Zöliakie ist eine chronische und angeborene Unverträglichkeit

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung, die auf einer meist lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiss Gluten bzw. der Unterfraktion Gliadin beruht (Bestandteil des Glutens). Sie vereint oft Krankheitsmerkmale einer Allergie und einer Autoimmunerkrankung. (2)

Sprue ist ein veralteter Begriff

Der Begriff „Sprue“ ist ein veralteter Sammelbegriff für zwei Erkrankungen, dazu zählt einerseits die Zöliakie (früher „einheimische Sprue“ genannt) und die tropische Sprue. Letztere ist vermutliche eine Infektionskrankheit. (3)

Gluten ist das Eiweiss im Weizen und vielen anderen Getreidearten

Gluten ist ein Eiweiss, welches in Weizen und anderen Getreidearten Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn, Khorasan-Weizen (bekannt als Kamut) und Triticale vorkommt und dort 80 – 90 % des Gesamtproteins ausmacht.

Gluten verfügt über vorteilhafte Eigenschaften bei der Verarbeitung von Mehlen. Es ist dafür verantwortlich, dass Mehl in Verbindung mit Wasser einen klebrigen Teig bildet. Gluten sorgt dafür, dass der Teig elastisch ist und gut zusammenhält. Es verleiht Brot und Gebäck Biss. Aufgrund dieser Eigenschaften bezeichnet man Gluten auch als Klebereiweiss.

Das geschieht bei Zöliakie im Körper

Bei Zöliakiebetroffenen führt der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Dadurch bilden sich die Darmzotten zurück (Zottenatrophie), was wiederum die Oberfläche des Dünndarms verringert.

Jetzt können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden. So entstehen im Laufe der Erkrankung Nährstoffdefizite, die eine Reihe der Beschwerden auslösen können. Manche der Krankheitszeichen entstehen aber vermutlich auch durch entzündliche Prozesse unabhängig von den Nährstoffdefiziten. (1)

Symptome bei Zöliakie

Die Symptome einer Zöliakie können bei Betroffenen sehr unterschiedlich sein in Art und Intensität. Zunächst belegt die tägliche Praxis, dass die meisten Zöliakie-Patienten nur minimale Beschwerden haben und oft auch nur an einzelnen Symptomen leiden. Hier eine Liste der häufigsten Symptome:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfungen
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Ein Gefühl von Müdigkeit und Schlappheit
  • Abgeschlagenheit
  • Nährstoffmangelerscheinungen
  • Defizite an Eisen, Zink, Folsäure, Kalzium und Vitamin D(5)

Diese Personengruppen sind besonders häufig von Zöliakie betroffen

Die Häufigkeit der Erkrankung schwankt in verschiedenen Ländern erheblich. Unter alleiniger Berücksichtigung der symptomatischen Fälle reicht die Häufigkeit (Prävalenz) von 1:10.000 (Dänemark, USA) bis zu 1:300 (Schweden, Grossbritannien).

Zieht man auch die durch Screeninguntersuchungen diagnostizierten Fälle hinzu, erhöht sich die Prävalenz in Deutschland auf ca. 1:100, d. h. etwa 1 % der deutschen Bevölkerung leidet an Zöliakie. Nur bei 10 bis 20 % der Betroffenen liegt jedoch das Vollbild der Krankheit vor. 80 bis 90 % haben untypische oder keine Symptome und wissen daher oft nichts von ihrer Erkrankung. (1)

Grundsätzlich ist ein Ausbruch der Zöliakie in jedem Lebensalter möglich. Man beobachtet allerdings zwei Hauptgipfel: Der erste liegt zwischen dem 1. und dem 8. Lebensjahr, der zweite zwischen dem 20. und 50. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. (3)

Auch Babys können schon Zöliakie bekommen

Da Zöliakie relativ stark erblich bedingt ist, können auch Neugeborene schon daran leiden. Auch scheint allzu frühes Zufüttern das Risiko für eine Zöliakie zu erhöhen. (3) So wurden steigende Erkrankungszahlen in Schweden bei gleichzeitig konstant bleibender Häufigkeit im genetisch verwandten Norddänemark auf eine in Schweden übliche frühe Zufütterung von getreidehaltiger Beikost im Säuglingsalter zurückgeführt.

Wenn in der Familie daher Zöliakie auftritt, sollten Babys besser nicht zu früh mit glutenhaltigen Lebensmitteln ernährt werden.

Weitere Formen der Glutenunverträglichkeit

Neben der Zöliakie gibt es noch weitere Formen der Glutenunverträglichkeit: Die Glutensensitivität (auch Glutenintoleranz, Glutenunverträglichkeit oder genauer: Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS) genannt) und die Weizenallergie.

Bei der Weizenallergie handelt es sich meist um eine Allergie vom Soforttyp. Das Immunsystem bildet beim Eintreffen von Weizenproteinen Antikörper gegen diese (IgE-Antikörper), die sodann allergietypische Beschwerden auslösen (Schleimhautschwellungen, Hautreaktionen, aber auch einige Stunden später Verdauungsbeschwerden).

Die Glutensensitivität ist hingegen noch schwer zu fassen oder zu definieren. 2012 gelang australischen Forschern erstmals der wissenschaftliche Nachweis. Eine andere grossangelegte Studie zeigt, dass 0,5 % bis zu 13 % der untersuchten Personen (aus Neuseeland, Nordamerika, England und Italien) betroffen sind. (8) In Deutschland sind 5 – 10 % der Bevölkerung betroffen.

