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Depressionen: Natürliche Hilfen

Depressionen: Natürliche Hilfen

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(Zentrum der Gesundheit) – Depressionen betreffen immer mehr Menschen – und die meisten nehmen Antidepressiva oder gehen zur Psychotherapie. Wer beides erhält, gilt aus Sicht der Schulmedizin als optimal versorgt. Vielen Betroffenen geht es trotzdem nicht gut. Denn oft wird nicht nach den Ursachen gesucht, deren Behebung in manchen Fällen gar nicht so schwer wäre. Natürliche Hilfen aus dem Bereich der Ernährung, Bewegung, Naturheilkunde und Nahrungsergänzung, die jeder selbst umsetzen kann, könnten hier eine grosse Unterstützung bieten und sollten jede konventionelle Therapie begleiten.

Depressionen – Naturheilkundliche Massnahmen helfen

Bei Depressionen gibt es viele ganzheitliche und naturheilkundliche Möglichkeiten, die nachweislich helfen und heilen können. Wer jedoch an Depressionen leidet, ist oft nicht in der Lage, mal eben ein Sportprogramm zu absolvieren, zu schauen, welche Nahrungsergänzungen erforderlich wären, die Ernährung gesünder zu gestalten, die Nebenwirkungen von Medikamenten zu überprüfen, die man seit Jahren nimmt, geschweige denn ein ganzheitliches Konzept zusammenzustellen.

Wir möchten daher schon an dieser Stelle darauf hinweisen, dass unser Artikel und die darin aufgeführten Möglichkeiten der Selbsthilfe nicht nur für depressive Menschen gedacht sind, sondern auch für Angehörige, Ärzte und Therapeuten, die dann den Betroffenen entsprechend beistehen und sie unterstützen können. Denn diese brauchen definitiv mehr als einfach nur Tabletten und oft auch mehr als eine Psychotherapie.

Allerdings ist es so gut wie nie so, dass eine ganz bestimmte Vorgehensweise oder ein ganz bestimmtes Mittel jedem Betroffenen gleichermassen helfen würde. Stattdessen scheint gerade bei Depressionen jeder einzelne Mensch ein ganz individuelles Konzept aus verschiedenen Massnahmen zu benötigen. Unser Artikel soll auf diese in Frage kommenden Massnahmen hinweisen. Welche davon dann letztendlich im Einzelfall sinnvoll und hilfreich sind, muss für jeden einzelnen Menschen sorgfältig überprüft und individuell entschieden werden.

Die Definition

Die offizielle Definition einer Depression beinhaltet stets den Begriff psychische Störung, die sich durch die im nächsten Absatz beschriebenen Symptome bemerkbar mache. Die Psyche nun wiederum wird als „Ort menschlichen Fühlens und Denkens“ beschrieben. Das klingt, als seien Depressionen ein Problem, das sich in unserem Geiste entwickelt hat – etwa durch schlimme Erlebnisse. Das aber ist nur die halbe Wahrheit. Oft müsste die Definition einer Depression auch Hinweise darauf enthalten, dass die Krankheit in vielen Fällen rein körperlich bedingt ist, wie Sie im Verlauf des Artikels erfahren werden.

Die Symptome – So erkennen Sie eine Depression

Eine Depression ist nicht mit einem Stimmungstief oder schlechter Laune zu vergleichen. Sie ist ein Zustand, aus dem man glaubt, nie mehr auferstehen zu können. Sie hält gefangen wie ein dunkler Kerker. Es gibt keine Hoffnung, kein Licht, kein Lächeln. Man fühlt, wie man fällt, erreicht aber nie den Boden. Ganz gleich, wie die Umstände sind – ob Sonnenschein oder Regenwetter, ob die Kinder lachen oder weinen – nichts berührt, nichts kommt mehr im Innern an. 

Selbst Dinge, die immer sehr viel Spass gemacht haben, können nicht mehr begeistern. Tätigkeiten, die beim gesunden Menschen nicht der Rede wert sind, wie Haare waschen oder sich anziehen, entpuppen sich als kräftezehrende Aktionen, die man an manchen Tagen einfach nicht schafft. Und hat man sich dazu aufgerafft, ermüdet man schnell, obwohl man sich in den Augen anderer noch gar nicht wirklich angestrengt hat.

In der Leitlinie für Unipolare Depression, die von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) herausgegeben wurde, können Sie viele weitere Zusatzsymptome nachlesen, die Ihnen helfen, eine Depression zu erkennen, zum Beispiel:
 

  • Man kann sich schlecht konzentrieren.
  • Man fühlt sich wertlos.
  • Man schläft schlecht und wacht viel früher auf als normalerweise.
  • Man hat keinen Appetit und verliert an Gewicht.
  • Man schmiedet keine Zukunftspläne mehr.
  • Man überlegt, wie es wäre, nicht mehr da zu sein und sucht – zumindest gedanklich – nach Möglichkeiten, dies umzusetzen.
     

Depressionen mit oder ohne Grund

Leidet man an einer reaktiven Depression, dann ist dieser Zustand die Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis. Das kann der Tod oder eine schwere Krankheit eines nahestehenden Menschen sein, eine eigene schwere Krankheit, Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule, die Trennung vom Partner, ein Unfall oder eine andere traumatische Erfahrung.

Gerade in Trauerfällen aber stellt sich die Frage, ob man der Trauer nicht die Zeit geben sollte, bis sie verarbeitet ist. Denn Trauer kann zwar der Auslöser für eine Depression sein, sie muss es aber nicht. Trotzdem scheint Trauer in unserer Gesellschaft nicht erwünscht zu sein. Tabletten werden gegeben, damit der Trauernde möglichst schnell wieder der Alte wird.

Bei der endogenen Depression gibt es keinen erkennbaren Grund oder Auslöser. Der Betroffene scheint „einfach nur so“ depressiv zu sein.

Depressionen sind keine Seltenheit

Immer mehr Menschen sind von Depressionen betroffen. Laut einer Studie der WHO, die 2017 veröffentlicht wurde, litten im Jahr 2015 mehr als 320 Millionen Menschen weltweit an Depressionen (4,4 Prozent der Weltbevölkerung). Zehn Jahre zuvor waren es nur 3,7 Prozent, was auf eine rasante Entwicklung hindeutet.  

Allein in Deutschland sind 4,1 Millionen Menschen betroffen (5,2 Prozent der Bevölkerung). Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) kam nach einer Umfrage zum Ergebnis, dass gar 8,1 Prozent der Bevölkerung (zwischen 18 und 79 Jahren) depressive Symptome zeigen.

Und wenn man die Jahre addiert, die weltweit alle depressiven Patienten mit ihren Depressionen verbringen, ergibt sich die unvorstellbare Zahl von 50 Millionen Jahren. Keine andere Krankheit begleitet den Menschen somit über so viele Lebensjahre hinweg, wie es Depressionen tun.

Warum ausgerechnet die Zahl der jugendlichen Depressiven so stark wächst, ist unbekannt. Laut der Deutschen Depressionshilfe erkranken 3 – 10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression. Sogar schon die kleinsten der Kleinen sind depressiv. Im Vorschulalter leiden 1 Prozent an Depressionen, im Grundschulalter 2 Prozent. Die Beschäftigung mit Sozialen Medien könnte – so wird vermutet –  an dieser Entwicklung durchaus beteiligt sein.

Überdiagnosen und Dunkelziffer

Allerdings muss bei all den genannten Zahlen auch immer die Gefahr der Überdiagnosen berücksichtigt werden. Denn wie schnell sind viele Ärzte heute mit Antidepressiva bei der Hand. Man muss in der Praxis nur in Tränen ausbrechen, über unerklärliche Schlappheit und Antriebslosigkeit klagen oder von extremem Stress und der scheinbaren Ausweglosigkeit privater Probleme berichten, schon hat man ein Rezept in der Hand.

Kein Wunder zeigte sich in einer Untersuchung von 2013, dass nur 38 Prozent von über 5.600 Teilnehmern, die mit Medikamenten gegen Depressionen behandelt wurden, auch tatsächlich an Depressionen litten. Bei den über 65-Jährigen waren es gar nur 14 Prozent.

Gleichzeitig vermutet man eine hohe Dunkelziffer, da sich viele Menschen mit Depressionen gar nicht erst trauen, den Arzt aufzusuchen. Darüber ist die Schulmedizin sehr betrübt, weil sie diese nicht vorschriftsmässig behandeln kann. Ein Mensch mit Depressionen gilt nämlich erst dann als optimal versorgt, wenn er Antidepressiva nimmt und psychotherapeutisch betreut wird.

Antidepressiva wirken nicht viel besser als Placebo

Antidepressiva aber heilen nicht. Sie wirken laut mancher Experten nicht viel besser als entsprechende Placebopräparate. Irving Kirsch beispielsweise – Professor für Psychologie an verschiedenen Universitäten sowie Dozent für Medizin an der Harvard Medical School in Boston – erhielt in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit für seine Studien, in denen er zeigte, dass die Wirksamkeit von Antidepressiva zum grössten Teil auf einem Placeboeffekt beruht.

In der Zeitschrift für Psychologie erklärt er in einem Artikel aus dem Jahr 2014, wie es dann überhaupt dazu kommen kann, dass Antidepressiva eine Zulassung erhalten. Die Zulassungskriterien der FDA (US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit) seien das Problem, schreibt Kirsch. Dort verlange man mindestens zwei klinische Studien, die einen signifikanten Unterschied zwischen dem Medikament und dem Placebopräparat zeigen können. Der Trick sei nun aber, dass man unendlich viele Studien machen könne, um letztendlich die zwei erforderlichen Studien vorweisen zu können. Die Studien mit negativem Ausgang würden einfach ignoriert.

Studien, die Antidepressiva keine Wirkung bescheinigen, werden nicht veröffentlicht

Ein sehr gutes Beispiel für die selektive Veröffentlichung von Antidepressiva-Studien – so Kirsch – ist Vilazodon, ein Antidepressivum, dass 2011 von der FDA zugelassen wurde. Man hatte für dieses Medikament insgesamt sieben kontrollierte Wirksamkeitsstudien durchgeführt. In den ersten fünf zeigten sich keine signifikanten Wirkungen bei Depressionen. In zweien davon schnitt sogar das Placebopräparat besser ab.

Also liess der Hersteller zwei weitere Studien durchführen und schaffte es schliesslich, einen kleinen, aber signifikanten Unterschied im Vergleich zum Placebopräparat aufzuzeigen – flugs wurde das Mittel von der FDA zugelassen. In den Informationen, die man Ärzten und Patienten zum entsprechenden Antidepressivum zukommen liess, konnte man lesen, dass zwei Studien die Wirkung des Mittels belegten, was beeindruckend klingt, aber nur, weil man von den fünf erfolglosen Studien nichts weiss. Diese liess man vorsorglich unter den Tisch fallen.

Schon drei Jahre zuvor schrieben Turner et al. im The New England Journal of Medicine, dass in der Fachliteratur meist nur solche Studien veröffentlicht würden, die Antidepressiva eine Wirkung bescheinigten. So wurden zwischen 1987 und 2004 zwölf Antidepressiva auf der Basis von 74 Studien zugelassen. 38 dieser Studien bescheinigten den Medikamenten eine Wirkung und 37 davon wurden veröffentlicht. Die übrigen 36 der 74 Studien aber zeigten keine Wirkung nach Einnahme von Antidepressiva. Nur 3 davon wurden mit diesem Ergebnis veröffentlicht. 22 wurden gar nicht publiziert, während 11 zwar veröffentlicht wurden, aber ihre Schlussfolgerungenn plötzlich so formuliert waren, als hätten die Antidepressiva eine hilfreiche Wirkung gezeigt. Turner und Kollegen raten daher, stets die Ergebnisse einer Studie zu lesen und nicht nur die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler.

