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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören glücklicherweise nicht zu den akut lebensbedrohlichen Erkrankungen. Sie bringen jedoch belastende Symptome mit sich: Chronische Durchfälle, Schmerzen, Gewichtsverlust und vieles mehr. Naturheilkundliche Massnahmen können für Linderung sorgen.

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18 Oktober 2021

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Ist von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die Rede, geht es insbesondere um zwei Krankheitsbilder: Morbus Crohn (Ileitis terminalis) und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen werden zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Es handelt sich also nicht um Infektionskrankheiten und auch nicht um akut lebensbedrohliche Erkrankungen.

Meist kommen nebenwirkungsreiche Medikamente (als Dauertherapie) oder sogar Operationen zum Einsatz, so dass sich die Betroffenen meist zusätzlich zur medikamentösen Therapie eigenständig nach natürlichen Therapien umhören und ihre Erkrankung wenigstens begleitend naturheilkundlich behandeln möchten.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Die Unterschiede

Während Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum Darmausgang befallen kann, beschränkt sich die Colitis ulcerosa auf den Dickdarm. Bei Colitis ulcerosa beginnt die Entzündung im Rektum (Enddarm, 20-cm-langes Darmstück vor dem Darmausgang) und breitet sich im weiteren rezidivierenden (schubweisen) Krankheitsverlauf kontinuierlich im restlichen Dickdarm aus – ein Ausbreitungsmuster, das man mit einer Darmspiegelung gut erkennen kann.

Die bevorzugte Lokalisation des Morbus Crohn ist im Bereich des Übergangs vom Dünndarm in den Dickdarm. Ein anderer Begriff für Morbus Crohn ist daher auch Ileitis terminalis. Denn der unterste Abschnitt des Dünndarms heisst Ileum (Krummdarm) und der allerletzte Abschnitt des Krummdarms vor dem Übergang in den Dickdarm heisst terminales Ileum. Die Endung – itis im Begriff Ileitis weisst auf eine Entzündung hin. (Beispiele: Arthritis (Gelenkentzündung), Bronchitis (entzündete Bronchien), Gastritis (Magenschleimhautentzündung) etc.).

Die Entzündung kann bei Morbus Crohn aber auch zeitgleich an mehreren Stellen des Verdauungstraktes auftreten. Meist ist das terminale Ileum und gleichzeitig der Enddarm (Rektum) entzündet.

Morbus Crohn befällt alle Schichten der Darmwand. Bei der Colitis ulcerosa ist nur die innere Schleimhautschicht (der Dickdarmwand) betroffen. Beide Erkrankungen können teilweise schlimme Ausmasse annehmen – und das Leben der Betroffenen zum Teil erheblich beeinträchtigen (1).

Die Symptome von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kommt es zu Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust bis hin zu chronischer Müdigkeit. Die Durchfälle können blutig, schleimig, oder beides sein. Typisch ist ein rezidivierender, also schubweiser Krankheitsverlauf, bei dem erträgliche Zeiten (Remissionen) mit dramatischen Phasen (Rezidiven) abwechseln, wobei letztere oft eine Behandlung in einer Klinik erforderlich machen.

Während der Krankheitsschübe (Rezidive) oder danach kann es zu weiteren Erkrankungen kommen. Jeder fünfte Morbus-Crohn-Patient und jeder siebte Colitis-ulcerosa-Patient bekommt eine reaktive Arthritis, bei genau derselben Zahl der Betroffenen entwickelt sich eine Sacroiliitis (entzündliche, degenerative Veränderung des Iliosakralgelenks (am unteren Rücken)). Eine reaktive Arthritis ist eine Arthritis, die sich als Folge einer (meist bakteriellen) Harnwegs- oder Darmentzündung einstellt.

Auch Gallenwegsentzündungen, Blutarmut (Anämie), Hauterkrankungen (z. B. Rosacea) oder Augenentzündungen (Uveitis) können nach den Schüben entstehen.

Durchfälle und Bauchschmerzen führen dazu, dass man nicht mehr alles essen kann und auch insgesamt weniger isst, besonders während der Schübe. Zusätzlich kann es infolge der entstandenen Schäden in der entzündeten Schleimhaut zu Resorptionsstörungen kommen. Beides – wenig essen und Resorptionsstörungen – führt zu Nährstoff- und Vitalstoffmängeln, die nun wiederum weitere Symptome und Erkrankungen nach sich ziehen können.

Im Krankheitsverlauf kann es zu Stenosen (Engstellungen) im entzündeten Darm kommen, was die erhöhte Gefahr eines Darmverschlusses mit sich bringt.

Besonderheiten bei Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn können vom Darm aus auch Fisteln (mit Eiter gefüllte Gänge) und Abszesse entstehen. Fisteln bildet der Körper eigentlich aus gutem Grunde. Er versucht über diese Gänge Eiter nach aussen ableiten zu können. Doch gelingt dies oft nicht in der erwünschten Form.

Die Fisteln können unterschiedliche Darmabschnitte miteinander verbinden oder sogar vom Darm zu anderen Organen oder zur Körperoberfläche führen. Auch können diese Gänge „blind“ enden und jetzt Abszesse bilden, die sehr schmerzhaft sind und oft mit Fieber und einer generalisierten (den ganzen Körper betreffenden) Entzündung einhergehen.

Besonderheiten bei Colitis ulcerosa

Bei Colitis ulcerosa kann es häufiger zu sichtbarem Blut im Stuhl kommen als bei Morbus Crohn. Colitis-ulcerosa-bedingte Blutungen im Dickdarm führen zu hellem Blut im Stuhl. Wenn hingegen bei Morbus Crohn der obere Verdauungstrakt betroffen ist (Speiseröhre/Magen) und es dort zu Blutungen kommt, dann wird das Blut (bzw. der rote Blutfarbstoff (= Hämoglobin)) durch den Kontakt mit der Magensäure in schwarzes Hämatinchlorid umgewandelt. Der Stuhl erscheint dann durch das ältere Blut schwarz gefärbt.

Natürlich kann es auch zu einer Vermischung von frischem und älterem Blut im Stuhl kommen, nämlich dann, wenn sowohl das obere als auch das untere Verdauungssystem betroffen ist und es in beiden Bereichen zu Blutungen kommt, was aber dann nur bei Morbus Crohn vorkommen kann.

Die Geschichte der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Chronische Durchfälle werden in der Geschichte der Medizin schon sehr früh, etwa in der griechischen Antike beschrieben. Auch Hippocrates von Kos, der berühmteste Arzt des Altertums (460 – 370 v. Chr.) sprach von den möglichen Ursachen chronischer nichtinfektiöser Durchfälle.

Sir Samuel Wilks (1824 – 1911), ein britischer Mediziner und Dozent an der University of London erläuterte als erster Arzt im Jahr 1859 einen Fallbericht, wo zum ersten Mal der Begriff „Colitis ulcerosa“ fiel, um genau das zu beschreiben, was auch heute noch unter diesem Krankheitsbild verstanden wird. Allerdings vermutet man heute, dass es sich damals eher um einen Fall eines Morbus Crohn gehandelt hatte.

Als wichtiges Jahr in Sachen Colitis ulcerosa gilt das Jahr 1909. Damals veranstaltete die Royal Society of Medicine in London ein Symposium, um mehr als 300 Colitis-ulcerosa-Fälle, ihre Risikofaktoren, Symptome und mögliche Therapiemethoden zu besprechen. Im selben Jahr stellte der Proktologe und Chirurg John Percy Lockhart-Mummery (1875 – 1957) die kleine Darmspiegelung (Sigmoidoskopie) als sichere Diagnosemethode für Dickdarmerkrankungen vor (2).

Die Sigmoidoskopie wird noch heute zur Untersuchung eines Teils des Dickdarms eingesetzt (natürlich in modernisierter Form), was gerade bei der Colitis ulcerosa meist ausreichend ist und in wenigen Minuten vorbei ist. Wenn der gesamte Dickdarm untersucht werden soll, wird die normale Koloskopie eingesetzt, die dann etwa eine halbe Stunde dauert.