Eine solch grosse Spanne deutet auf gravierende Unsicherheiten bei der Diagnose hin. Doch die Wissenschaft hat zumindest schon ein paar mögliche Verdächtige erkannt: Für die Glutensensitivität werden derzeit drei unterschiedliche Bestandteile des Weizens und anderen Getreidearten diskutiert, nämlich Gluten, Amylase-Trypsin-Inhibitoren (kurz: ATIs) und FODMAPs. (9)

Glutensensitivität: Alles Einbildung?

Oft heisst es, die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität sei auf den sog. „Nocebo-Effekt“ zurückzuführen – also auf das Gegenteil des Placebo-Effekts. Dadurch, dass der Konsument weiss, dass in Getreideprodukten Gluten steckt und welche Wirkungen dieses bei manchen Menschen entfalten kann, wird beim Verzehr dieser Lebensmittel eine gewisse innere Unruhe und Angst hervorgerufen, die ihrerseits eine Wirkung auf den Verdauungstrakt hervorrufen kann und dann zu ähnlichen Symptomen führt.

Allerdings hat sich inzwischen gezeigt, dass die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität meist alles andere als Einbildung ist, wie Sie hier lesen können: Glutensensitivität: Nicht länger Einbildung

Mögliche Begleiterkrankungen bei Zöliakie

Bei einer Zöliakie kann es durch die häufig vorliegenden Vitalstoffmängel auch zu Begleiterkrankungen kommen. Besteht beispielsweise ein zöliakiebedingter Zinkmangel, kann es auch zu Hauterkrankungen kommen, z. B. zu Exanthemen (Hautausschlägen). Kalziummangel und Vitamin-D-Mangel können zu einer frühzeitigen Osteoporose führen. Der Mangel an Folsäure kann sich durch eine verminderte Bildung von weissen und roten Blutkörperchen bemerkbar machen oder bei werdenden Müttern durch ein Spina bifida (offener Rücken) beim ungeborenen Kind.

Weitere Symptome zeigen sich in den Auswirkungen der Zöliakie, die ausserhalb des Magen-Darm-Traktes zu finden sind und auch nicht auf die Nährstoffdefizite zurückzuführen sind. Zu diesen zählen z. B. gynäkologische Probleme wie Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Frühgeburten und Zyklusstörungen. (5)

Eine Zöliakie kann aber auch neurologische Probleme, Nervosität, Angst, Depressionen, Migräne, Leberwerterhöhungen oder eine Dermatitis herpetiformis Duhring verursachen – eine chronische, blasenbildende Hauterkrankung mit starkem Juckreiz.

Mögliche Folgeerkrankungen einer Zöliakie

Bleibt die Zöliakie unerkannt, drohen zunächst eine fortschreitende Entzündung im Dünndarm, dann die Folgen dieser weiteren Entzündung, nämlich Darmbeschwerden und Mangelerscheinungen, weil Nährstoffe nur unzureichend aufgenommen werden, oft einhergehend mit einem Gewichtsverlust.

Mängel zeigen sich beispielsweise in Blutarmut, Osteoporose, Zahnschmelzschäden, Haarausfall, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche und Unfruchtbarkeit. Langfristig kann es sogar zu Depressionen und Angstzuständen kommen.

Zudem kann die Entzündung des Darms das sog. Leaky-Gut-Syndrom (= durchlässiger Darm) hervorrufen, was bedeutet, dass Bakterien oder auch unvollständig verdaute Partikel aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen können, was nun zu weiteren Erkrankungen aus dem Bereich der Allergien und Autoimmunerkrankungen führen kann. So leiden etwa 5 bis 10 Prozent der Zöliakie-Betroffenen auch an einem Diabetes Typ 1.

Deshalb wird Gluten von manchen Menschen nicht gut vertragen

Gluten besteht im Verhältnis 1:1 aus Prolaminen und Glutelinen. Das Prolamin im Weizen heisst Gliadin, das Glutelin im Weizen heisst Glutenin. Bei betroffenen Personen kann insbesondere das Gliadin die Epithelzellschicht der Darmschleimhaut passieren, eine lokale Immunreaktion auslösen und Abwehrzellen aktivieren. (Die Epithelzellschicht ist jene Zellschicht, die das Innere der Darmschleimhaut auskleidet).

Das Problem bei der Verdauung von Gluten ist, dass es nicht richtig in einzelne Aminosäuren aufgespalten wird. Die Prolamine des Glutens setzen sich aus einer grossen Anzahl zweier Aminosäuren – Glutamin und Prolin – zusammen. Hier ist vor allem Prolin das Problem. Denn die Enzyme im menschlichen Verdauungssystem sind nicht in der Lage, effizient die Peptidbindungen auf beiden Seiten eines Prolins zu brechen. (17)

Die „chemische Schere“ kommt also nicht zum Einsatz, um die langen Reihen von Aminosäuren zu Peptiden zu zerschneiden. So bleibt es dann bei einer kurzen Kette. Die Problematik liegt also nicht im Gluten selbst, sondern darin, dass es sich aus einer Reihe von kurzkettigen Aminosäuren bzw. Peptiden zusammensetzt, die nicht weiter verdaut werden können.

Das sollte eigentlich kein wirkliches Problem darstellen, sofern die unverdauten Peptide innerhalb des Darms bleiben. Denn so „verschwinden“ sie am Ende in der Toilette. Leider trifft dies nicht auf Menschen mit Zöliakie zu. Die Peptide passieren unverdaut die Darmschleimhaut und gelangen auf diese Weise in den Blutkreislauf.

Die mögliche Rolle von Glyphosat bei Zöliakie

Unter den Pestiziden soll nach Meinung einiger Forscher das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in der Entstehung der Zöliakie eine besondere Rolle spielen. Denn seit in den letzten Jahrzehnten immer mehr Glyphosat auf den Feldern ausgebracht wird, stieg auch die Zahl der Zöliakie-Betroffenen.

Gleichzeitig bemerkte man einen Rückgang der Neuerkrankungen als in den Jahren 2009 und 2010 weniger Glyphosat eingesetzt wurde. Dr. Stephanie Seneff vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Dr. Athony Samsel sehen in diesen Parallelen einen kausalen Zusammenhang. Sie betrachten die Zöliakie als eine der Krankheiten, die durch Glyphosat verursacht werden. (10)

Weitere mögliche Auslöser und Risikofaktoren einer Zöliakie

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass genetische Faktoren eine bedeutende Rolle für das Risiko einer Zöliakie spielen. Tatsächlich trägt etwa ein Drittel aller Menschen die genetische Kombination für den Ausbruch einer Zöliakie in ihren Erbanlagen.

Doch nur ca. zwei Prozent entwickeln tatsächlich eine Zöliakie. (3) Eine familiäre Häufung bei Verwandten ersten Grades und insbesondere eineiigen Zwillingen legt einen erblichen Faktor bei der Entstehung einer Zöliakie nahe.

Zöliakie wird auch häufiger bei Patienten mit Diabetes mellitus, autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen, Rheumatoider Arthritis und Trisomie 21 (Down-Syndrom) beobachtet. Die Anzahl der Betroffenen hat in den letzten Jahren zugenommen, was auf den gestiegenen Einfluss von negativen Umweltfaktoren (z. B. gastrointestinale Infektionen, veränderte Ernährungsgewohnheiten, psychosoziale Faktoren) als Risikofaktoren für die Entstehung einer Zöliakie hinweist. (1) Dazu zählen auch Infektionen, z. B. mit dem Pilz Candida albicans, Stress oder hoher Alkoholkonsum. (3)

Dieser Arzt stellt die Zöliakie-Diagnose

Möchte man eine mögliche Zöliakie abklären lassen, sollte man sich zuerst an seinen Hausarzt wenden. Dieser wird bei Verdacht eine Blutprobe nehmen und diese an ein spezialisiertes Labor schicken mit der Bitte um Analyse auf die folgenden spezifischen Antikörper: Gesamt-lgA, Anti-Gewebs-Transglutaminase IgA und IgG, Anti-Endomysium IgA und IgG, Anti-Gliadin IgA und Anti-Gliadin IgG. (4)

So wird eine Zöliakie diagnostiziert

Bei positivem Antikörper-Befund muss zur Bestätigung eine Dünndarmbiopsie vorgenommen werden. Diese erfolgt in der Regel bei einem Gastroenterologen. Die heute übliche endoskopische Dünndarmbiopsie ist relativ ungefährlich und dauert meist nicht länger als 10 bis 15 Minuten. Dabei wird unter einer milden Narkose eine Kamerasonde an einem dünnen Schlauch über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm geschoben. Mehrere Gewebeproben werden aus verschiedenen Bereichen entnommen und anschliessend mikroskopisch untersucht. (1)

Klären Sie vorab mit dem durchführenden Arzt, dass nicht nur eine einzelne Probe, sondern fünf bis sechs Proben aus verschiedenen Bereichen des Zwölffingerdarms entnommen werden, damit man eine bessere Übersicht über den Gesamtzustand der Darmschleimhaut erhält.

Denn bei der Zöliakie sind die Veränderungen der Darmschleimhaut manchmal nicht gleichmässig verteilt. Vielmehr können die entzündlichen Veränderungen fleckenförmig auftreten. Bei einer einzelnen Biopsie besteht deshalb immer die Gefahr, die Zöliakie zu übersehen.

Anhand dieser Gewebeprobe lässt sich dann die Schädigung der Darmschleimhaut erkennen. Aus der Kombination aus wegweisenden Symptomen, den Antikörpern im Blut, der Biopsie und der Verbesserung der Symptome unter glutenfreier Diät ergibt sich dann die Diagnose Zöliakie.

Die Auswertung, ob es sich um Zöliakie handelt bzw. in welchem Stadium die Krankheit bereits fortgeschritten ist, erfolgt anhand des Goldstandards, der sog. Marsh-Kriterien, welche den Schweregrad der Schleimhautläsion bzw. des Zottenabbaus in sechs Stufen einteilen. (1)

Darum sollte man bei Verdacht auf Zöliakie nicht selbst eine glutenfreie Diät beginnen

Patienten, die eine Zöliakie bei sich vermuten, sollten vor dem Austesten einer glutenfreien Diät unbedingt ihren Hausarzt oder einen Gastroenterologen aufsuchen. Denn eine länger andauernde glutenfreie Diät von ca. 2 bis 4 Wochen auf eigene Faust erschwert die Diagnostik bereits erheblich, weil dadurch Antikörper abgebaut werden und die Darmschleimhaut sich wieder aufbaut. Eine Zöliakie lässt sich dann nicht mehr gut nachweisen.