Interessantes Nebenergebnis sämtlicher Antidepressiva-Studien ist, dass Placebo-Präparate – auch wenn sie oft einen positiven Effekt haben – im Gegensatz zu den echten Medikamenten KEINE oder weniger Nebenwirkungen aufweisen. Die helfende Wirkung kann man sich also gut einbilden, die Nebenwirkungen glücklicherweise weniger gut.

Ärzte verschreiben lieber Antidepressiva als Psychotherapien

Leider verschreiben Ärzte die nebenwirkungsreiche echte Variante – und das auch noch sehr viel lieber als eine Psychotherapie. Gerade bei mittelschweren Depressionen, wenn eine Psychotherapie also besonders wichtig wäre, werden laut einer Studie, die 2017 im Ärzteblatt vorgestellt wurde, oft nur Medikamente gegeben.

Bekommt man nun aber doch die Überweisung zur Psychotherapie, dann heisst es nicht selten, sich erst einmal in Geduld zu üben. Denn die Wartelisten mancher Therapeuten sind so lang, dass Monate ins Land ziehen können, bis man den ersten Termin erhält. Ist man endlich dran, erhält man die Information, dass eine Psychotherapie keinesfalls von heute auf morgen wirke, man hingegen mit Monaten, wenn nicht gar Jahren rechnen müsse, die man „auf der Couch“ verbringen werde. Von einer „optimalen Versorgung“ depressiver Menschen ist die Schulmedizin also doch noch sehr weit entfernt – und auf Hilfe zur Selbsthilfe wartet man hier vergebens.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es nicht selten die Schulmedizin höchstpersönlich ist, die überhaupt erst zur Depression führt. Denn viele Arzneimittel können als Nebenwirkung Depressionen mit sich bringen oder zumindest zu Symptomen führen, die mit Depressionen verwechselt werden können.

Wenn Medikamente depressiv machen

Eine Cortisontherapie beispielsweise kann zu kognitiven Veränderungen führen, was sich in Wortfindungsstörungen und schlechtem Gedächtnis äussern kann. Zusätzlich kann es bei Cortisontherapien zu psychischen Problemen, wie Manien, Psychosen und auch zu Depressionen kommen – und zwar schon in den ersten Wochen der Einnahme, was bereits in mehreren Studien überprüft wurde. Daher wird an mancher Stelle empfohlen, man solle doch, wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg Cortison nehmen müsse, gleich mit Antipsychotika gegensteuern.

Wer Cortison nimmt, aber auch wer Antibiotika, Schmerzmittel u. a. nehmen muss, erhält zeitgleich sog. Magenschutzmedikamente verschrieben. Meist sind es Protonenpumpenhemmer (PPI), wie z. B. Omeprazol, Pantoprazol o. ä. Sie erkennen sie an der Endung -prazol. Und als wären all die bekannten Nebenwirkungen dieser Arzneimittelgruppe noch nicht genug (wir stellen sie hier vor: PPI – Der Teufelskreis der Säureblocker), las man im September 2017 im Fachjournal International Psychogeriatrics, dass auch noch Depressionen auftreten können, wenn man Säureblocker vom Typ PPI einnimmt.

Verständlich, dass die Einnahme von PPI nicht gerade die beste Idee ist, wenn man von Antidepressiva Sodbrennen bekommt, auch wenn genau das – vom Arzt abgesegnet – häufig praktiziert wird. Andere säurereduzierenden Medikamente, wie H2-Rezeptorblocker oder Antazida (Rennie & Co.) haben diese Nebenwirkung nicht. Naturheilkundliche Alternativen zu Säureblockern beschreiben wir im obigen Link (PPI – Der Teufelskreis…).

Britische Forscher veröffentlichten im September 2014 im Fachmagazin BMC Pharmacology and Toxicology überdies eine Liste mit 110 weiteren Medikamenten, die nachweislich Depressionen verursachen können. Dazu gehören Arzneimittel gegen Akne, Malaria, Haarausfall, Epilepsie, Migräne, Hepatitis und Asthma, ausserdem Medikamente zur Raucherentwöhnung, Appetitzügler, Statine, manche Antibiotika (Gyrasehemmer), Schmerzmittel, Parkinsonmedikamente und nicht zuletzt die Antibabypille. Details dazu lesen Sie hier: Nebenwirkung Depressionen

Ganz gleich, welche Arzneimittel Sie daher nehmen, schauen Sie auf den Beipackzettel, sprechen Sie mit Ihrem Apotheker oder googeln Sie im Netz, ob auch Depressionen zu den Nebenwirkungen gehören können. Wenn Ihre Medikamente ein Auslöser für Depressonen sein können, bitten Sie Ihren Arzt um Alternativmedikamente.

Mögliche Ursachen – Wenn eine Depression gar keine Depression ist

Nun kann die Schulmedizin jedoch nicht nur mit dem, was sie tut und verschreibt, zu Depressionen beitragen bzw. ihre Heilung verhindern, sondern auch damit, was sie nicht tut. Denn immer wieder werden Depressionen diagnostiziert, obwohl in Wirklichkeit ein ganz anderes Problem vorliegt, das jedoch einfach nicht erkannt wird. So können sich Depressionen als Folge körperlicher Funktionsstörungen und somit begleitend zu anderen Krankheiten entwickeln.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse beispielsweise kann der Grund einer Depression sein, da sie sich äusserst negativ auf die Psyche auswirkt; genauso verhält es sich mit einer Störung der Nebennieren und der Nebenschilddrüse. Auch Rheuma, Darmentzündungen, Blutarmut sowie Autoimmunerkrankungen und Tumore, ja sogar Viruserkrankungen, wie z. B. das Epstein-Barr-Virus können zu Depressionen führen.

Alle diese Problematiken sollten daher in jedem Fall erst einmal ausgeschlossen bzw. entsprechend behandelt werden, bevor es zur Diagnose Depression kommt, bevor der Patient Antidepressiva nimmt und sich sodann wundert, warum es ihm nach wie vor schlecht geht.

