Rheuma: Meist sind es mehrere Ursachen gleichzeitig
Rheuma

Rheuma: Natürliche Massnahmen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 27.07.2018
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Rheuma: Natürliche Massnahmen
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Rheuma ist der Begriff für sehr viele unterschiedliche rheumatische Erkrankungen. Die rheumatoide Arthritis nimmt dabei den Spitzenplatz ein, da sie die am weitesten verbreitete rheumatische Erkrankung ist. Unsere vorgestellten natürlichen Massnahmen beziehen sich daher insbesondere auf die Arthritis. Da ganzheitliche Massnahmen jedoch stets darauf abzielen, den Körper so zu unterstützen, dass er eigenständig sein gesundes Gleichgewicht wiederfindet, können sie genauso bei anderen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zum Einsatz kommen.

Rheuma: Natürliche Massnahmen helfen

Rheuma betrifft viele Menschen – ganz gleich, ob jung oder alt, wobei ältere Menschen natürlich ungleich häufiger zu den Rheumatikern zählen. Rheumatische Erkrankungen zeichnen sich durch einen ziehenden, reissenden Schmerz aus. Dazu gehören beispielsweise

  • die Arthrose (aus der Gruppe der degenerativen, also verschleissbedingten rheumatischen Erkrankungen),
  • die rheumatoide Arthritis (aus der Gruppe der entzündlichen und autoimmunbedingten rheumatischen Erkrankungen),
  • der Lupus erythematodes (aus der Gruppe der sog. Kollagenosen (= Bindegewebserkrankungen)),
  • die Gicht (aus der Gruppe der Stoffwechselerkrankungen)
  • die Fibromyalgie
  • und bis zu 400 weitere Erkrankungen.

Auch wenn Sie kaum ein Arzt darauf aufmerksam machen wird, so gibt es natürliche Massnahmen, mit denen sich Ihr Rheuma lindern lassen kann. Diese Massnahmen kann man testen, BEVOR man zu Medikamenten greift. Man kann sie aber in den meisten Fällen immer auch begleitend zu einer schulmedizinischen Therapie einsetzen. Sprechen Sie jedoch stets vorab mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker darüber.

Ganzheitliche Massnahmen eigenen sich für jede rheumatische Erkrankung

Da es nicht möglich ist, in einem einzigen Artikel auf alle rheumatischen Erkrankungen gleichermassen einzugehen, konzentrieren wir uns hier auf die rheumatoide Arthritis, denn sie ist jene rheumatische Erkrankung, die am weitesten verbreitet ist.

Ganzheitliche Massnahmen behandeln jedoch selten eine ganz bestimmte Erkrankung. Sie stärken vielmehr den Organismus auf eine Weise, dass er selbst wieder zu seinem gesunden Gleichgewicht finden und eigenständig die jeweilige Krankheit besiegen oder lindern kann. Daher ist die Umsetzung fast aller nachfolgenden Massnahmen bei jedweder rheumatischen Erkrankung äusserst vielversprechend!

Mögliche Ursachen

Wie immer, so verhält es sich auch beim Rheuma so, dass es sehr viele in Frage kommende Ursachen gibt. Meist sind es mehrere Ursachen gleichzeitig, die miteinander kombiniert die Entwicklung des Rheumas auslösen. Ja, schon der Verlauf der Kindheit beeinflusst das Risiko, irgendwann einmal Rheumatiker zu werden.

Entsäuerungskur

Muttermilch schützt vor Rheuma

Forscher der Harvard Medical School stellten beispielsweise fest, dass Menschen, die länger als 12 Monate gestillt wurden, im späteren Leben seltener Rheuma bekommen als jene, die nur kurz oder gar nicht Muttermilch erhielten.

Auch hormonelle Faktoren in der Jugend können offenbar entscheidend sein. So gaben dieselben Wissenschaftler an, dass ein frühes Eintreten der ersten Menstruation das Rheumarisiko erhöhen kann. Zu einer verfrühten Menstruation wiederum kann sowohl ein Übergewicht als auch eine Belastung mit Weichmachern aus Kunststoffen führen (BPA), wobei letzteres gleichzeitig ein Übergewicht begünstigt. Achten Sie also schon bei Ihren Kindern auf ein gesundes Körpergewicht und meiden Sie Plastik und Kunststoffe, wo immer es möglich ist, z. B. bei Lebensmittelverpackungen und natürlich bei Schnullern, Babyflaschen und Spielzeug.

Erbanlagen

Viele Menschen glauben, dass es allein die Erbanlagen seien, die dafür verantwortlich sind, wenn eine chronische Krankheit auftritt. Die Erbanlagen – so zeigten Studien an Zwillingen – sind jedoch nur zu einem kleinen Teil der Grund für eine Krankheit. Sehr viel stärker ist der Einfluss von Umweltfaktoren und der Lebens- und Ernährungsweise. Denn selbst bei eineiigen Zwillingen erkranken selten beide gleichzeitig. Oft erkrankt nur ein Zwilling, während der andere gesund bleibt. Wer also die Neigung zu Rheuma in seinen Erbanlagen trägt, muss noch lange nicht krank werden. 

Ein kranker Darm kann Rheuma verursachen

Es ist bekannt, dass bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) oft gleichzeitig auch entzündliche rheumatische Erkrankungen vorliegen. Auch ergaben Untersuchungen der Darmflora von Rheumatikern, dass deren mikrobielle Zusammensetzung sowohl von derjenigen gesunder Personen abweicht als auch ein deutlich entzündungsförderndes Potential aufweist. Es bestehen also unleugbare Zusammenhänge zwischen der Darmgesundheit und der Gelenkgesundheit.

Da es sich bei der Arthritis um eine Autoimmunerkrankung handelt, spielt die Darmgesundheit hier sogar eine ganz besonders wichtige Rolle. Denn wenn die Darmschleimhaut aufgrund falscher Ernährung, Stress, Medikamente etc. durchlässig wird, dann kann dieser Zustand den unerwünschten Autoimmunprozess regelrecht triggern.

Man spricht vom sog. Leaky-Gut-Syndrom (zu Deutsch "Durchlässiger-Darm-Syndrom"): Die Darmschleimhaut und die auf ihr siedelnde Darmflora stellen normalerweise eine natürliche Barriere für Schadstoffe, unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile (z. B. Eiweisse) und giftige Stoffwechselendprodukte dar, während Vital- und Nährstoffe ungehindert passieren können.

Wird der Darm durch ungesunde Ernährung und/oder Medikamente irritiert, nehmen Gärung und Fäulnis überhand, Pilze siedeln sich an und die Darmflora wird gestört.

Eine gestörte Darmflora jedoch kann nicht mehr ihre ursprüngliche Aufgabe (Schutz der Darmschleimhaut) wahrnehmen, woraufhin pathogene Keime sowie Toxine und unverdaute Proteine die Darmschleimhaut passieren und jetzt Allergien und Autoimmunprozesse auslösen können. Eine Darmsanierung und der Aufbau einer gesunden Darmflora ist folglich auch bei einem Rheuma eine essentielle und ursachenorientierte Massnahme, um die ursprüngliche Darmgesundheit wieder herzustellen.

Milch- und Fleischverzehr

In einer Studie vom Januar 2018 konnte gezeigt werden, dass Menschen, die eine genetische Veranlagung für Arthritis aufweisen, besonders dann gehäuft auch tatsächlich an Arthritis erkranken, wenn Sie sich durch Milch- und/oder Fleischverzehr mit einem bestimmten Bakterium – dem sog. MAP-Bakterium – infiziert hatten.

Weitere mögliche Ursachen bzw. Risikofaktoren für die Entstehung einer Arthritis sind:

  • ein Vitamin-D-Mangel,
  • ein Mangel anderer Vitalstoffe,
  • eine allgemein ungünstige Ernährung,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Stress,
  • eine chronische Übersäuerung,
  • Schilddrüsenprobleme,
  • Hormonstörungen,
  • das Rauchen,
  • Alkoholkonsum,
  • eine Belastung mit Schwermetallen etc.