Im Jahr 1955 erschien die erste klinische verblindete Studie, in der sich zeigte, dass Cortison bei Colitis ulcerosa erfolgreich wirkte. Um dieselbe Zeit kamen die beiden Medikamente Mesalazin und Sulfasalazin auf den Markt. Die folgenden Jahrzehnte nutzte man, um die Krankheit zu erforschen und stellte alsbald die monoklonalen Antikörper (z. B. Infliximab und Adalimumab) vor. Diese sog. Biologika sollen die Aktivitäten von TNF-α hemmen. TNF-α ist ein Stoff, der von bestimmten Abwehrzellen ausgeschüttet wird und entzündliche Reaktionen auslöst. Wird TNF-α gehemmt, geht die Entzündung zurück (siehe weiter unten unter „Monoklonale Antikörper gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen“).

So viele Menschen sind betroffen

Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind schon lange keine Seltenheit mehr. Seit Jahrzehnten nimmt die Zahl der Neuerkrankungen langsam aber stetig zu. In den 1980er Jahren aber kam es – zumindest in den Industrienationen – zu einer massiven Zunahme der Betroffenenzahl.

Mittlerweile gibt es laut offizieller Quellen in Deutschland weit über 400.000 Menschen, in der Schweiz etwa 20.000 Menschen, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden (häufiger an Morbus Crohn als an Colitis ulcerosa). Allerdings darf von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, da viele Menschen aus Scham oder aus Angst vor Konsequenzen (z. B. bei der Arbeit oder in der Partnerschaft) die Krankheit verleugnen (3) – insbesondere wenn sie schwach bis mittelschwer ausgeprägt ist und sich noch verbergen lässt.

Die Lebenserwartung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Die Lebenserwartung von Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen ist – je nach Studie – entweder nicht verkürzt oder nur gering verkürzt. Im Jahr 2003 beispielsweise ergab sich eine leicht erhöhte Sterblichkeit anhand der Daten von 16.550 Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen im Vergleich zu 82.917 gesunden Kontrollpersonen (20), wobei die Sterblichkeit bei Morbus Crohn höher war als bei Colitis ulcerosa.

Im Jahr 2010 hiess es nach der Analyse von 9 Studien zum Thema Morbus Crohn, die Sterblichkeit sei leicht erhöht, während das Darmkrebsrisiko nicht höher sei als bei Personen ohne Morbus Crohn (19).

Vier Jahre später erschien im Fachjournal Gut eine Studie, für die man knapp 240 Morbus-Crohn-Patienten über 20 Jahre hinweg wissenschaftlich begleitete. Es zeigte sich keine erhöhte Sterblichkeit und auch kein erhöhtes Krebs- oder Herz-Kreislauf-Risiko (6).

In einer Studie aus dem Jahr 2020 wiederum ergab sich eine um 2,3 Jahre verkürzte Lebenserwartung bei den CED-Patienten (21).

In diesem Alter treten Darmentzündungen am häufigsten auf

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten meist zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Die Diagnose wird bei circa 25 Prozent aller Patienten bereits vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Das Krankheitsbild tritt also nicht nur im Erwachsenenalter auf, sondern auch bei Kindern und Teenagern.

Ein Viertel aller betroffenen Kinder und Jugendlichen soll laut Ärzteblatt (2017) bei Diagnosestellung jünger als 10 Jahre sein. Der Krankheitsverlauf ist bei Kindern und Jugendlichen sogar schneller und aggressiver als später im Erwachsenenalter (5).

Raucher doppelt so häufig von Morbus Crohn betroffen

Raucher sind doppelt so häufig von Morbus Crohn betroffen wie Nichtraucher, so dass Rauchen als wichtiger Risikofaktor gilt. In Versuchen entdeckte man, dass sich vom Rauchen geschädigte und entzündete Zellen aus den Lungen lösen können, dann in den Darm gelangen und dort Entzündungsprozesse anfachen können. Wenn Sie daher von Morbus Crohn betroffen und gleichzeitig RaucherIn sind, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Rauchentwöhnung.

Die Diagnose von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Bei der Diagnose von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen müssen zunächst andere Darmerkrankungen ausgeschlossen werden, etwa bakteriell oder viral hervorgerufene Darmentzündungen, Lebensmittelintoleranzen, Nahrungsmittelallergien oder auch ein Reizdarm.

Eine einzelne Untersuchungsmethode gibt es für die Diagnose chronisch entzündlicher Darmerkrankungen nicht. Stattdessen werden dazu die klinischen Symptome, die Labordiagnostik sowie endoskopische, histologische (Gewebeproben) und radiologische Befunde über u. a. bildgebende Verfahren ausgewertet und interpretiert (15).

  1. Anamnese: Eine ausführliche Anamnese (Befragung (auch zur familiären Krankheitsgeschichte) und körperliche Untersuchung ist daher sehr wichtig.
  2. Tests auf Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Mit Hilfe der entsprechenden Tests können Lebensmittelunverträglichkeiten wie Lactoseintoleranz, Fructoseintoleranz oder Histaminintoleranz oder auch eine Zöliakie ausgeschlossen werden. Auch an eine (zöliakie-unabhängige) Glutenintoleranz sollte gedacht werden. Genauso können Allergietests durchgeführt werden, um Nahrungsmittelallergien auszuschliessen. Allerdings können Unverträglichkeiten und Intoleranzen auch zusätzlich vorhanden sein und die Symptomatik der chronisch entzündlichen Darmerkrankung verstärken.
  3. Blutuntersuchung/Blutbild: Im Blut werden die Entzündungswerte (CRP-Wert, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Anzahl weisser Blutkörperchen), mögliche Nährstoffmängel (Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D etc.) und auch die Werte, die auf eine Blutarmut hinweisen, überprüft. Bei Colitis ulcerosa lassen sich erhöhte Autoantikörper finden.
  4. Stuhluntersuchung: Über eine Stuhluntersuchung können Virusinfekte oder bakterielle Infektionen (z. B. mit Clostridium difficile) ausgeschlossen werden. Nach Fernreisen an entsprechend exotische Erreger/Parasiten denken! Auch der Calprotectinwert (ein Entzündungsmarker) kann im Stuhl bestimmt werden. Damit sollen sogar Schübe in den nächsten drei Monaten vorhergesagt werden können. Calprotectin ist ein Protein, das in bestimmten Abwehrzellen (neutrophilen Granulozyten) vorkommt und eine antimikrobielle Wirkung hat. Es ist also eine Art körpereigenes Antibiotikum, das aber auch gegen Viren und Pilze wirksam ist. Auch wenn bei chronisch entzündlichen Erkrankungen sehr wahrscheinlich keine Bakterien, Viren oder Pilze die Probleme verursachen, sind die entsprechenden Abwehrzellen samt Calprotectin dennoch immer dort zur Stelle, wo eine Entzündung ist, ganz gleich wodurch diese verursacht wird. Lediglich bei einem reinen Befall des Dünndarms kann der Calprotectinwert unauffällig bleiben, also bei manchen Formen des Morbus Crohn.
  5. Ultraschall: Im Ultraschall kann man Verdickungen der Darmwand sehen (die zu Engstellungen führen) und erkennen, welche Darmabschnitte betroffen sind.
  6. Magen- und Darmspiegelung/Endoskopien mit oder ohne Biopsie: Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) sieht man den Zustand der Darmschleimhaut (ist sie geschwollen oder gerötet?). Man kann ausserdem Blutungen oder auch Geschwüre erkennen. Bei einer Darmspiegelung kann überdies eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie), über die der Grad der Entzündung festgestellt werden kann, aber auch ob sich Gewebe bösartig verändert hat. Da bei Morbus Crohn auch die Speiseröhre und der Magen befallen sein können, wird hier gelegentlich auch zu einer Magenspiegelung geraten.
  7. Kapselendoskopie: Da die Koloskopie den Dickdarm untersucht (allenfalls noch den letzten Dünndarmabschnitt), lässt sich Morbus Crohn damit nicht unbedingt erkennen. Doch gibt es noch die Kapselendoskopie, bei der man eine Kapsel mit integrierter Kamera schluckt, die sodann auch den Dünndarm untersuchen kann.
  8. MRT und CT: Auch die MRT (Magnetresonanztomographie) kann zu Diagnosezwecken eingesetzt werden. Von der CT (Computertomographie) rät man eher ab, um die Patienten vor einer erhöhten Strahlenexposition zu schützen.
  9. Röntgen kann allenfalls bei Verdacht auf ein toxisches Megakolon zum Einsatz kommen (siehe nächsten Abschnitt).

Lebensbedrohliche Komplikation: Das toxische Megakolon

Beim toxischen Megakolon handelt es sich um eine (glücklicherweise sehr seltene) Komplikation insbesondere der Colitis ulcerosa (da der Dickdarm betroffen ist), wobei es zu einer Art Darmlähmung kommt. Der Bauch ist aufgetrieben (akutes Abdomen) mit Abwehrspannung und Schmerzen, man hat hohes Fieber, Schüttelfrost, beschleunigten Herzschlag bis hin zum Darmverschluss.

Durch den aufgeblähten Dickdarm kann die Darmwand so geschädigt werden, dass Darminhalt ins Blut gelangen kann, was zu einer Sepsis (im Volksmund Blutvergiftung) führen kann. Im schlimmsten Fall kann es durch das Megakolon zu einem Schock mit lebensbedrohlichem Organversagen kommen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen in der Schulmedizin

Aus schulmedizinischer Sicht gelten chronisch entzündliche Darmerkrankungen heute im Allgemeinen als Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet: Teile des Immunsystems greifen körpereigenes Gewebe an, in diesem Fall die Darmschleimhaut/Darmwand.

Da man in der Medizin diese Überreaktion der körpereigenen Abwehr eindämmen möchte, werden die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit entzündungshemmenden und Immunsystem unterdrückenden Medikamenten, also mit Cortisonpräparaten (z. B. Budesonid) und Immunsuppressiva (z. B. Azathioprin) behandelt (oft in Dauertherapie).

Cortisonhaltige Medikamente – Budesonid

Budesonid (z. B. als Budenofalk im Handel) ist zwar ein cortisonhaltiges Medikament, doch handelt es sich um eine chemisch abgewandelte Form, die hauptsächlich im Dickdarm wirkt und nach dem Einnehmen in der Leber rasch abgebaut wird. Das bedeutet, die Nebenwirkungen von Budesonid sind schwächer als bei anderen Glucocorticoiden (cortisonhaltigen Arzneimitteln).

Bei Morbus Crohn kann Budesonid im akuten Schub per oral einzunehmender Kapsel gegeben werden, wenn die Entzündung im aufsteigenden Dickdarm lokalisiert ist. Ist dagegen der obere Verdauungstrakt betroffen, zeigt Budesonid kaum eine Wirkung.

Bei Colitis ulcerosa wird Budesonid in Form von Zäpfchen oder Rektalschaum verwendet (z. B. Entocort rektal) und zwar:

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  1. bei leichten bis mittelstarken Schüben
  2. wenn sich die Entzündung auf den unteren Dickdarmabschnitt (absteigender Dickdarm/Enddarm) begrenzt
  3. zusätzlich zu anderen Medikamenten, wie Mesalazin, um diese zu verstärken

Durch die rektale Anwendung gelangen nur etwa 10 Prozent des Wirkstoffs in die Blutbahn, was das Risiko von Nebenwirkungen weiter verringert. Bei Erkrankungen der Leber aber sowie bei der Einnahme von Hormonen (Verhütungsmittel), Anti-Pilzmedikamenten und Immunsuppressiva (Ciclosporin) sollten Sie die Verwendung von Budesonid nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einsetzen, wenn überhaupt, da es in diesen Fällen zu Wechselwirkungen kommen kann (z. B. zu einer verstärkten Wirkung).

Auch wenn die Nebenwirkungen von Budesonid schwächer ausfallen können als bei anderen Cortisonpräparaten, gehören – je nach Dauer der Einnahme – das bekannte Cushing-Syndrom dazu (Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, Diabetesvorstufe, Ödeme etc.), Verdauungsbeschwerden, ein erhöhtes Infektionsrisiko, Osteoporose, psychische Störungen (Depressionen, Euphorie), Hautausschläge uvm.

Mesalazin hemmt Entzündungsprozesse

Zur Standardtherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehört bei schwächeren bis mittelschweren Verläufen auch Mesalazin, ein Medikament aus der Gruppe der Aminosalicylate, das sowohl Entzündungsprozesse hemmt als auch das Immunsystem unterdrückt.

Mesalazin kann oral in Kapselform oder lokal beispielsweise als Einlauf, Schaum oder als Zäpfchen angewendet werden. Zu den häufigsten möglichen Nebenwirkungen von Mesalazin gehören Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Hautausschlag, Überempfindlichkeitsreaktionen und Fieber. Mesalazin ist als Mezavant®, Pentasa® oder Salofalk® auf dem Markt.

Manchmal wird auch Sulfasalazin verordnet, eine Mischung aus Mesalazin und einem weiteren Wirkstoff (Sulfonamid).

Monoklonale Antikörper gegen M. Crohn und C. ulcerosa

Bei einem schweren Krankheitsverlauf ist Mesalazin allein oft zu schwach und wird daher meist mit anderen Medikamenten kombiniert oder gegen stärkere Medikamente – wie etwa Adalimumab (Humira®) – ausgetauscht. Adalimumab ist ein sog. monoklonaler Antikörper, ein Medikament aus der Gruppe der Biologika und sehr teuer. Eine einzige Spritze, die alle zwei Wochen fällig ist, kostet ca. 880 Euro.

Adalimumab blockiert den Tumornekrosefaktor (TNF-α), ein Botenstoff des Immunsystems und wesentlicher Vermittler von Immun- und Entzündungsreaktionen. TNF-α-Blocker zählen damit zu den Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. Man nennt sie auch Immunsuppressiva.

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen steigende Blutfettwerte, Schwindel, Benommenheit, häufige Infektionen der Atemwege, eine insgesamt erhöhte Infektanfälligkeit, Bauchspeicheldrüsen- und Lungenentzündungen, Durchfall, Hautausschläge, entzündliche Veränderungen der Haut mit Juckreiz, eine neu auftretende Psoriasis und Verschlechterungen einer vorhandenen Psoriasis, Harnwegsinfektionen etc. (18).

Medikamentöse Therapie: Keine garantierte Wirkung

Insgesamt fallen die Erfolge medikamentöser Therapien höchst unterschiedlich aus. Beim einen schlägt die Therapie an und führt immer wieder zu längeren Pausen (Remissionen) zwischen den einzelnen Krankheitsschüben, beim anderen ist dagegen kaum eine Wirkung zu spüren.

Falls nun die genannten Medikamente versagen, werden auch chirurgische Massnahmen erwogen, in deren Verlauf die entzündeten Teile des Darms entfernt werden.

Nicht selten endet die Krankheit sodann in einem sog. Kurzdarmsyndrom. In diesem Fall mussten vom Dünndarm mehr als 100 cm entfernt werden, was bedeutet, dass der Darm durch die operativen Eingriffe irgendwann so stark verkürzt ist, dass er Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen kann und es zu verschiedenen Mangelerscheinungen kommen kann, von der oft extremen Gewichtsabnahme ganz zu schweigen.

Letztendlich macht die Schulmedizin wenig Hoffnung. Man versucht die Symptome zu lindern und Remissionen zu verlängern, weist aber die Möglichkeit einer Heilung weit von sich. Kein Wunder zieht es immer mehr Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zur Naturheilkunde, Ernährungstherapie und anderen komplementärmedizinischen Verfahren.

Mögliche Ursachen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen

Ganzheitliche Massnahmen können die Symptomatik der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oft lindern und die beschwerdefreien Phasen verlängern, so dass sie in jedem Fall begleitend eingesetzt werden sollten. In manchen Fällen wurden Patienten mit naturheilkundlichen Massnahmen auch dauerhaft symptomfrei, was man auch als geheilt bezeichnen könnte.

Um die individuell passenden Lösungen zu finden, ist es wichtig, sich auch die möglichen Ursachen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen anzusehen. Denn eine ganzheitliche Heilung geschieht am besten über die Ausschaltung von Ursachen und nicht über die Unterdrückung oder Behandlung von Symptomen.

Über die Ursachen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wird – wie bei vielen Krankheiten – offiziell nach wie vor spekuliert. Vermutlich liegt bei jedem Betroffenen eine individuelle Kombination verschiedener Ursachen vor, die sodann in ihrer Gesamtheit zum Ausbruch der Krankheit führten.

Die Erbanlagen bei CED

Sicher kann eine genetische Komponente nicht ausgeschlossen werden, da Kinder von vorbelasteten Eltern mit höherer Wahrscheinlichkeit erkranken als Kinder gesunder Eltern, wie es in den Annals of Gastroenerology im Jahr 2018 hiess (22). Allerdings sollen die Erbanlagen nur zu 8 bis 13 Prozent an der Krankheitsentstehung beteiligt sein. Und selbst von eineiigen Zwillingen erkranken in Hochrisikofamilien nicht immer beide, sondern oft nur einer.

Viele weitere ursächliche Faktoren aus der Umwelt und der Lebens- und Ernährungsweise sind daher nicht zu leugnen, so dass es sich bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zweifelsohne in erster Linie um Zivilisationskrankheiten handelt, die durch entsprechende Erbanlagen allenfalls begünstigt, aber nicht ausgelöst werden.

Darmflorastörung als Ursache für CED

Derzeit geht man von den folgenden ursächlichen Zusammenhängen aus: Eine anhaltende Darmflorastörung, die u. a. die Darmwand durch schädliche Darmbakterien schädigt, führt zu einer gestörten Barrierefunktion der Darmschleimhaut, was nun wiederum abnormale Immunreaktionen auslösen kann. In Kombination mit einer genetisch bedingten Veranlagung nun, kann dies zu chronischen Entzündungsprozessen führen.

Nun ist jedoch eine Darmflorastörung keine wirkliche Ursache, sondern ebenfalls bereits eine Folge der tatsächlichen Ursachen, die zum grossen Teil in der modernen Lebens- und Ernährungsweise zu finden ist, deren negative Auswirkungen auf den Darm wir weiter unten besprechen und die zusammen mit den folgenden Faktoren die Entstehung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa massgeblich fördert.

Psychosoziale Faktoren bei CED

In einer Studie von 2017 (38) wird die Darm-Hirn-Achse im Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erwähnt. Die Darm-Hirn-Achse ist die Verbindung zwischen Gehirn und dem Verdauungssystem. Es besteht hier also eine Kommunikationsmöglichkeit, über die sich beide Körperregionen austauschen und auch gegenseitig „anstecken“ können. Mentaler Stress kann auf diese Weise zu Magen-Darm-Problemen und Darmflorastörungen führen, während andersherum Entzündungsprozesse im Darm auch das Gehirn beeinflussen und dort zu depressiven Verstimmungen führen können.

Der Einfluss psychosozialer Faktoren bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurde lange unterschätzt. Inzwischen weiss man, dass auch der mit der Krankheit verbundene Stress das Risiko für Schübe erhöhen kann. Denn die Symptome führen zu Sorgen um die Arbeitsfähigkeit, zu Scham gegenüber dem Partner und zu Ängsten vor belastenden Untersuchungen, Medikamentennebenwirkungen und Operationen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen verursachen also Stress und Stress verschlechtert das Krankheitsbild – ein Teufelskreis, dem Patienten entrinnen können, indem sie unbedingt entsprechende stressreduzierende Massnahmen ergreifen sollten: Entspannungstechniken praktizieren, andere Betroffene in Selbsthilfegruppen treffen und psychosoziale Unterstützung durch eine Psychotherapie in Anspruch nehmen (29).

Antibiotika – Risikofaktor für CED

Antibiotika werden nach wie vor sehr leichtfertig verordnet. Antibiotika jedoch verändern das Milieu im Darm sehr negativ. Sie können die Darmflora zerstören und besonders bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen zu Schäden der Darmschleimhaut führen.

Wird die Darmschleimhaut dabei stellenweise durchlässig, dann spricht man vom sog. Leaky Gut Syndrom. Durch die hier entstehenden Lücken in der Darmschleimhaut können unvollständig verdaute Eiweisse in die Blutbahn gelangen und zum lymphatischen System vordringen. Dort werden sie als schädliche Stoffe (als sogenannte Antigene) erkannt, was eine Art allergischer Reaktion mit zunächst kleinen Entzündungsherden auslöst.

Natürlich führt nicht jedes Leaky-Gut-Syndrom bei jedem Menschen zu einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, doch bei Menschen mit einer entsprechenden genetischen Disposition und weiteren Voraussetzungen für eine Krankheitsentstehung eventuell schon.

In The Lancet erschien im August 2020 eine Studie, in der sich zeigte, dass eine Antibiotikagabe in der frühen Kindheit später zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beitragen kann (23). Für die schwedische Untersuchung untersuchte man rund 24.000 neu diagnostizierte CED-Patienten (mit eindeutig histologischem Befund), die mindestens 16 Jahre alt waren. Es zeigte sich, dass die Einnahme von Antibiotika das Risiko für CED um 88 Prozent erhöhte (um 74 Prozent für Colitis ulcerosa und um mehr als das doppelte für Morbus Crohn). Dabei war das Risiko umso höher, je häufiger man zuvor Antibiotika eingenommen hatte.

Kurz davor war eine Untersuchung veröffentlicht worden, in der sich zeigte, dass Antibiotika das Risiko für Darmerkrankungen erhöhten. Wir berichteten im vorigen Link und erklären darin, dass Antibiotika diesbezüglich umso schlimmer wirken, wenn man ausserdem noch eine fettreiche Ernährung praktiziert. Die Kombination kann offenbar regelrecht die Mitochondrien – die Kraftwerke in unseren Zellen – lahmlegen.

Schon im Jahr 2011 zeigte eine dänische Studie anhand der Daten von 580.000 Kindern, dass Kinder, die Antibiotika bekommen hatten, ein um 84 Prozent höheres Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen hatten als Kinder, die keine Antibiotika nahmen. Das Risiko für Morbus Crohn stieg sogar um das Siebenfache, wenn die Kinder in der Zeit davor mehr als siebenmal Antibiotika nehmen mussten (24).

Quecksilber begünstigt chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Karies kann indirekt die Entstehung von Autoimmunerkrankungen fördern, z. B. dann, wenn quecksilberhaltige Zahnfüllungen zum Einsatz kommen und es daraufhin zu Quecksilberbelastungen des jeweiligen Menschen kommt.

In einer Untersuchung von 2015 ergab sich in diesem Zusammenhang: Je höher die Quecksilberbelastung eines Menschen ist, umso mehr Autoantikörper zirkulieren im Blut und umso höher ist sein Risiko für Autoimmunerkrankungen.

Meiden Sie daher Amalgam (quecksilberhaltiges Material für Zahnfüllungen) und schützen Sie sich vor Quecksilber, insbesondere dann, wenn Sie bereits eine chronisch entzündliche Darmerkrankung haben oder diese in Ihrer Familie vorkommt.

Weichmacher verschlimmern Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Im Jahr 2018 zeigte sich, dass Weichmacher aus Kunststoffen (BPA) die Darmflora negativ beeinflussen, chronische Entzündungsprozesse fördern und chronisch entzündliche Darmerkrankungen verschlimmern können. Wo genau diese Kunststoffe enthalten sind und wie man sie meidet, haben wir im vorigen Link besprochen.

Vitamin-D-Mangel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Vitamin D ist jenes Hormon, das mit Hilfe der UV-Strahlung in der Haut gebildet wird und für seine positive Wirkung insbesondere auf die Knochengesundheit bekannt ist. In der Nahrung ist nur wenig Vitamin D enthalten, so dass diese im Allgemeinen nicht dazu ausreicht, um sich mit genügend Vitamin D zu versorgen.

Da zudem in Mitteleuropa die Sonneneinstrahlung nur ab etwa April bis Oktober für eine adäquate Vitamin-D-Bildung ausreichend stark ist, entwickeln viele Menschen spätestens über die Wintermonate einen Vitamin-D-Mangel.

Ein Vitamin-D-Mangel nun wird häufig bei chronischen Erkrankungen festgestellt, so auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. In Bezug auf Colitis ulcerosa berichteten wir bereits von einer Studie aus dem Jahr 2017, in der sich zeigte, dass das Risiko für einen erneuten Schub umso höher ist, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel eines Patienten ist.