Auch eine Östrogendominanz (Hormonstörung bei Frauen) kann Depressionen begünstigen. Lassen Sie daher Ihren Hormonspiegel überprüfen, um diesen als Ursache für Ihre Depression ausschliessen zu können.

Wenn sich die zugrundeliegende Erkrankung beheben lässt, wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch eine Östrogendominanz, dann legt sich die Depression oft sehr schnell wieder.

Quecksilber aus Amalgam als Ursache

In der Naturheilkunde wird ferner noch auf andere mögliche Ursachen hingewiesen, wie z. B. eine Quecksilberbelastung oder generell eine Schwermetallbelastung, die man zunächst abklären lassen könnte. In einer schon älteren Studie von 1994 hatte man den psychischen Zustand von Frauen mit und ohne Amalgamfüllungen untersucht und festgestellt, dass die Frauen mit den quecksilberhaltigen Zahnfüllungen nicht nur viel eher an Müdigkeit und Schlaflosigkeit litten, sondern auch Emotionen wie Ärger nicht so leicht kontrollieren konnten, häufiger an Ängsten litten und insgesamt weniger glücklich, weniger selbstsicher und weniger ausgeglichen waren.

In ihrer Schlussfolgerung schrieben die damaligen Forscher, dass Quecksilber aus Amalgem ein ursächlicher Faktor für Depressionen darstelle, da es u. a. die Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin etc.) im Gehirn beeinträchtige und für alle genannten psychischen Symptome verantwortlich sein könne. Eine Überprüfung der Qualität vorhandener Amalgamfüllungen durch den Zahnarzt oder Umweltmediziner und ggf. eine Zahnsanierung mit anschliessender Quecksilberausleitung könnte bei Depressionen daher u. U. zu einer Besserung führen.

Schadstoffbelastung

Viele Alternativmediziner und Heilpraktiker arbeiten daher grundsätzlich auch mit entgiftenden Massnahmen, wenn bei einem Patienten Depressionen diagnostiziert wurden. Denn eine Schadstoffbelastung kann eindeutig zu psychischen Störungen führen. Es muss sich dabei keinesfalls um eine schwere Vergiftung handeln. Wie wir schon oben bei den Amalgamfüllungen gesehen haben, können hier schon ganz alltägliche Dosen ausreichen, um bei entsprechend empfindlichen Menschen zu depressiven Symptomen zu führen.

In einer Studie von 2009 stellte man beispielsweise fest, dass das Risiko, eine Depression zu entwickeln, mit zunehmender Bleibelastung des Blutes stieg. Die entsprechenden Forscher schrieben, die neurotoxische Wirkung von Blei trage zur Entstehung mentaler Gesundheitsprobleme bei – und zwar auch in Dosen, die man bislang als ungefährlich eingeschätzt hatte. Ähnliches gilt für Cadmium.

Eine Ausleitung könnte bei einer bestehenden Belastung somit durchaus zu einer Besserung von Depressionen führen. Ansprechpartner sind Umweltmediziner oder spezialisierte Heilpraktiker. Weitere Informationen zur Entgiftung finden Sie hier: Die ganzheitliche Entgiftung

Zu einer ganzheitlichen Entgiftung gehört immer auch die Prüfung der aktuellen Vitalstoffversorgung des Betroffenen. Denn Vitalstoffmängel drosseln nicht nur die körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten und erhöhen somit das Risiko einer Schadstoffbelastung, sondern können auch direkt zu Depressionen führen.

Vitalstoffmangel als Grund für Depressionen

Selbst in der Schulmedizin gilt ein gravierender Vitalstoffmangel als möglicher Grund für Depressionen. Doch selten wird danach gesucht. Selbst wenn nachfolgend nur einige ausgewählte Vitalstoffe besprochen werden, sollte der depressive Mensch – wie jeder Mensch – natürlich mit ALLEN Vitalstoffen rundum gut versorgt sein, ganz gleich ob dies nun das Vitamin D ist, der B-Komplex, das Vitamin C, Magnesium, Eisen, Jod, Zink, Chrom, Selen oder was auch immer.

Der erste Vitalstoff, an den man bei Depressionen denkt, ist jedoch das Vitamin D. Es steht mit der sog. Winterdepression in Zusammenhang. Denn Vitamin D wird mit Hilfe des Sonnenlichts in der Haut gebildet und genau das ist im Winter bekanntlich rar.

Vitamin D

Da man bei vielen chronisch kranken Menschen – und so auch bei Menschen mit Depressionen – nicht nur im Winter, sondern ganzjährig einen Vitamin-D-Mangel beobachten kann, liegt es nahe, Vitamin D einzunehmen. Bei Jugendlichen beispielsweise konnte die wöchentliche Einnahme von 50.000 IE über 9 Wochen hinweg depressive Symptome merklich bessern. Auch Depressionen während und nach der Schwangerschaft konnten gelindert werden, wenn die betroffenen Frauen 2.000 IE täglich ab der 26. bis 28. Schwangerschaftswoche einnahmen.

Und in einer Übersichtsarbeit vom April 2014 schrieb Dr. Simon Spedding – Internist und Ernährungsmediziner an der University of South Australia, Adelaide – dass Studien, die dem Vitamin D keine Wirksamkeit bei Depressionen bescheinigen, auf Fehler im Studiendesign zurückzuführen seien, z. B. wenn zu niedrige Dosen zum Einsatz kamen (niedriger als 800 IE pro Tag), die Studien eine zu kurze Dauer hatten (nur ein paar Wochen) oder Menschen mit Vitamin D behandelt wurden, die zuvor gar keinen Vitamin-D-Mangel aufwiesen.

Dies bestätigen Studien, die z. B. 20.000 oder 40.000 IE Vitamin D pro Woche über ein Jahr hinweg einsetzen und – im Vergleich zur Placebogruppe – zu einer Verbesserung der depressiven Symptomatik führen.