Natürliche Massnahmen bei Rheuma

Aus diesen möglichen Ursachen ergeben sich dann auch die entsprechenden Massnahmen. Denn wenn ein Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor für eine Krankheit darstellt, dann sorgt man natürlich dafür, einen solchen Mangel schnellstmöglich zu beheben – ob man nun bereits krank ist oder ob man lediglich vorbeugen will.

Vitamin D

Ein Vitamin-D-Mangel wird häufig bei chronischen Erkrankungen beobachtet, so auch regelmässig bei Rheumatikern. In einer Studie von 2017 zeigte sich überdies, dass die Gabe von Vitamin D zu einer Besserung der Beschwerden führt.

Lassen Sie daher Ihren Vitamin-D-Spiegel überprüfen und nehmen Sie – je nach Ergebnis – die für Sie passende Dosis ein, um einen Mangel schnellstmöglich zu beheben.

Fasten bei Rheuma nimmt den Schmerz

Wenn Sie Ihre Rheuma-Schmerzen innerhalb weniger Tage loswerden möchten, dann fasten Sie! Eine Heilfastenkur löst bei den meisten Arthritis-Patienten binnen weniger Tage die quälenden Schmerzen in Luft auf, so dass die schulmedizinischen Medikamente während des Fastens abgesetzt werden können. Eine Anleitung zum Fasten finden Sie in unserem entsprechenden Artikel über die unterschiedlichen Fastenmethoden. Wir empfehlen das Heilfasten nach Buchinger.

Nach dem Fasten kehren die Schmerzen jedoch zurück. Was wird offiziell geschlussfolgert? Fasten helfe zwar, aber eben nur solange man faste. Da man aber schlecht dauerhaft ohne Nahrung leben könne, nütze das Fasten langfristig nichts.

Der Denkfehler ist hier, dass das Fasten nicht nur deshalb wirkt, weil man überhaupt nichts isst, sondern weil man dabei zwangsläufig all das nicht isst, was dem Körper schadet. Wenn man nach dem Fasten nur noch solche Lebensmittel zu sich nimmt, die vorteilhaft und gesund sind und gegen die keine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt, dann bleibt der Schmerz gering und der Körper kann sich langsam aber sicher erholen und neue Kräfte schöpfen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten abklären und entsprechende Lebensmittel meiden

Einige Patienten berichten, dass bei ihnen bestimmte Nahrungsmittel einen Arthritisschub auslösen können. Selten werden sie von ihren Ärzten ernst genommen. In Studien mit einer sog. Eliminationsdiät entdeckte man, dass 30 bis 40 Prozent der Rheumapatienten nach 10 bis 21 Tagen ganz massgeblich ihre Beschwerden bessern konnten, wenn sie jene Lebensmittel wegliessen, auf die sie empfindlich reagierten.

Das wären allein in Deutschland über eine viertel Million Menschen, die mit nebenwirkungsreichen Medikamenten behandelt werden, obwohl schon eine umfangreiche Ernährungsberatung mit nachfolgender Ernährungsumstellung ihre Beschwerden deutlich lindern könnte.

Besonders Getreide- und Milcheiweisse können zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen, so dass in diesen Fällen eine pflanzenbasierte basenüberschüssige Ernährung eine wahre Wohltat wäre. Die von Ärzten hingegen oft bei Arthritis und Rheuma empfohlene Ernährung enthält besonders viele Milchprodukte, was bei manchen Betroffenen zu einer Verschlimmerung der Problematik führen kann.

Kein Zucker

Bei Rheumapatienten kann häufig ein gestörter Glucosestoffwechsel mit Insulinresistenz beobachtet werden. Liegt jedoch ein gestörter Glucosestoffwechsel vor, dann sollten isolierte Kohlenhydrate wie Zucker, Weissmehlprodukte und sämtliche Fertigprodukte, die diese beiden Zutaten enthalten, gemieden werden, um die vorliegende Problematik nicht noch weiter zu verstärken.

Manche Arthritisbetroffene berichten, dass Zucker ihre Schübe verschlimmern kann und sie unmittelbar nach dem Verzehr von zuckerreichen Produkten (Kuchen, Süssigkeiten, Softdrinks, gesüssten Milchprodukten etc.) beobachten können, wie ihre Gelenke anschwellen und die Schmerzen stärker werden.

Nur gesunde Fette

Eine Ernährung, die dauerhaft zu hohe Mengen der Omega-6-Fettsäuren und gleichzeitig nur selten Omega-3-Fettsäuren enthält, fördert die Entzündungsneigung des Körpers.

Das heute übliche Verhältnis der beiden Fettsäuren-Gruppen (Omega-6 zu Omega-3) beträgt durchschnittlich 25 zu 1, das wünschenswerte Verhältnis sollte jedoch bei etwa 5 zu 1 liegen. Omega-6-Fettsäuren wie beispielsweise die entzündungsfördernde Arachidonsäure befinden sich in tierischen Produkten. In vielen isolierten pflanzlichen Ölen (Sonnenblumenöl, Distelöl, Arganöl, Kürbiskernöl u. a.) steckt hingegen die Linolsäure, eine weitere Omega-6-Fettsäure.

Die erwünschten und entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren sind hingegen besonders in Leinsaat, Leinöl, Hanfsaat, und auch in Hanföl sowie in den entsprechenden Nahrungsergänzungen enthalten (z. B. Algenöle). Wer sich in das Omega-Thema vertiefend eindenken möchte, findet hier (Omega-3-Bedarf decken) weitere Informationen.

Zum Kochen kann Olivenöl verwendet werden, zum Braten Kokosöl. Die oben genannten Omega-3-reichen Öle werden hingegen nur für Rohkost eingesetzt.

Antioxidantienreiche Ernährung

Freie Radikale und oxidativer Stress belasten das Immunsystem – besonders dann, wenn bereits eine entzündliche Erkrankung vorliegt. Denn Entzündungen führen zu einer explosionsartigen Vermehrung freier Radikale. Freie Radikale können nun direkt das Kollagen im Knorpelgewebe angreifen und dessen molekulare Struktur beeinträchtigen.

Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen, sind in einer gesunden naturbelassenen Ernährungsweise in grossen Mengen enthalten. Zusätzlich können sie gerade zu Beginn der Therapie in Form von Nahrungsergänzungen eingenommen werden, z. B. Astaxanthin, Sulforaphan, OPC, Vitamin C, Curcumin, Gerstengras o. ä.

Mineralstoff- und Vitaminmängel beheben

Immer wieder zeigen Studien, dass Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, spezielle Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe zu einer Linderung der Arthritis bzw. zu deren Vorbeugung beitragen können. Das Vitamin D hatten wir eingangs bereits besprochen. Aber auch das Vitamin C gilt als schützender Faktor gegen rheumatoide Arthritis, da sich in einer Untersuchung zeigte, dass Menschen mit Rheuma oft weniger Vitamin-C-Quellen verspeisen als gesunde Menschen.

Genauso gibt es Hinweise auf die Anti-Rheuma-Wirkung von Vitamin A und Vitamin E sowie des Vitamin-B-Komplexes. Das Enzym Bromelain aus der Ananas ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt, so dass Enzympräparate eingesetzt werden können. Auch die Spurenelemente Selen, Mangan und Bor sollten in keiner Arthritis-Therapie fehlen.

Grundsätzlich sollten bei ersten Anzeichen von Rheuma sämtliche Vitaminmängel und Mineralstoffmängel abgeklärt werden, um gezielt supplementieren zu können.