Ansonsten müssten diese Patienten, um eine sichere Diagnose zu gewährleisten, erneut über einen längeren Zeitraum Gluten zu sich nehmen. Dies kann sehr unangenehm sein, da erneut Beschwerden hervorgerufen werden, wenn nach einer beschwerdefreien Karenzphase wieder mit dem Verzehr von Gluten begonnen wird. Und dies nur, um eine sichere Diagnose zu erhalten.

Viele Menschen wissen nicht, dass sie an Zöliakie erkrankt sind

Wie erwähnt, leiden die wenigsten Betroffenen an den Anzeichen und Folgen, die häufiger mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden – etwa an starkem Durchfall, Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust.

Viele Betroffene haben untypische Symptome oder Befunde, etwa Müdigkeit, Hautveränderungen, Verstopfung, Zahnschäden, erhöhte Leberwerte oder einen Eisenmangel. Andere wiederum haben gar keine Beschwerden.

Daher verzögert sich die Diagnose oftmals beträchtlich, im Schnitt um vier Jahre. (7) Vier verlorene Therapiejahre. Es ist also wichtig, mögliche Symptome zu kennen und rasch vom Arzt abklären zu lassen.

Diese Krankheiten mit ähnlichen Symptomen sollte man ausschliessen

Obwohl das Krankheitsbild bei typischem Verlauf recht eindeutig ist, ergeben sich selbst aus einer anscheinend typischen, aber eben nicht spezifischen Histologie der Dünndarmschleimhaut noch einige mögliche Differentialdiagnosen. Folgende Krankheiten ähneln der Zöliakie, können aber durch genaue Untersuchungen ausgeschlossen werden:

  • Nahrungsmittelallergien (vor allem auf Kuhmilch- und Sojaeiweiss)
  • Infektionen des Darmtraktes
  • Andere autoimmune Magen-Darmerkrankungen
  • Immundefekte, AIDS
  • Abstossungsreaktionen nach Transplantation, Bestrahlung oder Behandlung mit Zytostatika
  • Erhebliche Mangelernährung
  • Mikrovillus­Atrophie des Kleinkinds
  • Zystische Fibrose (Ausschluss durch Schweisstest)
  • Angeborene Pankreasinsuffizienz
  • Angeborene intestinale Enzymdefekte (beispielsweise Laktase- oder Saccharasemangel)
  • Tropische Sprue, kollagene Sprue
  • Morbus Crohn und Morbus Whipple
  • Colitis ulcerosa – chronische dauerhafte Entzündung des Dickdarms
  • Reizdarm-Syndrom:
    Während eine Differenzierung zwischen der milderen Glutensensitivität (Weizensensitivität) und dem bekannten Reizdarmsyndrom immer noch schwierig ist, kann eine Zöliakie bei fundierter Diagnose nicht mit einem Reizdarm verwechselt werden, da bei letzterem keine nachhaltige Schädigung der Darmzotten zu erkennen ist.

So behandelt die Schulmedizin eine Zöliakie

Bei Zöliakie gilt als einzig zielführende Behandlungsmöglichkeit immer noch eine lebenslange streng glutenfreie Ernährung. So können sich die Darmzotten wieder aufbauen. Der sofortige Glutenverzicht hat allerhöchste Priorität.

Noch hat die Forschung keinen grossen Durchbruch in puncto alternative Therapien oder neue Medikamente erzielt. 2021 aber soll ein neues Antikörper-Präparat auf den Markt kommen, welches – an der TU Wien entwickelt – sogar Zöliakie-Patienten die Aufnahme von Gluten über die Ernährung ermöglichen und dabei die Symptome deutlich lindern soll.

Prof. Stephen Miller vom Lehrstuhl für Mikrobiologie und Immunologie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago entwickelte mit seinem Team biologisch abbaubare Nanopartikel, die dem Immunsystem beibringen sollen, Gluten zu tolerieren. Dies geschieht über ein „Verbergen“ des Gliadins in einer Hülle, sodass in Tests die Immunreaktion im Darm um durchschnittlich 90 % gesenkt werden konnte.

Neue Enzympräparate sind nur für Glutensensitivität gedacht, nicht für Zöliakie

Seit einigen Jahren gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Reformhäusern, Apotheken und im Online-Handel Präparate mit dem Enzym Prolylendopeptidase zu kaufen, das im Magen zum Abbau von Gluten beiträgt, indem es die Proline abtrennt, welche dem Gluten neben dem Glutamin durch ihre schlaufenartige Struktur Halt geben.

Verschiedene Hersteller bieten Kapseln mit diesen Enzymen an, oft zusätzlich mit Calcium versetzt, welches die normale Funktion unserer Verdauungsenzyme unterstützt. In vitro waren die Versuche sehr erfolgreich, in vivo bei Menschen gibt es unterschiedliche, aber durchaus auch positive Erfahrungsberichte.