In einer dänischen Studie von 2013 wurden 182 Crohn-Patienten mit 62 gesunden Patienten verglichen. Die gesunde Gruppe hatte eindeutig höhere Vitamin-D-Level als die Kranken. Darüber hinaus konnte man auch innerhalb der Gruppe der Erkrankten erkennen, dass der Vitamin-D-Spiegel umso niedriger war, je stärker sich die Symptome zeigten (8).

Wenn ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, dann steigt gerade bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen das Risiko für eine abnehmende Knochendichte und eine Osteoporose deutlich an. Dies nicht nur deshalb, weil Vitamin D für gesunde Knochen wichtig ist, sondern auch weil sich das Cortison, das viele CED-Patienten nehmen, negativ auf die Knochen auswirkt (es stört den Aufbau neuer Knochenzellen).

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Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D ist bei CED daher schon allein aus diesem Grund äusserst wichtig, wie kanadische Forscher im Jahr 2014 im World Journal of Gastroenterology schrieben (7). Abgesehen davon gilt Vitamin D – so die Wissenschaftler – als Entzündungshemmer und Regulator des Immunsystems, was besonders bei CED entscheidend ist, da es sich um eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung handelt, was nicht nur auf Entzündungsprozesse, sondern auch auf ein irritiertes und aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem hinweist.

Vitamin D reduziert auf diese Weise das Risiko eines erneuten Krankheitsschubes und genauso das Risiko, wegen der Erkrankung operiert werden zu müssen.

Wenn Sie daher an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, sorgen Sie für regelmässige Aufenthalte im Freien, um Sonnenlicht zu tanken (mindestens die erste Viertelstunde ohne Sonnenschutz) und setzen Sie Vitamin D auch als Nahrungsergänzung therapeutisch ein. Die genannten Forscher schrieben: „Vitamin D ist ein preiswertes Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung der Heilungschancen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.“

Im folgenden Link erfahren Sie, wie Sie Vitamin D individuell dosieren können.

Vitamin-C-Mangel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Vitamin C gilt als Antioxidans und damit als entzündungshemmend und Widersacher oxidativen Stresses. In Mäuseuntersuchungen reduzierte Vitamin C signifikant die Entzündungswerte bei chronischen Darmentzündungen und auch die Werte, die auf oxidativen Stress hinweisen (z. B. Malonaldehyd). Gleichzeitig stiegen die Werte der körpereigenen Antioxidantien (Glutathionperoxidase, SOD etc.) (39).

Bekannt ist, dass CED-Patienten häufig an einem Vitamin-C-Mangel leiden (Haarausfall, trockenes Haar, brüchige Fingernägel, Zahnfleischentzündung etc.) (40). Schon im Jahr 1990 hatte eine Studie überdies gezeigt, dass Vitamin C (1 g täglich) die Funktion der T-Zellen verbesserte (41). Gerade bei Autoimmunerkrankungen ist das Gleichgewicht der verschiedenen T-Zellen gestört, so dass sich Vitamin C hier regulierend auswirken könnte.

Nährstoffmängel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beheben

Beachten Sie, dass bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ursächlich auch Mängel anderer Vitalstoffe beteiligt sein können (nicht nur Vitamin D und Vitamin C) und dass zusätzlich als Folge der Erkrankung weitere Nährstoffmängel entstehen können.

Wenn Sie daher an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, lassen Sie unbedingt Ihre Vitamin- und Mineralstoffwerte bestimmen und nehmen Sie die fehlenden Stoffe über Nahrungsergänzungen ein. Weitere Informationen zu Nährstoffmängeln bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen finden Sie im vorigen Link.

Natürliche Massnahmen bei CED

Aus den obigen möglichen Ursachen ergeben sich bereits die ersten Massnahmen zur Linderung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, nämlich: 

  1. Gutes Stressmanagement
  2. Dinge meiden, die der Darmflora oder Darmschleimhaut schaden können (ungesunde Ernährung, Alkohol, Süsses, Rauchen, Antibiotika etc.)
  3. Weichmacher meiden
  4. Vitamin C und Vitamin D bedarfsgerecht einnehmen
  5. Nährstoffmängel überprüfen und beheben
  6. Mögliche Quecksilberbelastung überprüfen lassen und ggf. Quecksilber (oder andere Schwermetalle) ausleiten; dazu Zahnarzt (bei Amalgamfüllungen) und/oder Umweltmediziner aufsuchen)

Zusätzlich können die folgenden Massnahmen umgesetzt werden: 

Curcumin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Kurkuma bzw. der Wirkstoff aus der gelben Wurzel namens Curcumin ist ein bekannter entzündungshemmender Stoff, der die Therapie nahezu jeder chronisch entzündlichen Erkrankung begleiten kann, so auch die Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen.

Curcumin lindert die Entzündungsprozesse in der Schleimhaut des Verdauungssystems, unterstützt die Heilung der Darmbarriere und führt in manchen Fällen insgesamt zu einem günstigeren Verlauf der Krankheit – nicht zuletzt deshalb, da Curcumin auch das Immunsystem regulierend beeinflusst und auf diese Weise Autoimmunprozesse hemmen kann.

Bei chronisch entzündlichen Autoimmunerkrankungen liegt ein TH1-TH2-Ungleichgewicht vor. Im Falle der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen überwiegen die TH1-Zellen, bestimmte entzündungsfördernde Zellen des Immunsystems. Curcumin nun konnte in Rattenstudien (30 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht) die Bildung der TH2-Zellen fördern und die Bildung der TH1-Zellen hemmen (12).

Auch in Studien am Menschen ergaben sich dank Curcumin positive Effekte: In einer kleinen Studie von 2005 etwa besserte sich bei den Teilnehmern, die an Colitis ulcerosa litten, der Krankheitsschub im Laufe von zwei Monaten, nachdem sie täglich 1.100 mg Curcumin im ersten Monat und 1.650 mg Curcumin im zweiten Monat eingenommen hatten (13).

Bei einer weiteren Studie (2006) erhielten 89 Patienten mit Colitis ulcerosa täglich 2.000 mg Curcumin (zusätzlich zur Therapie mit Sulfasalazin). Im Vergleich zur Placebogruppe ging es der Curcumingruppe besser (14).

Wenn Sie Curcumin nicht vertragen, könnte es am oft enthaltenen Piperin (ein Wirkstoff aus schwarzem Pfeffer) liegen, das die ohnehin irritierte Darmschleimhaut weiter reizt. Probieren Sie in diesem Fall Curcumin ohne Piperin.

Resveratrol bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Resveratrol ist ein stark antioxidativer und entzündungshemmender Pflanzenstoff, der z. B. in blauen Trauben und Rotwein enthalten ist. An Mäusen zeigte sich im Jahr 2010, dass Resveratrol nicht nur Darmentzündungen bessern, sondern auch das Risiko für Darmkrebs reduzieren konnte. Ohne Resveratrol erkrankten 80 Prozent der Mäuse aufgrund ihrer Darmentzündung langfristig an Darmkrebs, mit Resveratrol waren es nur 20 Prozent (25).

Fünf Jahre später erschien eine Studie mit 50 menschlichen Patienten, die an Colitis ulcerosa litten. Man gab ihnen täglich eine Kapsel mit 500 mg Resveratrol oder ein Placebo. Nach sechs Wochen führte die Resveratrol-Einnahme zu einer signifikanten Reduzierung der Entzündungswerte (CRP und TNF-α), was die Lebensqualität der Patienten deutlich verbesserte. In der Placebogruppe war nichts dergleichen zu erkennen (26).

2019 veröffentlichten brasilianische Forscher ein Review zur Wirkung von Resveratrol auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Sie fassten zusammen:

„Oxidativer Stress beschädigt die Darmbarriere und erhöht ihre Durchlässigkeit, was zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen führen kann. Die körpereigenen antioxidativen Abwehrsysteme können dem oxidativen Stress meist entgegenwirken, indem sie die schädigenden freien Radikale bekämpfen oder ihre Entstehung verhindern. Resveratrol eignet sich für die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen, da es die Bildung dieser freien Radikalen reduziert und gleichzeitig die Bildung körpereigener antioxidativ wirksamer Enzyme fördert. Zusätzlich kann Resveratrol entzündungsfördernde Botenstoffe hemmen (z. B. TNF-α und Interleukine). Wir können daher Resveratrol zur begleitenden Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen empfehlen, zumal es preiswert und wirksam ist und keine Nebenwirkungen hat“ (27).