Magnesiumversorgung optimieren

Magnesiummangel kann Arthritis fördern, und umgekehrt kann eine ausreichende Magnesiumversorgung sowohl den Knorpelaufbau als auch die Knochendichte fördern, weil nur mit Hilfe von Magnesium das meist üppig vorhandene Calcium in die Knochen eingebaut werden kann (Osteoporose ist eine beliebte Folgeerkrankung der Arthritis) und weil nur mit Hilfe von Magnesium Eiweisse in Knorpelgewebe umgewandelt werden können. Magnesium kann ausserdem Entzündungen hemmen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Magnesium ist ferner ein wichtiger Mineralstoff, der chronische Übersäuerungszustände vorbeugen hilft und daher bei einer Entsäuerung gute Dienste leistet:

Entsäuerung

Bei der Verstoffwechslung ungesunder Nahrung entstehen Säuren, die vom Darm ins Blut gelangen. Das Blut muss in jedem Fall einen bestimmten leicht basischen pH-Wert aufrecht erhalten. Andernfalls käme es zu den lebensgefährlichen Symptomen einer Blut-Azidose.

Die Säuren werden daher ins Zwischenzell- und Bindegewebe verschoben, wo sie so lange zwischengelagert werden, bis sich für den Organismus die Möglichkeit ergibt, die Säuren über die Nieren, den Darm oder die Haut wieder auszuscheiden. Da jedoch ständig neue Säuren im Körper eintreffen, verbleiben die Säuredeponien meist erhalten und können nur noch unvollständig abgebaut werden, das Bindegewebe verklebt.

Damit alle Zellen optimal mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden können und gleichzeitig regelmässig entgiften können, ist jedoch ein sauberes Zwischenzell- und Bindegewebe von herausragender Wichtigkeit. Ein übersäuertes Bindegewebe führt folglich zu einem verlangsamten Stoffwechsel, zu überlasteten Ausscheidungsorganen (Leber, Nieren) und beeinträchtigt die Funktionen des Immunsystems. Chronische Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Entzündungen können die Folge sein.

Bekanntlich wird die Existenz einer solchen Übersäuerung von Seiten der Schulmedizin beharrlich bestritten. Inzwischen weisen jedoch erste Studien darauf hin, dass entsäuernde Massnahmen, wie z. B. die Einnahme von Natron, sogar das Immunsystem so beeinflussen können, dass sich Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungsprozesse bessern. Da die Arthritis zu beiden Krankheitsgruppen gehört, ist eine Entsäuerung ein wichtiger Bestandteil der naturheilkundlichen Therapie.

Dauerstress oder emotionale Belastungen auflösen

Stress kann ein bedeutender Faktor für die mögliche Entstehung von Arthritis sein. Stresshormone können zur Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) führen und somit die Entwicklung von Arthritis begünstigen. Auch Störungen im weiblichen Hormonzyklus gelten als möglicher Auslöser für eine Arthritis.

So ist Progesteron beispielsweise ein Hormon mit unter anderem entzündungshemmender Wirkung. Stress jedoch kann zu einem niedrigen Progesteronspiegel führen und auch auf diese Weise Entzündungen fördern. Ein adäquates Stressmanagement ist also nicht nur für unseren Geist, sondern auch für unseren Körper nicht zu unterschätzen.

Hormonelles Gleichgewicht wiederfinden

Während der Menopause sinkt der Progesteron- und auch der Östrogenspiegel, so dass dies mit eine Erklärung für die gehäuften Arthritis-Neuerkrankungen bei Frauen in dieser Lebensphase sein könnte.

Frauen, die bereits in jüngeren Jahren an Rheuma leiden, berichten davon, dass in der zweiten Zyklushälfte – wenn also der Östrogen- und Progesteronsspiegel höher liegt – die Beschwerden deutlich milder sind. Ein ausgeglichener Hormonspiegel ist also wichtig, um das Arthritis- und Rheumarisiko nicht unnötig zu erhöhen.

Eine Hormonersatztherapie mit synthetischen Hormonen ist dazu nicht erforderlich. Inzwischen gibt es naturidentische Hormone mit guter Wirkung und kaum Nebenwirkungen.