Da die Ergebnisse noch nicht ausreichend wissenschaftlich gesichert sind, um die Zulassung eines Medikaments zu beantragen, werden die Enzyme nur als Ergänzung zu einer glutenfreien bzw. -armen Diät empfohlen bzw. um Spuren von Gluten durch mögliche Kreuzkontaminationen, Glutenrestgehalte oder verstecktes Gluten beim Essen ausser Haus zu eliminieren.

Das kann praktisch auf Reisen oder in der Kantine sein. Studien zeigen, dass selbst bei einer glutenfreien Diät die unbeabsichtigte Glutenzufuhr 200 bis 3000 mg pro Tag betragen kann. Diese Menge kann ausreichen, um Beschwerden auszulösen. Die Kapseln sollten aber am besten immer kurz vor dem Essen geschluckt werden, danach ist es zu spät.

Eine Zöliakie ist damit freilich nicht behandelbar, aber bei leichter bis mässiger Glutenintoleranz sind die neuen Präparate unter Umständen einen Versuch wert.

Mögliche naturheilkundliche/ganzheitliche Wege bei Zöliakie

Naturheilkundliche Methoden können eine gesunde, glutenfreie Diät unterstützen, indem sie zusätzlich den Darm stärken und die dortigen Entzündungsprozesse lindern. Probieren Sie deshalb neben Ihrer glutenfreien Lebensweise folgende ergänzende Massnahmen aus bzw. besprechen Sie diese mit einem Ernährungsberater, Heilpraktiker oder Ihrem Hausarzt:

Sorgen Sie für eine gesunde Darmflora

Erhöhen Sie den Verzehr von ballaststoffreichen, vitamin- und mineralstoffhaltigen Früchten, Gemüsen und glutenfreien Vollkornprodukten, um das Wachstum guter Darmbakterien zu unterstützen. Meiden Sie in jedem Fall Zucker und stark verarbeitete glutenfreie Produkte, die schlechte Bakterien ernähren und die Dysbiose verschlimmern können.

Probieren Sie, wie Sie fermentierte Lebensmittel (die als natürliche Probiotika gelten), wie Miso, Kimchi, Kombucha, Kefir und Sauerkraut vertragen oder nehmen Sie probiotische Nahrungsergänzungsmittel ein, die den Aufbau einer gesunden Darmflora fördern.

Reduzieren Sie die Entzündung im Darm mit Hilfe einer entzündungshemmenden Ernährung

Essen Sie viele verschiedene Früchte und Gemüse, am besten zu jeder Mahlzeit des Tages eine Portion, denn die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend. Weitere Informationen über die entzündungshemmende Ernährung finden Sie im vorherigen Link.

Würzen Sie mit frischen Kräutern und hochwertigen Gewürzen. Auch diese helfen, Entzündungen weiter herunterzufahren, wie z. B. Knoblauch, Ingwer, Chili, Kurkuma, Rosmarin, Thymian, Zimt, Dill und Basilikum.

Wählen Sie nach Möglichkeit entzündungshemmende Öle und Fette. Dazu gehören insbesondere Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Hanföl, Hanfsamen, Walnüssen und Algenölprodukten sowie ölsäurereiche Öle wie Olivenöl und Mandeln.

Meiden Sie gleichzeitig ein Übermass an entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren wie in Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl und auch ein Übermass an (glutenfreiem) Getreide.

Probieren Sie entzündungshemmende Getränke wie Grüntee, Ingwerwasser oder Brennnesseltee.

Als alternative Therapien werden die Bioresonanztherapie, Kinesiologie und/oder Psychokinesiologie genannt – die Aussichten auf eine Besserung der Beschwerden sind aber gering und wenn dann hauptsächlich dem Placebo-Effekt zuzuschreiben. Wahre Effekte im Sinne einer Heilung sind wissenschaftlich nicht nachweisbar, da die Grundlage der Unverträglichkeit meist in einer genetisch fixen Disposition liegt.

Probiotika helfen dem Darm auch bei Zöliakie

Wird eine glutenfreie Ernährung praktiziert, bessert sich das Gesamtbefinden. Langsam erholt sich der Darm, die Beschwerden klingen ab. Bei diesem Regenerationsprozess kann der Darm wirksam unterstützt werden.

Forscher um Christina Paptista von der Aristotle University of Thessaloniki in Griechenland glauben sogar, mit der Gabe von Probiotika möglicherweise eine vielversprechende Strategie gefunden zu haben, das Fortschreiten einer Zöliakie aufzuhalten bzw. sogar umzukehren – worauf erste Untersuchungen an Mäusen hinweisen.

Die Forscher erklärten in der Zeitschrift Laboratory Investigation: „Die ausgewählte probiotische Behandlung führte zum Rückgang der Krankheit und erlaubt weitere Untersuchungen der Rolle von Probiotika als einem neuen therapeutischen Ansatz zur Behandlung von Zöliakie beim Menschen" (13).

Zur begleitenden Darmsanierung bei glutenfreier Diät empfehlen sich die Einnahme natürlicher Probiotika wie fermentierter Lebensmittel (siehe oben) oder eines guten Präparats mit einer Vielzahl positiver Darmbakterienstämme wie verschiedener Lactobazillen und Bifidobakterien. (14)

* Combi Flora finden Sie hier unter diesem Link.

Die richtige Ernährung bei Zöliakie ist glutenfrei

Die einzige gesicherte „Heilmethode“ der Zöliakie ist immer noch eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Doch welche Lebensmittelgruppen darf man bei Zöliakie nicht essen und was ist erlaubt?