Eine Supplementierung mit Vitamin D ist also immer nur dann sinnvoll, wenn auch ein Mangel besteht und dieser mit adäquaten Dosen behoben wird. Bei Depressionen sollte daher zunächst der Vitamin-D-Spiegel bestimmt werden. Wird ein niedriger Wert entdeckt, nimmt man das Vitamin D in der individuell erforderlichen Menge ein – z. B. wie hier beschrieben: Vitamin D – Die richtige Einnahme

Vitamin-B-Komplex

Auch der Vitamin-B-Komplex steht mit dem psychischen Wohlbefinden in engem Zusammenhang. Wir haben bereits hier erklärt (Serotoninspiegel natürlich erhöhen), dass der Körper zur Herstellung von Serotonin aus der Aminosäure L-Tryptophan die Vitamine B3 und B6 benötigt.

Serotonin ist jener Botenstoff im Gehirn, der bei einem niedrigen Spiegel zu den wichtigsten – wenn auch inzwischen umstrittenen – Ursachen von Depressionen gehört. Daher werden Antidepressiva vom Typ der sog. Serotoninwiederaufnahmehemmer verordnet, denn diese lassen den Serotoninspiegel im Gehirn steigen.

Auch Folsäure und Vitamin B12 beeinflussen die Psyche massgeblich und sollten daher stets in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Ein Folsäuremangel wird häufig bei depressiven Menschen beobachtet, was man schon seit den 1960er Jahren weiss. Bereits damals entdeckte man, dass mit dem Folsäuremangel oft ein niedriger Serotoninspiegel einhergeht. Interessant ist überdies, dass Antidpressiva bei manchen Patienten offenbar besser wirken, wenn gleichzeitig Folsäure (800 µg/Tag) und Vitamin B12 (1.000 µg/Tag) eingenommen werden.

Folsäure und Vitamin B12 sind wichtig für die Bildung von SAM (S-Adenosyl-Methionin), einem Stoff, der für das Gehirn und Nervensystem sehr wichtig ist und den Serotoninspiegel heben kann. Folsäure und Vitamin B12 sind ausserdem am Abbau des Homocysteins beteiligt, einem Zwischenprodukt des Aminosäurestoffwechsels. Klappt dieser Abbau nicht ordnungsgemäss, steigt der Homocysteinspiegel, was nun wiederum mit erhöhtem oxidativen Stress sowie chronischen Entzündungen in Verbindung steht.

Bei depressiven Menschen findet man häufig erhöhte Homocysteinspiegel. Kein Wunder werden Depressionen immer öfter auch zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen gezählt.

Chronische Entzündungen bei Depressionen

Man vermutet gar – wie in Nature Medicine im Juni 2013 zu lesen war – dass manche Antidepressiva (z. B. Fluoxetin, Amitriptylin) nur deshalb wirken, weil sie entzündungshemmende Eigenschaften mit sich bringen und womöglich genau diese Entzündungshemmung ihre Hauptwirkung ist.

Dies würde erklären, warum man im Allgemeinen mehrere Wochen warten muss, bis man – wenn überhaupt – eine Wirkung verspürt. Würden Antidepressiva allein über die Beeinflussung der Botenstoffe im Gehirn wirken, dann müsste man das binnen weniger Stunden oder Tage merken. Eine Entzündungshemmung aber braucht Zeit. Genauso würde diese These erklären, warum andere Antidpressiva (die keine entzündungshemmenden Wirkungen aufweisen) bei vielen Depressionen nur ungenügende Erfolge zeigen.

Wenn Sie daher an Depressionen leiden, empfehlen sich in jedem Fall entzündungshemmende Massnahmen. Praktisch ist, dass Sie hier auf nichts Besonderes mehr achten müssen, wenn Sie die in diesem Artikel aufgeführten Vorschläge umsetzen, denn diese wirken fast allesamt antientzündlich, wie z. B. die nachfolgenden Omega-3-Fettsäuren.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie wirken nicht nur entzündungshemmend. Sie dienen ausserdem als Baustoffe im Gehirn und Nervensystem. Ja, das Gehirn besteht gar zu 20 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Daher verwundert es nicht, wenn längst Untersuchungen vorliegen, die zeigten, dass Omega-3-Fettsäuren bei zahlreichen Problemen des Nervensystems helfen können, wie z. B. bei Alzheimer, Schizophrenie, ADHS, Autismus und eben auch bei Depressionen.

Je geringer beispielsweise der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutkörperchen ist, umso schwerer verläuft eine Depression, zeigte sich schon in einer Studie aus den 1990er Jahren.

Da heutzutage oft nur geringe Omega-3-Fettsäure-Mengen verzehrt werden, besteht hier häufig ein Mangel, der bei Depressionen in jedem Falle behoben werden sollte. Dabei ist es nicht nur wichtig, für eine gesunde Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren zu sorgen. Auch ein passendes Omega-6-Omega-3-Verhältnis von etwa 5 : 1 sollte eingehalten werden. Da Omega-6-Fettsäuren heute gerne im Überschuss verzehrt werden (Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl, viele tierische Fette etc.), ist es gar nicht so einfach, hier ein Gleichgewicht zu erreichen.

Omega-3-Fettsäuren werden am besten gezielt in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen. Bei Depressionen zeigten sich die unterschiedlichsten Dosierungen als wirksam. Oft werden in Studien sehr hohe Dosen von 4 bis 6 g verabreicht. Achtet man jedoch – wie oben erklärt – auch auf das Omega-6-Omega-3-Verhältnis und auf eine insgesamt gesunde Ernährung, wirken sich auch geringere Omega-3-Dosen positiv aus, z. B. täglich 1 bis 2 g. Details zur richtigen Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren finden Sie hier: Omega-3-Bedarf decken

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien

Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind immer wieder im Gespräch, Depressionen verursachen zu können. Wer beispielsweise an einer Glutensensitivität leidet, also Gluten nicht verträgt (das Eiweiss in manchen Getreidearten), kann auf den Verzehr von Gluten mit depressiven Symptomen reagieren (Studie).

Da nicht jeder Betroffene weiss, dass er glutensensitiv ist, wäre es bei Depressionen eine gute Idee, dies abklären zu lassen oder ganz einfach einmal einige Wochen lang glutenfrei zu leben und zu beobachten, wie sich diese Ernährungsumstellung auf den Gemütszustand auswirkt.

Andere Lebensmittel können ebenfalls zu Unverträglichkeiten und damit auch zu Depressionen führen, wie z. B. Milchprodukte.

Sind Sie Histadeliker?

Manche Menschen leiden an einer zu hohen körpereigenen Histaminproduktion. Man nennt sie Histadeliker. Betroffene – so hat man festgestellt – werden häufiger depressiv als Menschen mit gesundem Histaminspiegel. Nehmen Histadeliker Folsäure ein, kann sich die Depression noch verschlimmern, da Folsäure die Histaminproduktion anregt.

Der Histaminspiegel kann beim Arzt überprüft werden. Zum Einsatz kommen bei positivem Befund histaminsenkende Massnahmen. Vitamin C beispielsweise gilt als histaminsenkend und kann in Dosen von 1 bis zu 2 g täglich eingenommen werden (auf mehrere kleine Dosen verteilt) – Verträglichkeit vorausgesetzt.

Auch die Aminosäure Methionin gilt als histaminsenkend. Sie liefert die erforderlichen Methylgruppen, um Histamin abzubauen. Oft wird empfohlen 500 mg Methionin plus 500 mg Calcium am Morgen einzunehmen und dasselbe noch einmal am Abend. Calcium verhindert, dass Histamin ins Gewebe übertritt und sich im Körper verteilt. Weitere Tipps, die bei einem Histaminüberschuss helfen können, finden Sie hier: Histaminintoleranz

KPU

Die sog. Kryptopyrrolurie (KPU) ist eine Stoffwechselerkrankung, die mit einem massiven Vitalstoffmangel einhergeht. Die KPU zeigt sich in ganz unterschiedlichen Symptomen, die grösstenteils natürlich auf die Mangelzustände zurückgeführt werden können. Behebt man den Mangel nämlich, bessert sich das Befinden oft sehr schnell.

Zu den Symptomen einer KPU zählen neben einer erhöhten Infektanfälligkeit, Schlafstörungen, Blutbildungsstörungen, Hautveränderungen etc. auch Depressionen. Die KPU lässt sich recht einfach mittels eines Urintests überprüfen. Details zur KPU lesen Sie hier: KPU – Ursache vieler Beschwerden

Kupfer

Vermutet wurde einst, dass ein zu hoher Kupferspiegel im Blut Depressionen begünstigen könnte. Da sich dieser erhöhte Kupferspiegel bei erfolgreicher medikamentöser Behandlung (mit Antidepressiva) aber nicht veränderte, hat man diesen Faktor nicht weiter verfolgt. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass Medikamente die Depression nur maskieren, sie aber nicht heilen und sich daher auch die Ursachen nicht zurückbilden können.

Da ein Kupferüberschuss die Folge eines Zinkmangels sein kann (Zink schützt vor Kupferüberschuss) ist gerade bei der KPU auch dieser Zusammenhang denkbar.

Candida, Parasiten und Bakterien

Der Pilz Candida albicans ist ein Hefepilz, der beim Menschen häufig auf Schleimhäuten und im Verdauungstrakt zu finden ist. Verbreitet sich dieser Pilz übermässig im Körper, löst er allergische Reaktionen und auch depressive Symptome aus. Im Jahr 2016 konnte in einer Studie sogar gezeigt werden, dass Menschen mit Bipolarer Störung oder Schizophrenie häufiger an einer Candida-Infektion leiden als Gesunde. Und in der Gruppe der Kranken ginge es jenen schlechter, bei denen man Candida entdeckt hatte. Ob Sie an einem Befall mit Candida leiden, lässt sich leicht mit Hilfe eines Darmpilz-Checks herausfinden.

Manche Foscher sind ferner der Meinung, dass Depressionen durchaus die Folge einer parasitären oder bakteriellen Infektion sein könnten. Denn man weiss, dass Parasiten die Psyche ihrer „Opfer“ massiv verändern können. Genauso können bestimmte Bakterien im Darmtrakt zu Depressionen führen, während andere sie auch wieder beheben können, weshalb eine Sanierung der Darmflora auch bei Depressionen zu einer wichtigen Massnahme gehört:

Darm sanieren

Bei einer Darmsanierung werden unerwünschte Pilze und Bakterien aus der Darmflora verdrängt, während das Milieu so beeinflusst wird, dass sich die vorteilhaften Bakterien ansiedeln und vermehren können.

Das gesunde Gleichgewicht der Darmflora verschiebt sich hingegen durch eine ungesunde Ernährung, die aus reichlich Zucker, Weissmehlprodukten, tierischem Eiweiss, Alkohol und Softdrinks besteht. Aber auch Stress, Zahngifte (Amalgam), chemische Reinigungsmittel oder Medikamente, wie Antibiotika sind an der Entwicklung einer gestörten Darmflora beteiligt.

Da sich eine gestörte Darmflora direkt auf die Gehirngesundheit auswirkt und dort zu Störungen sowie chronischen Entzündungsprozessen führen kann, sollte bei Depressionen die Darmgesundheit im Mittelpunkt stehen. Informationen dazu finden Sie hier: Darmflora-Aufbau gegen Depressionen und hier: Probiotika – Die Stresskiller

Gesunde Ernährung bei Depressionen

Bei Depressionen ist eine vitalstoffreiche Ernährung das A und O. Leider gehen Depressionen oft mit Appetitlosigkeit einher oder aber mit dem Appetit auf ungesunde Lebensmittel. Letztere können Transfette enthalten, die man mit einem verstärkten Auftreten von Depressionen in Verbindung bringt. Sie sind insbesondere in Backwaren und Süssigkeiten oder auch in Fast Food von Imbissbuden enthalten. Auch Zucker ist eine beliebte Zutat in ungesunden Lebensmitteln. Wie Zucker zu Depressionen beitragen kann, haben wir hier erklärt: Zucker macht depressiv

Welche Ernährung hingegen bei Depressionen optimal wäre, haben wir hier beschrieben: Ernährungstherapie bei Depressionen und hier: Ernährung gegen Depressionen

Blutzuckerschwankungen vermeiden

Gerade der Verzehr von Zucker und isolierten Kohlenhydraten, wie z. B. Kuchen, Eis, Kekse, Süssigkeiten, gezuckerte Milchprodukte, gesüsste Getränke uvm. begünstigt Depressionen, weil diese Lebensmittel zu Blutzuckerschwankungen führen können. Beim ständigen Auf und Ab des Blutzuckerspiegels kann es nun zu Weinkrämpfen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Schwindelgefühlen, Vergesslichkeit bis hin zu Depressionen kommen.