Schilddrüsengesundheit im Auge behalten

Das Schilddrüsenhormon T3 reguliert u. a. die Aktivitäten der Knorpelzellen. Wird von der Schilddrüse zu viel oder zu wenig T3 ausgeschüttet, kommt es zum Knorpelabbau und infolgedessen zu Gelenkschäden. Zwar gehört dieser Aspekt besonders zum Thema "Arthrose", doch gelingt auch der bei einer Arthritis-Therapie erwünschte Knorpelaufbau nicht, wenn die Schilddrüse die dafür nötigen Hormone nicht in der richtigen Menge freigibt.

Zahngesundheit überprüfen lassen

Bakterien aus entzündlichen Zahnherden (z. B. wurzelbehandelten Zähnen) können über die Blutbahn in andere Organe (u. a. auch in die Gelenke) gelangen und dort zu erneuten Entzündungen führen. Des Weiteren entdeckte man, dass eine Parodontitis (chronische Zahnfleischentzündung) ein Risikofaktor für die Entstehung von Arthritis sein kann. So ergab eine Studie, dass das Risiko einer Arthritis für Patienten mit Parodontitis um das fast 3- bis 9fache höher ist als für Patienten ohne Parodontitis. Parodontitis jedoch kann ebenfalls auf ganzheitliche Weise angegangen werden (siehe voriger Link).

Parallel zur Schulmedizin

Die ganzheitliche Therapie bei Rheuma kann auch parallel zu einer bereits laufenden schulmedizinischen Behandlung durchgeführt werden. In einem durch die ganzheitliche Rheuma-Therapie gestärkten Körper können schulmedizinische Medikamente nur noch in begrenztem Mass Nebenwirkungen verursachen. Sobald die ganzheitliche Rheuma-Therapie Wirkung zeigt, können die schulmedizinischen Medikamente reduziert, ausgeschlichen oder abgesetzt werden.

Die ganzheitliche Rheuma-Therapie – Zusammenfassung

Die ganzheitliche Rheuma-Therapie besteht zusammengefasst somit aus mehreren Bereichen, die – bei Bedarf – um etliche ergänzende Massnahmen erweitert werden können:

  1. Ernährungsumstellung auf eine basenüberschüssige, möglichst naturbelassene Ernährungsweise ohne Zucker und nur mit gesunden Fetten, u. U. mit einer einleitenden Fastenkur. Wie konkret die Rheuma-Diät aussieht, lesen Sie hier: Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen
  2. Nahrungsmittelunverträglichkeiten abklären lassen und unverträgliche Lebensmittel meiden.
  3. Genussgifte (Nikotin, Alkohol, Drogen) meiden und entbehrliche Medikamente (Schlafmittel, Erkältungsmedikamente, Kopfschmerztabletten bei nur leichtem Kopfschmerz etc.) absetzen. Rauchen gilt als wichtige Mitursache einer Arthritis.
  4. Entsäuerung: Eine Anleitung zur Entsäuerung finden Sie hier. Auch kann – wie oben erklärt – die Einnahme von Natron getestet werden.
  5. Darmsanierung inkl. Aufbau einer gesunden Darmflora: Details zu einer umfassenden Darmreinigung finden Sie hier: Darmreinigung: Die Anleitung. Beginnen Sie mit der Entsäuerung und führen Sie erst anschliessend die Darmreingung durch. Zu viele Massnahmen auf einmal würden den ohnehin erkrankten und geschwächten Organismus überlasten.
  6. Vitamin- und Mineralstoffmängel überprüfen und beheben, dabei besonders an Magnesium denken, das über die Ernährung oder eine gezielte Nahrungsergänzung aufgenommen werden kann.
  7. Sonnenlicht: Tanken Sie regelmässig Sonne, um Ihren Vitamin-D-Spiegel anzuheben oder nehmen Sie ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel ein, nachdem Sie Ihren augenblicklichen Vitamin-D-Spiegel bestimmen liessen!
  8. Antioxidantien in Form von Grüntee oder Nahrungsergänzungen einnehmen, z. B.
  9. Der Pflanzenstoff Sulforaphan (z. B. in Broccoraphan, einem Präparat aus Brokkolisprossen) blockiert die Funktion jener schädlichen Enzyme im Körper, die an der Entstehung von Arthritis beteiligt sind und zu Entzündungen und Schmerzen führen können. Wird der Sulforaphan-Spiegel im Blut erhöht, kann der Pflanzenstoff in das Gewebe der Gelenke wandern und direkt vor Ort vor Arthritis schützen. Mehr Informationen zu Sulforaphan finden Sie hier.
  10. MSM ist eine organische Schwefelverbindung, die in einer Studie die Bildung von entzündungsfördernden Zytokinen und knorpelabbauenden Enzymen hemmen konnte und so Arthritis – insbesondere im frühen Stadium – stoppen können soll. Schmerzreduktion und grössere Beweglichkeit können die Folgen von MSM sein. Weitere Informationen zu MSM finden Sie hier.
  11. Natürliche Enzym-Präparate (z. B. Digevit): Das in Digevit oder anderen Enzympräparaten enthaltene Ananas-Enzym Bromelain hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  12. Sorgfältige Zahnhygiene: Aufgrund des Zusammenhanges zwischen einer Parodontitis und der Arthritis ist penibel auf die Zahnfleisch- und Zahngesundheit zu achten. Bei Beachtung unserer Ernährungstipps führt schon allein dies zu einer deutlich besseren Zahngesundheit. Verwenden Sie ausserdem eine chemiefreie Zahncreme sowie regelmässig Zahnseide. Führen Sie täglich eine Ölspülung (auch Ölziehkur genannt) oder eine Mundspülung mit dem karieshemmenden Zuckeraustauschstoff Xylit durch.
  13. Stressabbau: Kümmern Sie sich um Entspannungsmassnahmen und organisieren Sie Ihren Tag so, dass er stressfrei zu bewältigen ist.
  14. Ergo- und Physiotherapie: Korrekte und regelmässige Bewegung ist bei Arthritis äusserst wichtig, da Bewegungsmangel sehr schnell zu einer Verstärkung der Gelenksteifheit führen wird. Erkundigen Sie sich nach einem wirklich fähigen Physiotherapeuten und schliessen Sie sich evtl. einer Rheuma-Sportgruppe an, die sich regelmässig zu Aktivitäten trifft, wie z. B. im Schwimmbad oder bei Lauftreffs oder in Fitnessstudios.
  15. Zimtöl für schmerzende Arthritis-Gelenke: Wenn die Gelenke schmerzen, können Sie selbst gemachtes Zimtöl für eine schmerzlindernde Massage verwenden. Eine Anleitung finden Sie hier: Die fünf Vorteile von Zimtöl
  16. CBD Öl gegen Schmerzen: CBD Öl (Cannabidiol Öl) wird aus THC-freiem Hanf gewonnen, der keine psychoaktiven Auswirkungen hat, dafür aber Schmerzen lindert, Entzündungen hemmt, bei Schlafstörungen hilft und die Psyche stabilisiert. Es handelt sich somit um ein natürliches Schmerzmittel, das bei ordnungsgemässem Einsatz kaum Nebenwirkungen mit sich bringt und für das kein Gewohnheitseffekt bekannt ist. Man kann das Öl tropfenweise einnehmen oder es auf die schmerzenden Stellen einmassieren.
  17. Phytotherapie: Bei einer Studie wurden die teilnehmenden Arthritis-Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt 2 x 100 mg Diclofenac (ein entzündungshemmendes Schmerzmittel), die andere bekam nur 50 mg Diclofenac sowie täglich 50 Gramm Mus aus gedämpften Blättern aus Brennnessel (verteilt auf drei Portionen). In beiden Gruppen verbesserten sich sowohl die rheumaspezifischen Blutwerte als auch Schmerz, Bewegungseinschränkung und Steifigkeit um 70 Prozent. Erfahrungsgemäss können 50 mg Diclofenac keine derartige Linderung der arthritischen Beschwerden herbeiführen, so dass das Brennnesselmus offenbar 150 mg Diclofenac ersetzen kann bzw. dazu verhilft, die nebenwirkungsreiche Medikation um 75 Prozent zu reduzieren. Wer Probleme mit der Beschaffung von Brennnesselblättern hat, kann auf Brennnessel-Frischpflanzenpresssaft zurückgreifen. (Quelle: Leitfaden Phytotherapie, Schilcher/Kammerer, 2. Auflage, S. 773)

Ergänzende Massnahmen, die Sie bitte mit einem kompetenten Therapeuten besprechen:

  1. Mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten austesten lassen und die entsprechenden Nahrungsmittel meiden
  2. Gezielte Ausleitung von Schwermetallen nach Überprüfung, ob eine entsprechende Belastung vorliegt.
  3. Sanierung von möglichen Zahnherden und fachkundige Entfernung von schwermetallhaltigen Zahnfüllungen
  4. Überprüfung der Schilddrüsengesundheit
  5. Überprüfung des Hormonstatus bei Frauen und evtl. Einnahme naturidentischer Hormonpräparate
  6. Begleitende Therapien wie z. B. Homöopathie, Hydrotherapie (Kneipp) etc.

Rheuma: Ganzheitliche Massnahmen langsam und Schritt für Schritt umsetzen!

Je nach Stadium des Rheumas und der Allgemeinverfassung des einzelnen Menschen, sollten die Komponenten der ganzheitlichen Arthritis-Therapie häppchenweise und keinesfalls alle gleichzeitig sowie in Absprache mit dem Arzt umgesetzt werden.

Die ganzheitliche Rheuma-Therapie führt zu einer enormen Ausscheidung von Toxinen und eingelagerten schädlichen Stoffwechselendprodukten, so dass dieser Prozess – wird er nicht Schritt für Schritt, sondern übereilt eingeleitet – sogenannte Heilkrisen (auch Entgiftungssymptome oder Herxheimer Reaktion genannt) auslösen kann.

Gehen Sie daher mit Bedacht, systematisch und konsequent vor und verlieren Sie nie Ihr Ziel aus den Augen: Endlich schmerzfrei und gesund sein!

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

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Lieben Dank für Ihr Verständnis und bis bald,
Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 13.06.2018

Sehr geehrtes Team,

ich lese immer mit Interesse Ihre Nachrichten. Heute u.a. über Rheuma. Nur - ich beachte all diese Dinge seit Jahren und frage mich: Warum habe ich dann Rheuma? Abnehmen kann ich auch nicht bei 1,65 Größe und 46 KG. Ich koche jeden Tag frisch - möglichst Bioprodukte. Fastfood existiert bei uns also nicht; zudem bin ich seit bald 20 Jahren Vegetarier. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Seit letzten Winter kam zur Polyarthritis auch noch ein Frostbeulen-Lupus hinzu.

MfG

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Da wir Ihre konkrete Situation sowie Ihre individuelle Lebens- und Ernährungsweise nicht kennen, fällt es aus der Ferne natürlich schwer, die in Ihrem Fall möglichen Trigger und Auslöser zu finden. Geben Sie nie auf, eigenständig zu forschen, wo bei Ihnen der Knackpunkt liegen könnte!

In unserem Artikel geht es nicht nur um die Ernährung an sich, sondern auch um viele andere Lebensbereiche, die Sie vielleicht noch nicht abgeklärt haben:

Vitamin-D-Mangel? Mangel anderer Vitalstoffe? Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Stress? Hormonstörungen? Belastung mit Schwermetallen? Wurde die Darmflora saniert?

Wobei auch diese Liste nicht vollständig ist. Bei manchen Menschen kann eine chronische bakterielle Infektion vorliegen, bei anderen eine Schimmelpilzbelastung, auch Parasiten sind in der Diskussion. Dann gibt es Massnahmen, die helfen, das Immunsystem wieder zu regulieren, was bei Autoimmunerkrankungen hilfreich sein kann. Wir haben Details in unserem Hashimoto-Artikel beschrieben (auch Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung).

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Ihr ZDG-Team

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Quellen

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  • Ärzte Zeitung, Juni 2009, Entzündung der Gelenke schlägt sich auch auf Zähne und Kiefer nieder, (Quelle als PDF)
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