Zuerst die gute Nachricht: Es bleiben genug gesunde und schmackhafte Lebensmittel zur Auswahl übrig. Oft ist eine glutenfreie Diät sogar gesünder, abwechslungreicher, nährstoffreicher und ausgewogener als die oft zu stark getreide- und weizenlastige Einheitskost. Freuen Sie sich also auf die Umstellung, auf eine bewusstere Nahrungsaufnahme und lernen Sie neue Lebensmittel kennen!

Die folgenden Listen (6) schaffen Klarheit, wobei angemerkt werden muss, dass besonders empfindliche Personen selbst Spuren, d. h. unvermeidbare Kontaminationen mit Gluten, nicht vertragen. Von daher ist immer genau die Herstellerdeklaration auf dem jeweiligen Lebensmittel zu studieren bzw. bei Unklarheit beim Hersteller nachzufragen.

So werden glutenfreie Lebensmittel gekennzeichnet

Lebensmittel gelten rein rechtlich als glutenfrei, wenn sie nicht mehr als 2 Milligramm auf 100 Gramm (20 ppm) Gluten enthalten. Enthält ein Produkt mehr Gluten, muss die Zutat im Zutatenverzeichnis besonders hervorgehoben sein, z. B. in fetter und/oder kursiver Schriftart. Manche Hersteller schreiben zusätzlich den Hinweis „enthält Gluten“ in die Deklaration.

Um sich auch im Falle von Spuren rechtlich abzusichern, vermerken viele Hersteller auf der Verpackung, dass das Produkt „Spuren von Gluten“ enthalten kann, obwohl keine Zutat des Lebensmittels wirklich Gluten enthält.

Spuren können deshalb enthalten sein, wenn im herstellenden Betrieb gleichzeitig glutenfreie und glutenhaltige Rohstoffe und Lebensmittel verarbeitet werden und dadurch eine Kreuzkontamination nicht ausgeschlossen werden kann. (1)

Diese Lebensmittel darf man bei Zöliakie nicht essen

  • Alle glutenhaltigen Getreidesorten: Weizen, Roggen, Hafer, Tritikale, Gerste, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer (Zweikorn), Kamut und deren Produkte in allen Formen (Mehle, Schrot, Flocken, Graupen, Griess, Kleie), Bulgur (vorgekochter Weizen), Couscous, Tempuramehl (Mehlmischung, die Weizen enthält)
  • Glutenhaltige Getreideprodukte wie herkömmliche Back- und Teigwaren, z. B. Brot, Brötchen, Kuchen, Kekse, Kräcker, Nudeln und Pizza
  • Alle panierten Lebensmittel wie Wiener Schnitzel, Fischstäbchen usw.
  • Bier und Malzbier, Brottrunk, Liköre, Glühwein, Punsch (falls nicht als glutenfrei deklariert)
  • Importierte Mais– und Reisbiere wegen Gefahr einer Kontamination mit Gluten
  • Alle Lebensmittel, die Malz- oder Backextrakte enthalten, da diese meist aus der Gerste stammen, wie: Malzgetränke, Malzkaffee bzw. Getreidekaffee oder Lebensmittel, die mit Malzextrakt dunkel gefärbt wurden
  • BIO-Frisch und BIO-Trockenhefe (aus Sicherheitsgründen nicht verwenden, da Weizen und Weizenkeime als Nährboden dienen können)

Diese Lebensmittel darf man bei Zöliakie essen

  • Unverarbeitetes, frisches Obst und Gemüse
  • Tiefkühlobst und Tiefkühlgemüse ohne Zusätze
  • Konserven, in deren Zutatenliste nur die Obst- und Gemüsesorten, Wasser, Zucker, Glukosesirup bzw. Salz aufgeführt sind
  • Unverarbeitete Nüsse ohne Würzung, Mandeln, Leinsamen, Mohn, Sesam, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne etc.
  • Milch und Milchprodukte ohne Zusätze
  • Käse in natürlicher Form und ohne glutenhaltige Zusätze
  • Fisch und Meeresfrüchte in frischer, unpanierter, ungewürzter Form ohne weitere Zusätze
  • Fischkonserven im eigenen Saft oder Öl
  • Fleisch naturbelassen, ungewürzt, unpaniert, frisch oder tiefgekühlt
  • Glutenfreie Getreide und Pseudogetreide wie Amaranth, Buchweizen, Mais, Reis, Hirse, Teff, Quinoa, Wildreis,
  • Kastanien
  • Glutenfrei gekennzeichnetes Brot und Mehl
  • Frische Kartoffeln, Pellkartoffeln, Folienkartoffeln
  • Glutenfrei gekennzeichnete Nudeln
  • Echte asisatische Glasnudeln (bestehen ausschliesslich aus Mungobohnenstärke und Wasser)
  • (Asiatische) Reisnudeln aus Reismehl (Vorsicht: Die wie Spagetti aussehenden asiatischen Reisnudeln sind nicht zu verwechseln mit den glutenhaltigen griechischen „Reisnudeln“, den sog. Kritharaki, die aber aus Hartweizengriess bestehen.
  • Hülsenfrüchte alle Sorten
  • Fette ohne Zusätze
  • Süssungsmittel wie Haushalts-, Puder-, Kandis-, brauner Zucker, Gelierzucker (1:1; 2:1; 3:1), Traubenzucker natur ohne Zusätze, Fruchtzucker
  • Brotaufstriche wie Konfitüre, Gelee und Honig
  • Mineral-, Tafel- und Heilwasser
  • Bohnenkaffee, löslicher, gefriergetrockneter Kaffee
  • Reiner, nicht aromatisierter und vitaminisierter Kräuter-, Früchte- und Schwarzer Tee
  • Reine Fruchtsäfte (Fruchtsaftgehalt 100 %) sowie Fruchtnektar und Fruchtsirup
  • Gewürze/Gewürzmischungen ohne Mehlzusatz
  • Essig
  • Wein, Süssmost, Sekt, Prosecco, Obstbranntweine, Korn, klare Brände, Rum, Arrak, Gin, glutenfrei gekennzeichnetes Bier
  • Whisky (grundsätzlich glutenfrei (v. a. Single-Malt Whisky), bei manchen Sorten (z. B. Blended Whisky) wird nach der Destillation Malz zugegeben) (6)

Einen umfassenden Wegweiser zur glutenfreien Ernährung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Weitere Tipps zur sinnvollen Umsetzung der glutenfreien Ernährungsweise finden Sie hier.

Diese Biersorten darf man bei Zöliakie trinken

Auch Bier und Malzbier sind für Zöliakiebetroffene tabu. Allerdings gibt es spezielles, glutenfreies Bier, welches mittlerweile von manchen Brauereien angeboten wird. Auch Reis- und Maisbiere eignen sich für die glutenfreie Ernährung nur, wenn sie als glutenfrei gekennzeichnet sind.

Hafer nur in glutenfreier Qualität und nur in geringen Mengen

Hafer enthält einerseits nur geringe Mengen Gluten und andererseits eine andere Glutenform, die für Zöliakiebetroffene offenbar besser verträglich ist, so dass Verzehrmengen von bis zu 50 g pro Tag möglich sind. Allerdings sollte man zu sog. glutenfreiem Hafer greifen, der nicht mit glutenhaltigem Getreide verunreinigt ist.

So lange dauert es, bis die Beschwerden verschwinden, wenn man beginnt, glutenfrei zu essen

Bei einer kleinen Betroffenen-Umfrage in einem Zöliakie-Forum haben 107 Teilnehmer geantwortet, ab wann bei ihnen nach Umstellung auf eine glutenfreie Diät die Beschwerden verschwanden.

19 % gaben an, dass sofort innerhalb weniger Tage eine Besserung eintrat, bei 28 % dauerte es eine bis zwei Wochen, bei 17 % zwei bis vier Wochen, bei 11 % vier bis acht Wochen und bei einem Viertel der Teilnehmer liess eine Besserung länger als 8 Wochen auf sich warten. (15)

In manchen Fällen dauert es bis zu einem Jahr, bis der Grossteil der Beschwerden abgeklungen ist. Daher sollte nicht zu früh eine Kontrollbiopsie durchgeführt werden. Sind die Antikörper in den Normbereich gesunken und das Befinden deutlich gebessert, kann auch nach der Leitlinie auf eine erneute Spiegelung mit Biopsie verzichtet werden. Die Antikörper normalisieren sich – in Abhängigkeit vom Ausgangswert – meist innerhalb eines Jahres. (1)

Berichte über die Heilung einer Zöliakie

Im Internet finden sich viele Berichte von angeblichen Heilungen bzw. von verschwundenen Symptomen. Das Tückische an diesen Selbstdiagnosen ist jedoch, dass die Krankheit auch bei Glutenaufnahme manchmal fast vollständig beschwerdefrei verlaufen kann bzw. frührere Symtome oder Reaktionen verschwinden können, aber dennoch weitere Schäden im Darm angerichtet werden können.

Endgültige Klärung, ob die Krankheit verschwunden ist und sich die Dünndarmzotten trotz wiederaufgenommener Glutenaufnahme erholen und wieder aufbauen, ist nur durch eine erneute Dünndarmbiopsie möglich.

Einzig die transiente Zöliakie, die sehr selten und meist bei Kindern unter zwei Jahren vorkommt, stellt eine vorübergehende Form der Zöliakie dar, die tatsächlich wieder verschwinden kann.

Nach dem Abklingen der Symptome durch eine entsprechende Diät, können bei erneuter Glutenzufuhr keine entsprechenden Antikörper und auch keine Veränderung der Dünndarmschleimhaut nachgewiesen werden. Es wird jedoch empfohlen, die Antikörper im Blut regelmässig kontrollieren zu lassen. (11)

Darauf sollte man achten, wenn man in ein Restaurant geht

Bevor Sie in ein Restaurant gehen, sollten Sie vorab – am besten telefonisch – abklären, ob es dort ein glutenfreies Angebot gibt. Wer schon auf Spuren an Gluten reagiert, muss sichergehen können, dass für die Zubereitung glutenfreier Gerichte auch gesonderte Utensilien, wie Schneidebretter verwendet werden.

Gehen Sie wenn möglich ausserhalb der Stosszeiten zum Essen. Herrscht viel Betrieb, passieren leichter Fehler, was das Risiko für eine Kontamination steigen lässt.