Wir berichteten bereits hier von einer Studie (17) an Mäusen, in der sich Resveratrol sehr positiv auf die Darmgesundheit auswirkte und – gemeinsam mit OPC (Traubenkernextrakt) – die Zahl der Darmkrebstumoren um 50 Prozent reduzieren konnte.

OPC bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Traubenkernextrakt enthält den antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkstoffkomplex OPC (Oligomere Proanthocyanidine), der zur Gruppe der Polyphenole gehört und insbesondere für seine positiven Wirkungen auf die Haut, das Haar und das Bindegewebe (und damit auch auf die Blutgefässe) bekannt ist.

Wenn ein Stoff jedoch antioxidativ und entzündungshemmend wirkt, dann tut er das natürlich meist nicht nur lokal, sondern im gesamten Körper und so auch im Darm. Eine erste Studie von 2015 ergab, dass OPC in der Menge von 0,1 Prozent der täglichen Ration bei Mäusen nach 12 Wochen den TNF-α-Wert senkte, die Durchlässigkeit der Darmbarriere reduzierte und die Regeneration der Darmschleimhaut fördert (28).

Im Januar 2020 beschrieben spanische Forscher im Fachjournal Nutrients neben Zell-, In-vitro- und Tierstudien auch klinische Studien mit OPC. Schon in der Einleitung im Bereich „Clinical Trials“ ist zu lesen: „Die Einnahme von OPC kann laut vorliegender Hinweise zur Wirkung beim Menschen auf vielversprechende und sichere Weise die derzeitigen Therapieverfahren bei CED begleiten.“ (30)

Traubenkernextrakt gilt bis zu 2,5 g pro Tag beim Menschen als sicher, wie ein vierwöchiger Versuch an gesunden Erwachsenen ergeben hatte (30).

Eine der vorliegenden OPC-Studien wurde mit Kindern durchgeführt, die an Morbus Crohn litten und in Remission waren. Sie erhielten 10 Wochen lang 2 mg OPC pro Kilogramm Körpergewicht in Form von Pycnogenol® (OPC-reiche Kiefernrinde). Zwar konnte das OPC die erhöhten Entzündungsmarker CRP und Calprotectin und auch die Krankheitsaktivität in dieser Dosierung nicht beeinflussen, doch konnte es die Aktivität der körpereigenen antioxidativen Enzyme SOD und Glutathionperoxidase erhöhen und manche Marker für oxidativen Stress senken.

OPC ist also sicher kein Alleinheilmittel bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, kann aber aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften sehr gut in ein ganzheitliches Konzept zur Behandlung derselben integriert werden.

Probiotika bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen liegen zweifellos starke Störungen der Darmflora vor. Im Jahr 2017 beispielsweise berichteten wir über eine Studie, in der sich zeigte, dass die Darmflora von Morbus-Crohn-Patienten eine Überbesiedlung mit zwei bestimmten schädlichen Bakterienstämmen und einem Darmpilz (Candida tropicalis) aufweist.

Empfehlungen zum pauschalen Einsatz von Probiotika (nützlichen Bakterienstämmen, die auch in einer gesunden Darmflora vorkommen) zur Regulierung dieser Störungen sind bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen dennoch nicht möglich, da es sehr viele unterschiedliche probiotische Präparate mit ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen gibt und jeder Bakterienstamm bzw. jede Bakterienkombination ganz anders wirken kann – womöglich noch abhängig vom augenblicklichen Zustand des Patienten und demjenigen seiner jetzigen Darmflora.

Schon im Jahr 1999 erschien im renommierten Fachjournal Lancet eine randomisierte Doppelblindstudie, in der 120 Patienten mit Colitis ulcerosa das Probiotikum Mutaflor erhielten oder aber dreimal täglich 800 mg Mesalazin. Mutaflor enthält eine besondere Variante von Escherichia coli, den E.-coli-Stamm Nissle 1917.

Die Wirkung beider Mittel war nahezu identisch: Unter Mesalazin konnte bei 75 Prozent der Patienten eine Remission (Stillstand der Krankheit) erreicht werden (nach durchschnittlich 44 Tagen), in der Mutaflor-Gruppe waren es 68 Prozent. Innerhalb von 204 bis 221 Tagen trat in der Mesalazin-Gruppe bei 73 Prozent der Teilnehmer ein Rezidiv (Rückfall/Schub) auf, in der Mutaflor-Gruppe nur bei 67 Prozent (16).

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass die Patienten vor der Behandlung ein Antibiotikum erhalten hatten, das die zuvor vorhandene Darmflora höchstwahrscheinlich zunächst nahezu auslöschte.

Flohsamen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Flohsamen (Plantago ovata) – auch Psyllium genannt – liefert insbesondere lösliche Ballaststoffe, die sowohl Durchfälle als auch Verstopfung günstig beeinflussen können. So wird nicht nur bei Durchfall Wasser gebunden und der Reiz des (in manchen Fällen sauren) Stuhls auf die Darmschleimhaut reduziert, auch bei vorübergehend zu hartem Stuhlgang kann eine Anwendung von Flohsamen die verwundbare und blutende Darmschleimhaut schützen und so die Heilung fördern.

In einer kleinen japanischen Studie von 2007 nahmen Colitis-ulcerosa-Patienten (mit den Hauptsymptomen Durchfall und Bauchschmerzen) durchschnittlich 1 Jahr lang Pro- und Präbiotika (34). Probiotika sind Präparate mit lebenden Darmbakterien, Präbiotika sind spezielle Ballaststoffe (z. B. Flohsamen), welche neben den oben aufgeführten Eigenschaften auf die Darmschleimhaut überdies den Probiotika als Nahrung dienen, damit diese sich im Darm ansiedeln können.

Es handelte sich um Patienten, bei denen die üblichen Medikamente (Aminosalicylate und Cortison) nicht anschlugen. Sie erhielten täglich 9,9 g Flohsamenschalenpulver und ein Probiotikum mit 75 Milliarden kolonienbildenden (CFU) Bakterien (vorwiegend Bifidobakterien und Laktobakterien). Die Patienten durften die Dosis der Präparate jedoch ihrem Befinden nach anpassen, um die individuell richtige Dosierung und auch Kombination zu finden.

Bei der Mehrheit der Patienten verbesserten sich die Symptome signifikant. Bei mehr als der Hälfte kam es zu einer vollständigen Remission, was zuvor mit den Medikamenten nicht gelungen war. Nebenwirkungen wurden keine beobachtet.

Umfangreichere Studien liegen unseres Wissens zu den konkreten Wirkungen des Flohsamens auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen nicht vor, zu den Wirkungen des Flohsamens auf die allgemeine Gesundheit wie auch auf die Darmgesundheit jedoch schon, wie Sie in den vorigen Links lesen können.

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Flohsamen wird in Form von Flohsamenschalenpulver mit sehr viel Wasser eingenommen, idealerweise auf leeren Magen 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit. Rühren Sie ½ bis 1 gestrichenen TL Flohsamenschalenpulver in 100 ml Wasser ein und trinken Sie es sofort, da es ansonsten dick wie ein Pudding wird. Trinken Sie anschliessend sofort 200 bis 300 ml Wasser nach.

Zeolith bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Zeolith ist eine Mineralerde mit entgiftender, regenerierender und darmflorafreundlicher Wirkung. Zeolith nimmt in der Naturheilkunde einen wichtigen Platz als Hausmittel zur Darmsanierung ein. Umfangreiche Informationen zu Zeolith und seinen Eigenschaften finden Sie im vorigen Link. Aufgrund der porösen Struktur der winzigen Zeolithkristalle saugt die Mineralerde auch überschüssiges Wasser auf und wirkt daher gegen Durchfälle.

Aus einer Studie der Medical University of Graz aus dem Jahr 2015 (35) weiss man, dass (bei gesunden Probanden) 1,85 g Zeolith pro Tag nach 12 Wochen die Durchlässigkeit der Darmbarriere verbessern konnte und dabei einen leichten entzündungshemmenden Effekt aufwies. Untersuchungen an Mäusen ergaben (z. B. 2017 (36)), dass Zeolith Darmentzündungen bessern kann.

