Darm
Chronisch entzündliche Darmerkrankung

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 12.10.2017
  • 1 Kommentar
Chronisch entzündliche Darmerkrankung
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Eine proteinreiche Ernährung erhöht das Risiko, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zu entwickeln. Eine im American Journal of Gastroenterology veröffentlichte Studie des Hospitalier Universitaire de Bicetre in Paris ergab, dass von 67.000 Studienteilnehmerinnen diejenigen Frauen, deren Ernährung den höchsten Anteil tierischer Proteine enthielt, ein dreimal so hohes Risiko aufwiesen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zu entwickeln als Frauen, die nur wenig tierisches Protein zu sich nahmen.

CED: Je mehr tierisches Eiweiss, desto kränker der Darm

CED äussern sich in schweren Entzündungen des Verdauungstraktes. Leiden wie Morbus Crohn(1) oder Colitis ulcerosa(2) gehören zu den bekanntesten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Die Forscher verfolgten zehn Jahre lang die Krankengeschichte von mehr als 67.000 Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums erkrankten 77 Teilnehmerinnen an CED. Daraufhin analysierten die Wissenschaftler die Ernährungsweise aller Teilnehmerinnen und stiessen so auf den genannten Zusammenhang zwischen CED und einer Ernährung, die reich an tierischen Proteinen ist.

ProbioAkut

Fleisch und Fisch gleichermassen schädlich

Die Wissenschaftler untersuchten ferner, welche Art tierischen Eiweisses zu einem erhöhten CED-Risiko führen könne und stellten fest, dass nicht nur Fleischkonsum, sondern genauso Fischverzehr dafür verantwortlich war.

Sie vermuten nun, dass die bei der Verdauung von tierischem Eiweiss entstehenden giftigen Stoffwechselprodukte wie z. B. Ammoniak und Schwefelwasserstoff den Verdauungstrakt beschädigen könnten. Ausserdem beeinträchtige eine proteinreiche Ernährung möglicherweise die natürliche Balance nutzbringender Bakterien im Darm.

Massnahmen zur Vorbeugung und Therapie

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen den Einfluss der Ernährung auf das CED-Risiko,”

schrieben die Forscher. „Wenn dieser sich in weiteren Studien bestätigen sollten, können wir daraus Strategien zur Prävention und Therapie sowie zur effektiven Vermeidung von Rückfällen ausarbeiten.“

Frühere Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen einem hohen CED-Risiko und dem Verzehr grosser Mengen Zucker sowie bestimmter Fette (Omega-6-Fettsäuren, z. B. aus tierischen Fetten, Sonnenblumenöl, Distelöl, etc.). Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Hanföl, etc.) ist, wurde hingegen mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.

Die erforderlichen Massnahmen für eine gesunde Ernährung, mit der man CED vorbeugen kann, sind also: Zucker und Fleisch meiden sowie für ein gesundes Omega-6-Omega-3-Verhältnis (etwa 5 : 1) sorgen.

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Fussnoten

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Anonym schrieb am 13.05.2017

Liebe Mitarbeiter des Zentrums der Gesundheit, Ich habe zwei Fragen. Mir wurde die basische Ernährung ans Herz gelegt allerdings bin ich ein begeisterter Fleischesser. Kann man das irgendwie kombinieren? Fleisch ist prinzipiell unter den schlechten Säurebildern aufgelistet, was mich etwas traurig macht. Kann man es vielleicht mit irgendwas kombinieren um die negativen Eigenschaften zu unterdrücken? Roh mit gewürzen, gebraten, frittiert, gekocht... ich liebe Fleisch in sogut wie jeder Form. Ich hoffe da kann man etwas machen. Zur zweiten Frage. Ich leide seit mehreren Monaten schon unter starken beschwerden im Darmbereich. Und das gleich in mehreren Bereichen und als stechende, drückende und brennende Schmerzen. Ultraschall war unauffällig und vor einer Darmspiegelung hab ich viel zu viel Angst. Gibt es da etwas dass man versuchen könnte?

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Fleischverzehr und basische Ernährung schliessen sich gegenseitig aus. Sie könnten die basenüberschüssige Ernährung wählen, wie wir sie hier beschrieben haben. Wenn Sie also Fleisch essen wollten, könnten Sie versuchen, wenig Fleisch zu essen und dazu viel Gemüse und Salate.

Da es Ihnen aber derzeit nicht gut geht, was meist ein Hinweis darauf ist, die bisherige Ernährungs- und Lebensweise in Augenschein zu nehmen, raten wir dazu, einige Zeitlang ohne Fleisch zu leben (z. B. 4 Wochen lang) und zu beobachten, wie es Ihnen geht. Denn gerade ein hoher Fleischverzehr wird in manchen Untersuchungen für Darmerkrankungen verantwortlich gemacht.

Dennoch empfehlen wir in jedem Fall eine entsprechende Untersuchung, damit Sie erfahren, was Ihnen fehlt.

Gute Besserung!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit