähnlich wie Kohlenhydrate, mit dem Unterschied, dass das Kokosöl kein Insulin benötigt und auch nicht den Blutzuckerspiegel erhöht.

Kokosöl konnte daher in einer Studie diabetischen Männern beim Abnehmen helfen. In einer anderen Untersuchung zeigte sich, dass Kokosöl den Blutzuckerspiegel sogar senken hilft und gleichzeitig die Blutfettspiegel nicht beeinflusst.

Walnüsse gegen Diabetes

Auch Walnüsse finden sich unter den Top-Lebensmitteln gegen Diabetes. Laut einer europaweit durchgeführten Studie von 2009 weisen Typ-2-Diabetiker, die täglich Walnüsse konsumieren, bessere Insulinwerte auf als Leute, die keine Walnüsse essen. Schon 30 g täglich, was etwa einer Handvoll entspricht, können Diabetikern helfen, ihren Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

Zwar empfiehlt Prof. Linda Tapsell, die an der Langzeitstudie beteiligt war, Diabetikern generell eine fettarme Ernährung. Im Falle von Walnüssen handelt es sich jedoch um mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die wiederum für ihre blutzucker- und insulinsenkende Wirkung bekannt sind. Ausserdem liefern Walnüsse Vitamin E und andere antioxidative Verbindungen, die den Organismus zusätzlich stärken und vor Diabetes schützen.

In Studien zeigten sich Walnüsse überdies als hilfreich für die Blutgefässgesundheit – und gerade die Blutgefässe leiden bei einem Diabetes besonders stark. Gleichzeitig helfen Walnüsse, den Blutfettspiegel zu regulieren, ja Walnussöl gilt gar als konkret cholesterinsenkend: Fett essen und Cholesterin senken

Wakame gegen Diabetes

Meeresalgen mögen nicht jedermanns Sache sein. Zur Diabetes-Vorsorge kann es jedoch nicht schaden, sich möglicherweise doch auf die Braunalge Wakame einzulassen, die in vielen asiatischen Gerichten Verwendung findet. Wakame stammt aus dem Fernen Osten und wird v. a. als Salat, gekochtes Gemüse oder würzige Einlage in Misosuppen serviert.

Als Diabetes-Hemmstoff haben Wissenschaftler der japanischen Hokkaido University in der Alge das Antioxidans Fucoxanthin identifiziert. Dr. Kazuo Miyashita erklärte, dass dieser Farbstoff in den Braunalgen die Synthese von DHA – einer Omega-3-Fettsäure – in der Leber fördert und somit einen gewissen Anti-Diabetes-Effekt habe.

Zudem unterstütze Fucoxanthin die Fett verbrennende Funktion des Proteins UCP1. Nicht zuletzt erhöhe das Fettgewebe, das sich rund um die Organe einlagert, die Gefahr, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Da Wakame – wie andere Meeresalgen ebenfalls – sehr viel Jod enthält und somit bei übermässigem Verzehr die Schilddrüsengesundheit beeinträchtigen könnte, wies Miyashita darauf hin, dass die Forschung vielmehr an der Entwicklung eines hoch dosierten Nahrungsergänzungsmittels auf der Grundlage von Fucoxanthin interessiert sei.

Das sollte Liebhaber der asiatischen Küche jedoch nicht davon abhalten, sich die präventiven Meeresschätze gelegentlich und in kleinen Mengen schmecken zu lassen.

Weitere Tipps für eine gesunde Ernährung bei Diabetes finden Sie hier:

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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