Nichtsdestotrotz sind Studien zum Einsatz von Zeolith bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen rar gesät. Im Juni 2020 veröffentlichten italienische Forscher eine Studie (37) mit 20 CED-Patienten. Jeder Patient erhielt 56 Tage lang täglich 6 g Zeolith und wurde noch zwei Monate lang nach Absetzen der Zeolitheinnahme wissenschaftlich begleitet. Die meisten der Patienten erlebten eine Besserung der Beschwerden und auch ihr Calprotectin-Wert im Stuhl sank zum Ende der Studie deutlich, was auf ein reduziertes Entzündungsgeschehen hinwies.

Afrikanischer Weihrauch bei CED

Der indische Weihrauch (Boswellia serrata) ist sehr bekannt und der Wirkstoff wird in der Therapie von chronisch-entzündlichen Erkrankungen immer wieder eingesetzt, auch bei Rheuma. Der afrikanische Weihrauch (Boswellia carterii) enthält offenbar eine besonders stark entzündungshemmende Boswelliasäure, welche die Wirkung des indischen Weihrauchs noch übertriff. Sie wirke sich hemmend auf die entzündungsfördernden Aktivitäten von TNF-α aus (Tumornekrosefaktor, siehe weiter oben).

Auf der Seite des Naturheilzentrums Breidenbach in Wuppertal werden verschiedene Studien vorgestellt, denen zufolge bestimmte Weihrauchpräparate ähnlich gut wie Cortison den TNF-α-Wert senken konnten und dabei nebenwirkungsfrei seien (42).

Cannabis bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Inzwischen gibt es zahlreiche Hinweise (Erfahrungsberichte und Studien), die Cannabis (Medizinalhanf) eine Wirkung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bescheinigen (9) (10). Wichtig ist hierbei, dass Cannabisprodukte, die allein CBD enthalten, nicht so gut wirksam sind. Das gewählte Cannabisprodukt sollte also auch THC-haltig sein und ist damit verschreibungspflichtig.

In den entsprechenden Studien wurde ausserdem bemerkt (9, 10), dass Cannabis zwar die Symptome lindert und so die Lebensqualität deutlich bessert, aber die Krankheit selbst offenbar nicht heilen kann. Wenn aber bereits die Symptomatik besser wird, z. B. die Durchfälle und Blutungen nachlassen, dann kann sich der Organismus ganz enorm von den typischen Begleiterkrankungen erholen, die sich aufgrund von Blutverlusten, Appetitmangel und Nährstoffmängeln ergeben haben und daraus, dass man gar nicht mehr das Haus verlassen konnte, kaum noch Bewegung hatte und kein soziales Leben mehr geniessen konnte.

Auch können viele Cannabis-Nutzer die Dosen der bisher verwendeten Medikamente reduzieren, was nun wiederum die Gefahr der Nebenwirkungen dieser Medikamente reduziert.

Voraussetzungen für Cannabis auf Rezept

Allerdings gibt es verschiedene Voraussetzungen, um Cannabis auf Kassenrezept zu erhalten:

  1. Sie müssen an einer schweren Erkrankung leiden, z. B. Krebs, Epilepsie, Migräne, Rheuma, ein schwerer Verlauf chronisch entzündlicher Darmerkrankungen etc.
  2. Sie müssen bereits medikamentös austherapiert sein, haben also bereits verschiedene Medikamente probiert, die bei Ihnen keine Wirkung zeigten.
  3. Gehen Sie gut vorbereitet zu Ihrem Arzt, damit auch ein Arzt, der sich mit Cannabis noch nicht so gut auskennt, gewillt ist, Ihnen Cannabis zu verschreiben. Bringen Sie Ihrem Arzt Studien mit, die zeigen, dass Cannabis in Ihrem Fall helfen könnte. Sie können auch die erforderlichen Blanko-Dokumente mitbringen, damit Ihr Arzt den Cannabis-Antrag für Sie ohne grösseren Aufwand ausfüllen kann (Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis (§ 3 Abs. 2 BtMG) zum Erwerb von Cannabis-Extrakt bzw. Medizinal-Cannabisblüten im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie). Zusätzlich bedarf es einer Erklärung Ihres Arztes, dass er Sie während der Cannabis-Therapie begleiten wird. Alle Dokumente finden Sie zum Download auf dieser Webseite. Wenn Ihr Arzt ein bekannter Cannabis-Arzt ist, bringen Sie die Dokumente natürlich nicht mit, da er sie selbst in ausreichender Menge vorliegen hat.
  4. Wenn Sie bereits eigenständig Cannabis ausprobiert haben, kommen Sie bitte nicht bekifft zum Arzt!

Vergessen Sie aber nicht, dass Cannabis bei häufigem Gebrauch auch Nebenwirkungen haben kann, wie chronische Bronchitis, Vergesslichkeit, Depressionen, Ängstlichkeit, ein erhöhtes Suchtpotenzial, das sich auch auf andere Suchtmittel übertragen kann, ein erhöhtes Risiko für Unfälle im Strassenverkehr und eine anormale Entwicklung des Gehirns (bei jüngeren Menschen) (11).

Hier gilt, dass man für jeden Patienten ganz individuell das Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen muss, welches Mittel nun für welchen Patienten ideal ist.

Die moderne Ernährung fördert CED

Wie bei vielen weit verbreiteten Erkrankungen, die sich erst in den letzten 30 bis 40 Jahren in den westlich-zivilisierten Industrienationen so richtig etabliert haben, spielen Ernährungsfaktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung, aber auch bei der Erhaltung und Verschlimmerung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Denn viele moderne Nahrungsmittel führen zu Veränderungen im Darmmilieu, die langfristig das Risiko für chronische Entzündungen und immunologische Reaktionen steigern.

Wer Junk Food liebt, hat häufiger CED

Längst weisen Studien auf die genannten Zusammenhänge hin, so auch eine Untersuchung vom Mai 2020, in der sich zeigte, dass jene Menschen häufiger an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, die gerne Pommes Frites, Kekse, Limonade, Sportgetränke und Energy Drinks sowie Käse verzehren. Junk Food ist bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen daher keinesfalls empfehlenswert.

In einer Studie von 2020 ergab sich, dass z. B. der häufige Verzehr von Fructose (Fruchtzucker) in Süsswaren, Dips, Softdrinks etc. die chronisch entzündlichen Prozesse im Darm fördern kann, was sicher mit ein Grund für die Schädlichkeit von Fastfood und Fertigprodukten ist (43).

Künstliche Nahrungsmittelzusatzstoffe schaden dem Darm 

Mit ein Grund der ungünstigen Auswirkung industriell stark verarbeiteter Nahrungsmittel auf den Darm könnten die enthaltenen künstlichen Zusätze sein, von denen zahlreiche den Darm nachweislich schädigen können. So ist bekannt, dass viele Nahrungsmittelzusatzstoffe allergische oder pseudoallergische Symptome (Juckreiz, Hautausschläge, Schnupfen) oder Darmbeschwerden auslösen können. Es handelt sich dabei um z. B. die folgenden Zusatzstoffe:

  1. Azofarbstoffe (E 102, 103, 110, 122, 123, 124a, 128, 129, 151, 154, 155, 180) (31)
  2. Titandioxid (E 171)
  3. Sulfite (E 221 - 228)
  4. Zinnchlorid (E 512)
  5. Ammoniumsalze (E 442)
  6. Emulgatoren (E 491 - 495)
  7. Alginate (E 400 - 404)
  8. Nitrite (= Pökelsalz) (E 249, 250)
  9. Benzoesäure und seine Salze (Benzoate) (E 210-219)
  10. Bor-Verbindungen (E 284 und 285)
  11. Schmelzsalze (E 339, 340, 341, 450, 451, 452)

Die richtige Ernährung bei CED

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollte die übliche westliche Ernährung besser gemieden werden. Wie nachfolgend erklärt, lohnen sich Versuche mit glutenfreier, milchproduktefreier und pflanzenbasierter Ernährungsformen:

Glutenfreie Ernährung lindert Symptome bei CED

Gluten ist ein Eiweisskomplex in manchen Getreidearten (Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste u. a.). Bei vielen Menschen besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber Gluten, die sich in verschiedenen Symptomen äussern kann, u. a. in Verdauungsbeschwerden.