Entscheiden Sie sich spontan für einen Restaurantbesuch, hat die Deutsche Zöliakie Gesellschaft DZG zu diesem Zweck eine Infokarte erstellt. Mit der "Bitte an den Koch" (Link zum pdf hier) können Zöliakie-Betroffene Service- und Küchenpersonal mit dem Ausruck gezielt über ihre Bedürfnisse informieren. Für ihre Mitglieder bietet die DZG die Kärtchen übersetzt in über 200 Sprachen an. Falls Sie bei servierten Speisen dennoch Zweifel haben, lieber noch einmal nachfragen!

Wichtig ist auch die Bitte an die Küche, eigene, saubere Schneidebretter, Messer und andere Küchenutensilien zu verwenden, um eine versehentliche Kontamination der glutenfreien Speisen mit Resten glutenhaltiger Lebensmittel zu vermeiden. Dies gilt natürlich auch zu Hause mit Partner oder Familie.

Natürlich kann man bereits durch eine clevere Auswahl des Restauranttyps die Wahlbreite an möglichen glutenfreien Gerichten erhöhen. Denn viele Gerichte der jeweilige Landesküchen bzw. Themenküchen sind von Haus aus glutenfrei. Eine grosse Auswahl erwartet Sie in folgenden Restaurants: In der indischen, mexikanischen, thailändischen und vietnamesischen Küche sowie in Fisch-Restaurants und Steak-Häusern.

Zudem gibt es auf fast jeder Speisekarte Gerichte, die von Natur aus glutenfrei sind, wie zum Beispiel Salate. Hier muss man nur darauf achten, dass sie nicht mit Croutons, paniertem Fleisch, einer glutenhaltigen Fertigsauce oder Weissbrot serviert werden.

Diese Nahrungsergänzungsmittel können bei Zöliakie hilfreich sein

Um bestehende Nährstoffmängel auszugleichen, sollte man einerseits auf eine nährstoffreiche glutenfreie Ernährung setzen, wie sie in diesem Artikel anschaulich erläutert wird.

Zudem empfiehlt sich eine Breitbandversorgung mit den wichtigsten Vitaminen und Mineralien, insbesondere mit Folsäure, Eisen, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin K, Selen, Molybdän sowie Magnesium, Calcium und Zink. Je 100 % der Tagesdosis ist zu empfehlen.

* Einen Vitamin B Komplex finden Sie hier unter diesem Link.

* Vitamin C und OPC finden Sie hier unter diesem Link.

* Sango Meeres-Koralle finden Sie hier unter diesem Link.

* Vitamin-K2-Tropfen in Kokosöl finden Sie hier unter diesem Link.

Zöliakie geht oft mit starken Entzündungen im Dünndarm einher und verbraucht daher antientzündliche Nährstoffe wie Vitamin D3 und Omega 3. Eine tägliche Ergänzung mit diesen Nährstoffen ist deshalb sinnvoll, um die Entzündungsreaktion im Darm in Schach zu halten und abzumildern. Beide Nährstoffe werden von der orthomolekularen Medizin generell gegen Autoimmunerkrankungen empfohlen.

Weitere Wirkungen über die Entzündungshemmung hinaus entfaltet Kurkuma. Es hat antioxidative, antibakterielle, antiparasitäre und pilzhemmende Effekte. Dadurch wird auch das Immunsystem gestärkt, welches ja zum Grossteil im Darm sitzt. Das enthaltene Curcumin optimiert zudem die Permeabilität, also die Durchlässigkeit der Darmwand und hilft so auch beim Leaky-Gut-Syndrom, welches öfter mit einer Zöliakie einhergeht. (16)

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Quellen

  1. Deutsche Zöliakie Gesellschaft: www.dzg-online.de, 2019, https://www.dzg-online.de
  2. Deutscher Allergie- und Asthmabund: www.daab.de, 2019
  3. Wikimedia Foundation Inc.: www.wikipedia.de, 2019
  4. IG Zöliakie der Deutschen Schweiz: www.zoeliakie.ch, 2019
  5. MeinAllergiePortal GbR: www.mein-allergie-portal.com
  6. Institut für Ernährungsinformation DEBInet: www.ernaehrung.de
  7. Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG: www.apotheken-umschau.de
  8. Molina-Infante J1, Santolaria S, Sanders DS, Fernández-Bañares F.: Systematic review: noncoeliac gluten sensitivity. Aliment Pharmacol Ther. 2015 May
  9. Maria Raffaella Barbaro et al.: Recent advances in understanding non-celiac gluten sensitivity, Version 1. F1000Res. 2018
  10. René Gräber: www.naturheilt.com
  11. Heilpraxisnet.de GbR: www.heilpraxis.net
  12. Gluten Intolerance Group: www.gluten.org, 2017
  13. Papista C et al.: Gluten induces coeliac-like disease in sensitised mice involving IgA, CD71 and transglutaminase 2 interactions that are prevented by probiotics,
  14. Benedens, Goldau, Goldau, Seelhorst GBR: www. autoimmunportal.de, 2019
  15. FoodOase GmbH: www.zoeliakie-treff.de
  16. Adrian L Lopresti: The Problem of Curcumin and Its Bioavailability: Could Its Gastrointestinal Influence Contribute to Its Overall Health-Enhancing Effects?, Adv Nutr. 2018 Jan
  17. Dr. Schär AG/SPA: Gluten digestion, on www.drschaer.com, 2019