Wie Blutzuckerschwankungen verhindert werden können, finden Sie im vorigen Link beschrieben. Die wichtigste Massnahme ist jedoch ganz einfach eine zuckerarme und gleichzeitig vitalstoff- und ballaststoffreiche vollwertige Ernährung. Tipps für den Ausstieg aus der Zuckersucht finden Sie hier: Ausstieg aus der Zuckersucht

Kein Alkohol, kein Nikotin, kein Koffein

Natürlich bessern die üblichen Alltagsdrogen – Alkohol, Koffein und Nikotin – eine Depression keineswegs. Im Gegenteil, meist verstärken sie das ursprüngliche Problem. Koffeinempfindliche Menschen, die sowieso schon mit Nervosität auf Koffeinkonsum reagieren, sollten bei Depressionen Kaffee, Cola & Co besser meiden.

Dass Alkohol keine Lösung darstellt, dürfte nicht mehr diskutiert werden müssen – und bei Nikotin verhält es sich so, dass sich in Studien zwar zeigte, wie angstlösend und antidepressiv es wirken kann, dass der Entzug dann aber ein Problem bereitet, da dieser zu Angstzuständen und Depressionen führen kann.

Urlaub von Handy, Tablet und Social Media

Aktivitäten in den Sozialen Medien können nicht weniger süchtig machen als die genannten Drogen. Längst weiss man, dass sie das Seelenleben massiv beeinträchtigen können. Wenn Sie sich von Handy & Co. gestresst fühlen, überprüfen Sie, ob Sie sich aus dieser eher unwirklichen Welt nicht besser zurückziehen möchten und sich wieder auf Ihre direkte Umwelt konzentrieren. Gerade für Kinder und Jugendliche, aber auch für viele Erwachsene, wäre es äusserst hilfreich und gesund, mehr Zeit offline zu verbringen – nicht nur für den Geist, auch für den Körper, da jetzt wieder Kapazitäten für Sport und Bewegung frei werden:

Für Bewegung sorgen

Regelmässige sportliche Betätigung wie z. B. Jogging oder Walking, sorgt für einen Anstieg der Endorphine im Körper. Dass schon eine Stunde Sport pro Woche Depressionen vorbeugen kann, haben wir hier erklärt: Depressionen: Eine Stunde Sport pro Woche beugt vor

Liegt bereits eine Depression vor, wäre mit Sicherheit mehr Bewegung erforderlich. Wenn es sich machen lässt, Sie vielleicht auch jemanden an Ihrer Seite haben, der Sie motivieren kann, wäre es äusserst hilfreich, wenn Sie täglich hinaus in die Natur gehen könnten und dort z. B. eine Stunde spazierengehen. Sie müssen also nicht sofort mit einem High-Intensity-Training starten.

Serotoninspiegel erhöhen

Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin sind chemische Botenstoffe im Gehirn, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Ein niedriger oder unausgeglichener Neurotransmitter-Spiegel kann daher zu Depressionen, aber auch „nur“ zu starken Stimmungsschwankungen und Konzentrationsstörungen führen.

Ist beispielsweise Serotonin in ausreichendem Mass vorhanden, sorgt es für gute Laune, eine gute Konzentration und Optimismus. Niedrige Serotoninspiegel können zu Schlafstörungen, Reizbarkeit, mangelnder Konzentration und Depressionen führen. Den Link zu Massnahmen, die den Serotoninspiegel auf natürliche Weise erhöhen können, finden Sie ganz am Ende des Artikels.

Dazu können auch Nahrungsergänzungen, wie z. B. der Safranextrakt oder 5-HTP gehören. In Studien hat sich erwiesen, dass Safranextrakt (2 x 15 mg/Tag) nach 6 Wochen ähnliche Wirkungen zeigte wie Fluoxetin, ein sehr häufig verordnetes Antidepressivum. Alle Details zu 5-HTP finden Sie hier: 5-HTP – Wirkung, Nebenwirkung und Dosierung

Genügend Wasser trinken

Natürlich ist es auch wichtig, ausreichend gutes Wasser (ohne Kohlensäure) zu trinken. Eine latent vorhandene Dehydrierung (Wassermangel) kann sich nachhaltig auf die geistige und körperliche Gesundheit auswirken. Bereits eine leichte Dehydrierung kann Kopfschmerzen, Konzentrations-, Gedächtnis- und Sehstörungen verursachen.

Denken Sie daher daran, regelmässig Wasser zu trinken. Als Richtwert gilt: Trinken Sie pro Tag 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Wenn Sie viel Gemüse, Salate, Sprossen und Früchte essen, können Sie auch weniger Wasser trinken. Ein Liter über den Tag verteilt wäre in diesem Fall dennoch ideal.

Stress abbauen

Schlafmangel und emotionale Belastungen, sprich Stress dezimieren den Vorrat der "Wohlfühl"-Neurotransmitter im Gehirn. Gleichzeitig steigt der Stresshormonspiegel. Früher wurden diese Stresshormone durch körperliche Arbeit wieder abgebaut. Der moderne Mensch bewegt sich allerdings kaum noch – und das, wo er sich häufig im Dauerstress befindet.

Deshalb ist es äusserst wichtig, den Stress regelmässig mit Hilfe eines wirksamen Stressmanagements abzubauen. Dazu gehören Massnahmen wie Yoga, Progressive Muskelentspannung, Meditation o. ä. Auch Musik hören oder ein gutes Buch lesen kann helfen, dem alltäglichen Stress so zu begegnen, dass er keinen Schaden mehr anrichtet.

Genauso helfen bestimmte Atemübungen (z. B. Yogisches Atmen) beim Stressabbau. Sie sorgen für Entspannung – und Entspannung lindert Stress; weniger Stress mindert wiederum chronische Entzündungen – und weniger Entzündungen bedeuten weniger Depressionen.

Oft liest man über stressreduzierende Massnahmen hinweg, weil man ihnen nichts zutraut oder weil ihre Umsetzung kompliziert klingt. Dabei könnte in vielen Fällen schon allein eine konsequent praktizierte Entspannungsmethode die Depression massiv verbessern.

Jene Gedanken finden, die depressiv machen

Manche Menschen schaffen es, sich allein durch ihre eigene Gedankenwelt unglücklich zu machen, einfach deshalb, weil sie ihren Gedanken Glauben schenken. Wem es gelingt, die Flut der Gedanken, die täglich über einen hereinbricht, nicht mehr so ernst zu nehmen, findet viel leichter einen Ausweg aus Krisen.

The Work von Byron Katie kann dabei helfen: The Work von Byron Katie – Ein Weg zu Glück und Zufriedenheit. Byron Katie litt selbst jahrelang an Depressionen, bevor Sie Ihre Methode entdeckte, sie The Work nannte und sich auf diese Weise selbst von ihren Depressionen heilte.

Ätherische Öle

Auch ätherische Öle sind eine einfache Möglichkeit, die Heilung von Depressionen zu unterstützen. Welche Öle Sie wie einsetzen können, haben wir hier beschrieben: Ätherische Öle gegen Depressionen

Spezielle Heilpflanzen einsetzen

Bevor Sie zu Medikamenten greifen, könnten Sie die Kraft der Heilpflanzen bei Depressionen testen. Sie wirken häufig mindestens genauso gut wie antidepressive Arzneimittel bei deutlich weniger oder gar keinen Nebenwirkungen.

Insbesondere bei leichten bis mittelschweren Depressionen können Johanniskraut, Passionsblume und auch der Safran eingesetzt werden. Wir haben hier darüber berichtet: Heilpflanzen gegen Depressionen

Rhodiola rosea

Eine ganz spezielle Pflanze, die bei Depressionen und sogar bei Angstzuständen helfen kann, ist Rhodiola rosea oder Rosenwurz. Sie gilt als natürliches Antidepressivum und Adaptogen. Ein Adaptogen ist eine Pflanze, die dabei hilft, Stress besser ertragen zu können. Man wird sozusagen stressresistenter. Gleichzeitig erhöht Rhodiola rosea die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Die Dosis wird individuell gewählt und beträgt zwischen 200 und 600 mg eines Rhodiola-Extraktes pro Tag. Alle Informationen zu Rhodiola rosea finden Sie hier: Rhodiola rosea – Stresskiller und natürliches Antidepressivum

Akupressur und Akupunktur

Die Akupressur, z. B. das sog. Klopfen (auch EFT genannt) stellt eine einfache Selbsthilfemassnahme dar, die man immer bei der Hand hat und die keinerlei Aufwand erfordert. In einer australischen Studie beispielsweise zeigte sich, dass eine EFT-Behandlung über 8 Wochen Angstzustände und Depressionen nachhaltiger bessern konnte als die übliche Verhaltenstherapie.

Natürlich können auch Massnahmen helfen, die man mit Hilfe eines spezialisierten Therapeuten umsetzen könnte, wie z. B. die Akupunktur. Sie kann nicht nur eine Schmerztherapie unterstützen, sondern auch die Wirkung der Therapie bei Depressionen verstärken.

Depressionen auf natürliche Weise überwinden

Die in Frage kommenden Ursachen von Depressionen und die möglichen Massnahmen sind also recht zahlreich. Dabei ist unsere obige Liste sicher nicht vollständig. Nun bedeutet eine umfangreiche Liste aber nicht, dass jeder Mensch diese auch komplett „abarbeiten“ müsste. Es geht eher darum, sich die individuell passenden Punkte herauszugreifen und diese für sich konsequent umzusetzen.

Selbstverständlich können die genannten Massnahmen in vielen Fällen auch mit Medikamenten kombiniert werden, wie z. B. Sport, Ernährung, Omega-3-Fettsäuren, die Sanierung der Darmflora uvm. Denn das eine schliesst das andere ja nicht aus. Im Gegenteil. Immer wieder zeigt sich, dass beide Richtungen – die Schulmedizin und die Naturheilkunde – einander sehr gut ergänzen und gegenseitig unterstützen können. Die Naturheilkunde macht eine Wirkung der Schulmedizin oft erst möglich, wie im Falle der Vitalstoffmängel.

Lediglich bei Massnahmen, die den Serotoninspiegel erhöhen, muss man abklären, ob man diese mit Antidepressiva gemeinsam einsetzen kann oder nicht. Denn ein zu hoher Serotoninspiegel ist auch wieder nicht gut (ein Serotonin-Syndrom könnte sich entwickeln). Ganzheitliche Massnahmen zur Erhöhung des Serotoninspiegels finden Sie hier: Serotonin natürlich erhöhen

Falls Sie sich für Antidepressiva entschieden haben, diese aber nicht wirken und Ihr Arzt nicht daran denken sollte, erinnern Sie ihn daran, dass es oft Sinn macht, verschiedene Antidepressiva miteinander zu kombinieren. Oft aber lohnt es sich, vor der Einnahme von Medikamenten nach Hilfe zur Selbsthilfe Ausschau zu halten. Mit unserem Artikel haben Sie diese gefunden.

Alles Gute wünscht Ihnen Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

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Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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