In einer Studie von 2014 mit 1.647 Teilnehmern gaben fast 20 Prozent an, schon einmal eine glutenfreie Ernährung getestet zu haben. Bei über 65 Prozent dieser Personen besserten sich daraufhin ihre Verdauungsbeschwerden. Knapp 40 Prozent hatten nun seltener einen Schub. Trat dennoch ein Schub auf, so verlief er schwächer als bei glutenhaltiger Ernährung.

Interessant war hierbei, dass nur 5,5 Prozent der Teilnehmer die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit hatten (Zöliakie 0,6 %, zöliakieunabhängige Glutensensitivität 4,9 %), was bedeutet, dass auch bei Personen, bei denen sich eine solche Unverträglichkeit nicht nachweisen liess, von einer glutenfreien Ernährung profitieren können (32).

In einer Zusammenfassung aus dem Jahr 2020 schrieben Forscher der University of North Carolina, dass ein Drittel der CED-Patienten angaben, Gluten nicht zu vertragen. Viele würden daher eine glutenfreie Ernährung praktizieren. Dies sei durchaus nachvollziehbar, zumal man aus Tierstudien wisse, dass Gluten Entzündungsprozesse im Darm fördere und die Durchlässigkeit der Darmbarriere erhöhe (33).

Milchprodukte können Darmentzündungen verschlimmern

Ähnliches gilt für Milchprodukte. Hier gibt es gleich zwei Komponenten, die für das Verdauungssystem problematisch sein können, einerseits die Lactose, andererseits das Milcheiweiss. Die Unverträglichkeit gegenüber Lactose (Milchzucker) ist vielen Menschen bekannt. Man nennt sie Lactoseintoleranz. Hierbei kommt es meist zu Durchfall nach dem Verzehr von lactosereichen Milchprodukten.

Während die Lactoseintoleranz eher selten vorkommt, reagieren deutlich mehr Menschen – meist unwissentlich – empfindlich auf das Milcheiweiss. Unwissentlich daher, da die Beschwerden nicht unmittelbar nach dem Verzehr auftreten, sondern oft auch erst am nächsten Tag und sich überdies langsam entwickeln können, so dass es schwer fällt, einen Zusammenhang zu erkennen.

Bei der Milcheiweissunverträglichkeit handelt es sich nicht um eine Allergie vom Soforttyp, sondern um eine Unverträglichkeit, die sich oft erst einige Stunden später oder am nächsten Tag in Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen oder verschleimten Atemwegen äussern kann. Genauso lässt sich hier eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen beobachten, z. B. häufige grippale Infekte, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nasenpolypen, Mandelentzündungen, Asthma o. ä.

Auch bei vielen anderen chronischen Erkrankungen (z. B. Arthrose, Arthritis, Diabetes, Hashimoto uvm.) kann sich das probeweise Weglassen von Milchprodukten lohnen, um zu testen, ob man zur Gruppe der Milchintoleranten gehört. Denn dann bessern sich die jeweiligen Beschwerden oft massiv. Studien gibt es zu diesen Zusammenhängen keine. 

Naturheiltherapeuten sprechen bei Milcheiweissintoleranten oft vom sog. «lymphatischen Typ» (meist Menschen mit blauen Augen und einer etwas helleren, empfindlichen Haut). Es bleibt also dem einzelnen Menschen überlassen, ob er die milchfreie Ernährung einfach einmal ausprobiert – insbesondere dann, wenn die Symptome nicht besser werden.

Bei einer Lactoseintoleranz genügt es, lactosehaltige Milchprodukte zu meiden. Das heisst, Betroffene können lactosefreie Milchprodukte verzehren (lactosefreie Milch, lange gereifter Käse, Butter). Bei einer Milcheiweissunverträglichkeit sind jedoch alle Milchprodukte tabu (ausser Butter).

Pflanzliche Ernährung bei CED

Wir stellen in unserem Artikel zum Thema vegetarische Ernährung bei Morbus Crohn einige Studien vor, in denen sich zeigte, wie entzündungshemmend eine pflanzenbasierte Ernährung wirken kann und dass eine vegetarische Ernährung die Abstände zwischen den Schüben bei Morbus Crohn verlängern kann.

Während bei den Normalessern nach zwei Jahren nur noch 25 Prozent schub- und beschwerdefrei war, waren es in dieser Untersuchung bei den Semi-Vegetariern noch fast alle, nämlich 92 Prozent. Semi-vegetarisch bedeutet, dass einmal wöchentlich Fisch und zweiwöchentlich eine Portion Fleisch erlaubt war.

Selbst Nüsse, die im Allgemeinen als schwer verdaulich gelten, können in die schubfreie Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen integriert werden. Im Sommer 2019 war eine Studie erschienen, in der sich gezeigt hatte, dass der Verzehr von Walnüssen dem Darm bei der Regeneration von Läsionen helfen kann, die bei Colitis ulcerosa entstehen. Dazu werden die Nüsse während der Remissionsphase gegessen, also keinesfalls während eines Schubs.

Ein interessanter Fallbericht, der 2019 im Fachjournal Nutrients veröffentlicht wurde, bestätigt die heilsame Wirkung einer pflanzenbasierten Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Der Patient litt an Morbus Crohn und hatte sich bislang von täglich Fleisch, Milchprodukten, Weissmehlprodukten, verarbeiteten Lebensmitteln und nur wenig Obst und Gemüse ernährt. Medikamente besserten seinen Zustand nur geringfügig.

Nach einer Ernährungsumstellung auf vorwiegend Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte erlebte er eine komplette Remission seiner Erkrankung. Der Patient konnte seine Arzneimittel absetzen und erlebte nur noch dann Rückfälle, wenn er ausnahmsweise zur alten Ernährung zurückkehrte.

Low FODMAP bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Ein Versuch könnte auch die Low FODMAP Ernährung sein, wie eine Studie von 2019 ergab. Unter dieser Ernährungsform besserten sich bei den 52 Teilnehmern nach vier Wochen merklich die üblichen Verdauungsbeschwerden, was bei der Placebo-Gruppe nicht beobachtet werden konnte. Wie genau die Low FODMAP Ernährung praktiziert wird, beschreiben wir im vorigen Link.

Die Ernährung bei CED sollte individuell zusammengestellt werden

Wie genau die Ernährung zusammengestellt werden muss, hängt vom einzelnen Betroffenen ab, da jeder Mensch ganz andere Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten aufweist. Ein konkreter Ernährungsplan kann an dieser Stelle daher leider nicht vorgestellt werden. Probieren Sie jedoch neben vielen anderen Gemüsearten auch einmal Okra, das beim Kochen Schleimstoffe bildet, die den Magen-Darm-Trakt schützen.

Essen Sie so naturbelassen und vitalstoffreich wie möglich

Die Grundregel aber lautet, dass man mit einer naturbelassenen (möglichst frei von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln) und vitalstoffreichen sowie individuell verträglichen Ernährung durchaus Autoimmunprozesse beruhigen und Entzündungserscheinungen im Darm langfristig mildern kann.

Kauen Sie gründlich und trinken Sie nichts zum Essen

Denken Sie unbedingt daran, möglichst nichts zum Essen zu trinken. Denn wer das tut, noch dazu womöglich gesüsste Softdrinks, wird nicht nur dazu verleitet, kaum zu kauen und das Essen stattdessen „hinunterzuspülen“, sondern schwächt auch die Enzyme des Verdauungstraktes. Die Folge ist, dass die sowieso schon schwache Verdauung weiter verschlechtert wird. Wer hingegen zu den Mahlzeiten nichts oder nur sehr wenig trinkt, kaut besser – und es gilt: Gut gekaut ist halb verdaut! Weitere Infos dazu und viele Tipps, die auch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen hilfreich sein können, finden Sie in unseren 25 Regeln der gesunden Ernährung.

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Quellen
  1. (1 )Institut für Epidemiologie, Uni Kiel, CED Krankheitsbild, abgerufen am 13.8.2020,
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  3. (3) Uni Kiel, CED-Familienstudie, abgerufen am 13.8.2020
  4. (4) Amboss, S3-Leitlinie DGVS – Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa in AMBOSS (Aktualisierung August 2019) und Aktualisierte S3-Leitlinie – „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ 20141 AWMF-Registriernummer: 021–004 (in Überarbeitung)
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